Die Blechlawine lenken

+
Sehen Verbesserungspotenzial für den Verkehrsfluss in Schongau: Bürgermeister Falk Sluyterman (2. v. li.) im Gespräch mit Martin Dondl (ganz links), Michael Kordon (2. v. re.) und Andreas ­Lenker (rechts) vom Staatlichen Bauamt in Weilheim.

Schongau – „Durch Schongau fließt trotz Umgehungsstraße bemerkenswert viel Verkehr“, weiß Michael Kordon. Dass daraus Probleme erwachsen, ist dem Leiter des Staatlichen Bauamts Weilheim klar. Gemeinsam mit zwei Mitarbeitern und Bürgermeister Falk Sluyterman nahm er am Montag die sensibelsten Knotenpunkte in Augenschein. Heraus kam eine Agenda, die im Wesentlichen vier Punkte umfasst und schon bald Verbesserungen hervorbringen soll.

Auf neuen Ampeln ruhen die Hoffnungen, die zu ersten Linderungen führen sollen: „Ein großer Wurf wird das noch nicht“, findet Sluyterman. „Aber eine bessere Übersichtlichkeit wird hergestellt“, erhofft sich ­Martin Dondl, Gebietsinspektor des Staatlichen Bauamts. An der Spinne, wo die Marktoberdorfer in die Bahnhofstraße übergeht, sollen modernere Ampeln errichtet sowie Rot- und Grünpfeile für Linksabbieger geschaffen werden. Mit LED, möglichst barrierefreier Gestaltung und intelligenter Schaltung, die eine grüne Welle ermöglicht. Denn auch am Münztor und dem alten Butterwerk werden die Anlagen auf Vordermann gebracht, am Jugendheimweg ganz neu installiert.

Bei der Zufahrt zur Lechvorstadt mit der Nähe zu den Gleisen werden heuer die Spuren markiert. „Wir wollen die Maßnahmen noch 2017 ausschreiben und möglichst auch schon umsetzen“, hofft Kordon. Rund 600 000 Euro wird das kosten, Land und Stadt teilen sich die Summe auf.

Dauerbrenner UPM

In Schongau sei „alles gewachsen“ und deshalb „uralte Strukturen“ vorzufinden, sagt Kordon. Auch an der Einmündung zum UPM-Werk haben sich die vier Entscheidungsträger gemeinsam ein Bild verschafft. „Ein Kreisverkehr wäre hier womöglich eine Lösung, oder eine Änderung des Kurvenverlaufs“, so der Bauamt-Chef. Detailgespräche seien für Mai angesetzt. „Der Abriss des alten Haindl-Hauses käme uns am sinnvollsten vor.“ Auch die „ungeordnete Asphaltfläche“ am Bahnhof könne kein Dauerzustand bleiben.

Weiter stadtauswärts hat seine Behörde bereits erste Arbeiten erledigt, um bis 2018 die Erneuerung der Mühlkanalbrücke abzuschließen. Die Bäume wurden schon im Januar gefällt, im Sommer soll der alte Übergang abgerissen und ein Behelfsbau errichtet werden.

Ein weiterer neuralgischer Punkt mit Handlungsbedarf könnte die Abzweigung der Dießener von der Peitinger Straße sein. „Wir beobachten, wie gut die jetzige Lösung funktioniert“, so Kordon. Zu ermitteln sei die Häufigkeit und Schwere von Unfällen, die sich dort ereignen und, ob es während der Stoßzeiten zu Rückstau komme. Möglicherweise sei auch hier ein Kreisverkehr das Mittel der Wahl.

Klar sei: „Verbesserungen sind nötig, gehen aber nur gemeinsam.“

Rasso Schorer

Auch interessant

Meistgelesen

Punk, Metal und Heimatsound
Punk, Metal und Heimatsound
Positive Bilanz nach zwölf Tagen Historischer Markt
Positive Bilanz nach zwölf Tagen Historischer Markt
Borkenkäfer-Population rund um Schongau wächst rasend schnell
Borkenkäfer-Population rund um Schongau wächst rasend schnell
Chancenlos im Wasser
Chancenlos im Wasser

Kommentare