13. Schongauer Orgelnacht

Improvisationen und virtuose Viola

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Professor aus Salzburg zu Gast in Schongau: Dr. Ulrich Theißen. Dahinter Kirchenmusiker Andreas Wiesmann, Organisator der Orgelnacht.

Schongau – Eine freie Improvisation auf der Orgel, ein virtuoses Spiel auf der Viola mit ihrem warmem Klang, Werke böhmisch-tschechischer Komponisten, heller Flötenklang und zum Abschluss der Auftritt des Gastgebers: Diese Ausrichtung hatte heuer die Orgelnacht in Schongau, die der Schongauer Kirchenmusiker Andreas Wiesmann inzwischen zum 13. Mal organisierte und die aus fünf einzelnen Konzerten bestand.

Martin Geßner aus Weißenhorn eröffnete den Abend. Er erfreute u. a. mit einer Improvisation über das Thema „The Godfather“ aus dem Kinofilm „Der Pate“. Geßner deckte die ganze Bandbreite von lieblich-zarten Klängen bis zu kraftvollen und aufwühlerischen Momenten ab. Er kennt das große Instrument in Schongau wie seine Westentasche; schließlich war er Intonateur der 2012 fertiggestellten Orgel aus der Werkstatt Sandtner (Dillingen).

Seinen Platz hat er sonst als Profimusiker am Bratschenpult in einem großen westdeutschen Orchester: Stefan Weinand. Diesmal füllte der Musiker aus Bergisch Gladbach mit seiner Bratsche aus Cremona den Kirchenraum von Mariä Himmelfahrt mit gar warmem, fülligem Klang aus. Wie beim Agnus Dei aus der h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach in einer Bearbeitung für Viola und Orgel, wobei Wiesmann an der Chor­orgel begleitete, die seit 2017 in Schongau vorne neben dem Hochaltar steht. Oder bei zwei Stücken von Max Bruch – dann aber oben auf der zweiten Empore.

Professor Magister Dr. Ulrich Theißen, der in Salzburg lehrt und den Wiesmann von seinem Studium in der Mozartstadt kennt, interpretierte Orgelwerke des böhmisch-tschechischen Barock und der Romantik. Darunter waren das Präludium von Josef Seger oder die Fantasie C-Dur von Josef Bohuslav Förster.

Die junge, aus Osterzell stammende Flötistin Katharina Ehlich gestaltete auf der Flöte das vierte Konzert dieses Abends. Sie spielte – begleitet von Wiesmann – ein Rondo aus einem Konzert von Mozart, den Abendsegen aus Engelbert Humperdincks Oper „Hänsel und Gretel“ und das Flötenkonzert von Carl Reinecke. Im fünften Block bestritt Wiesmann mit Werken von Walther, Bach und Liszt das wuchtige Finale der vierstündigen Orgelnacht, bei der ein Kommen und Gehen herrschte und sich zeitweise bis zu 140 Zuhörer einfanden.

Nach der Orgelnacht in Schongau – allemal ein Highlight – dürfen sich Freunde dieser Musik schon auf die vier sommerlichen Orgelmatineen in der romanischen Basilika zu Altenstadt freuen, die heuer am Sonntag, 22. Juli, von der aus Südkorea stammenden Künstlerin Sul Bi Yi eröffnet werden; sie ist Kirchenmusikerin in Andechs. 

Johannes Jais

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