Schongauer Ortsdurchfahrt:

Ampeln mit K(n)öpfchen

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Über eine „gute Zusammenarbeit“ freuen sich Andreas Lenker und Andreas Lang (1. und 3. v. links) vom Staatlichen Bauamt sowie Bürgermeister Falk Sluyterman (2. v. links) und der städtische Tiefbau-Experte Martin Blockhaus.

Schongau – Der Baustellen-Wald in Schongau lichtet sich. Zumindest teilweise. Nach einer Bauzeit von rund neun Monaten inklusive Winterpause sind die Arbeiten an der Schongauer Bahnhofstraße mit den Schwerpunkten Butterwerks- und Münztorkreuzung sowie Spinne abgeschlossen. Die Verantwortlichen von Stadt und Staatlichem Bauamt sind zufrieden, wie sie beim Pressetermin erkennen ließen.

Die Fertigstellung sei ein „tolles Ereignis“, findet Bürgermeister Falk Sluyterman. Andreas Lenker, beim Staatlichen Bauamt in Weilheim Bereichsleiter für den Straßenbau im Landkreis, spricht von einer „sehr vorbildlichen Maßnahme“. Denn die Agenda war durchaus ambitioniert und ging nicht ohne die ein oder andere Verkehrsbeeinträchtigung über die Bühne.

Die drei großen Knotenpunkte Butterwerkskreuzung, Münztorkreuzung und Spinne sind jetzt mit modernen Ampelanlagen ausgestattet, die dortigen Fußgängerüberwege barrierefrei gestaltet. Ein Fußgänger-Signal steht neu am Jugendheimweg, ebenso neu sind zwei Mittelinseln in der Bahnhofstraße, ein Tropfen zur Hermann-Ranz-Straße und die Markierung eines Fußgängerschutzbereichs am Bahnhofsvorplatz. Stellenweise wurden die Fahrbahnen und Markierungen erneuert.

Neben sechs neuen Möglichkeiten, an denen Fußgänger mithilfe von Ampeln über die Straße können und drei neuen Querungsgelegenheiten ohne Lichtsignal, die für erhöhte Sicherheit sorgen sollen, sehen die Verantwortlichen unter anderem große Fortschritte in Hinblick auf Verkehrsfluss, Barrierefreiheit, Sichtbarkeit, Energieverbrauch und Lärmemission.

Mit der ein oder anderen Neuerung fremdeln die Verkehrsteilnehmer aber noch. So zum Beispiel mit dieser: Einige Ampeln – Fußgängerampeln ebenso wie die großen an der Rechtsabbiegespur vom Münztor in die Bahnhofstraße – weisen eine Dunkelschaltung auf. Sie sind also im Regelfall entweder rot oder aus. Das Signal erscheint nur, wenn ein Fußgänger es zuvor angefordert hat, zum Beispiel um die Bahnhofstraße zu queren oder bei Linksabbiegern aus der Blumenstraße. Danach ist Dunkelschaltung angesagt – und die Verkehrsschilder zu beachten. Ziel ist, den Verkehrsfluss auf der Straße zu verbessern.

In den intelligenten Ampeln, denen der ein oder andere entnervte Verkehrsteilnehmer nach anfänglichen Problemen an der Spinne und am Münztor schon die Cleverness absprechen wollte, sieht Lenker großes Potenzial. Erfahrungswerte ließen sich dank einfach vorzunehmender Programmierung unkompliziert umsetzen. Doch genau dafür brauche es eben Beobachtungen vor Ort und Rückmeldungen. Immerhin sei jede Gegebenheit unterschiedlich. „Die Anlagen sind für Schongau maßgeschneidert“, verleiht Martin Blockhaus seiner Überzeugung Ausdruck.

Erklärungsbedürftig, so der Tiefbau-Experte des Stadtbauamts, sei auch das Blindenleitsystem. Dieses werde in Broschüren detailliert erklärt, die bei der Stadt zu beziehen sind oder unter www. schongau.de oder www.stbawm.bayern.de zum Download bereit stehen.

Rund 1,2 Millionen Euro hat die gesamte Maßnahme gekostet, die sich Stadt und Land aufgeteilt haben.

kb/ras

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