Handlungsbedarf Sommerferien

Umfrage zur Kinderbetreuung im Landkreis Weilheim-Schongau ausgewertet

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Vor allem in den Sommerferien wünschen sich Eltern mehr Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder.

Landkreis – Zum ersten Mal hat der Landkreis eine Bedarfsplanung in Sachen Kinderbetreuung für alle 34 Gemeinden erstellt. Vor rund einem Jahr wurden die 10.325 Fragebögen an alle Eltern von 0- bis 14-jährigen Kindern verschickt. Nun liegen die Ergebnisse vor.

Besonders erfreut zeigten sich Claudia Sam-Doess von der Jugendhilfeplanung und Leiter des Amtes für Jugend und Familie Jürgen Wachtler über die „enorme Resonanz“ der Elternbefragung. Hoffte man vergangenes Jahr noch auf 20 bis 30 Prozent Rücklauf, so erreichten die Verantwortlichen im Landratsamt über 60 Prozent der Fragebögen ausgefüllt zurück. Damit stand dem analysierenden Institut SAGS eine große Datengrundlage zur Auswertung zur Verfügung. Neben der Elternbefragung spielte auch eine Bevölkerungsprognose sowie eine Befragung der Einrichtungen eine Rolle für die Bedarfsermittlung.

Während man durch die Bevölkerungsentwicklung und die Einrichtungsbefragung eher quantitative Ergebnisse erhalte, zielt die Elternbefragung eher auf die Qualität und vor allem die Wünsche der Eltern ab, erklärt Sam-Doess. Die Ergebnisse wurden dem Jugendhilfeausschuss und den Gemeinden vorgestellt. Jede der 34 Landkreis-Kommunen erhielt die Ergebnisse dabei auf ihren Ort zugeschnitten.

Bevölkerungsprognose

Ein Blick auf die Bevölkerungsprognose zeigt beispielsweise: Ein Zuwachs geschieht hier meist durch Zuzüge. Besonders können hier die Orte Ingenried und Habach genannt werden, die zwischen 2000 und 2017 die meisten Einwohner dazu gewannen. Das sei im Falle Ingenrieds mit der Ausweisung von Bauland zu begründen, erklärte Wachtler, im Falle von Habach wohl mit der Nähe zu Penzberg und damit zu Firmen wie beispielsweise Roche sowie der Autobahn. Am wenigsten Zuwachs oder gar Verluste hatten in diesem Zeitraum Schongau, Peiting, Hohenpeißenberg sowie Prem und Oberhausen zu verzeichnen.

Auffallend ist hier, dass besonders junge Menschen häufig in den Landkreis ziehen. Am höchsten ist der Zuzug in der Altersgruppe zwischen 18 und 29 Jahren, was Sam-Doess und Wachtler auf die Ausbildungsbetriebe im Landkreis zurückführen.

Einrichtungsbefragung

Insgesamt gibt es 97 Kinderbetreuungseinrichtungen in Weilheim-Schongau. Die Befragung dieser hat gezeigt, dass die meisten Kinder im Alter ab drei Jahren und bis sechs Jahre in entsprechenden Einrichtungen betreut werden. Der Kindergarten hat sich also voll etabliert. Bei den Vier- bis Fünfjährigen besuchen dieses Jahr 95,1 Prozent eine Einrichtung, bei den Fünf- bis Sechsjährigen sind es 96,6 Prozent. Vergleichsweise gering ist dagegen die Anzahl der Kinder, die eine Krippe besuchen. Bei den Ein- bis Zweijährigen handelt es sich 2019 um 21,8 Prozent, bei den Zwei- bis Dreijährigen sind es 42,8 Prozent.

Elternbefragung

Wesentlicher Teil der Bedarfsplanung war die Elternbefragung, durch die diese besonders ihre Wünschen zum Ausdruck bringen konnten. Die Zufriedenheit mit den Betreuungsangeboten ist offenbar groß. 76 Prozent der Eltern von unter dreijährigen Kindern gaben an, dass sie das Angebot als ausreichend empfinden, 90 Prozent sind auch mit den Öffnungszeiten zufrieden. Bei den Eltern von Kindergartenkindern gaben sogar 88 Prozent an, dass der Betreuungsumfang ihren Bedürfnissen entspreche.

Einzig in den Ferien kommen einige Eltern in Not. 64 Prozent der Kindergarten-Eltern gaben an, in diesen Zeiten Betreuung zu benötigen, 81 Prozent davon besonders in den Sommerferien. „Hier muss was passieren“, fasste Wachtler zusammen. 

asn

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