"Es bewegt sich was"

Kein Thema ist aktueller, kein Thema berührt mehr Menschen tagtäglich als der Klimawandel. Doch anders, als viele glauben, ist der Klimawandel weder nur für die große Politik noch nur für Staaten. Ganz lokal, in den Gemeinden, Vereinen und persönlich, kann sich jeder engagieren. Was zu tun ist, wo im Landkreis Weilheim-Schongau angepackt wird, aber auch wo es noch fehlt, das erfuhren die Teilnehmer des Wieser Zukunftsforums. Unter dem Motto: „Es bewegt sich was – Perspektiven für die Energiewende“ diskutierten die Fachleute in der Landvolkshochschule Wies.

Fünf hochkarätige Referenten hatte der Leiter der Landvolkshochschule Wies, Rainer Remmele, für das Zukunftsforum gewinnen können. Neben dem Landrat Dr. Friedrich Zeller, der über die Aufgaben des Klimaschutzes im Landkreis sprach, auch den stellvertretenden Vorsitzenden des Klimabeirats des Landkreises, Dr. Emeis, sowie Dr. Zittel von der Ludwig Bölkow GmbH, den Studiendirektor Alfred Gößmann und den Geschäftsführer der Aktionsgruppe Auerbergland, Reinhard Walk. Der sich im Ruhestand befindliche Studiendirektor Gößmann gab einen Überblick über die fast 170 Moore im Pfaffenwinkel, die rund 7000 Hektar Fläche umfassen, in ihrer Größe allerdings von einst 17 Prozent vor fast 100 Jahren auf mittlerweile sieben Prozent der Fläche des Landkreises geschrumpft sind. Eines der größten Probleme der Renaturierung der Gebiete seien die Zersplitterung und die Eigentumsverhältnisse. So auch im Schwarzlaichmoor, das mehr als 100 Besitzer habe. Wie wichtig die Renaturierung wäre, demonstrierte Gößmann anhand drastischer Zahlen. So haben die im Laufe von 10000 Jahren gebildeten Hochmoore sehr viel Biomasse und damit Kohlendioxid gespeichert. Wird Torf abgebaut, kann der Luftsauerstoff die CO2-Lager angreifen, der Torf gast aus. „Hochgerechnet auf die Moore im Landkreis“, so Gößmann, „kommt man dabei auf etwa 250000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr, die aus dem Moor entweichen.“ Zum Vergleich: alle im Landkreis gemeldeten Kraftfahrzeuge produzieren pro Jahr nur rund 180000 Tonnen CO2. Dabei zeigte Gößmann, wie eine erfolgreiche Renaturierung verlaufen kann und dass die bayerische Staatsregierung ein Programm aufgelegt hat, dass diese Renaturierung fördert, vorausgesetzt es findet sich ein geeigneter Träger. Wie dieser zu finden ist und wie man Fördergelder erhalten kann, das zeigte Reinhard Walk, Geschäftsführer der Lokalen Aktionsgruppe Auerbergland. Der Zusammenschluss von 13 Gemeinden aus dem Landkreis Weilheim-Schongau und dem Ostallgäu finanziert seit vielen Jahren Projekte mit Unterstützung der Europäischen Union und ist immer wieder auch Anlaufpunkt für Gruppen aus Ost- und Südeuropa, die das erfolgreiche Vorbild anschauen wollen. In der Diskussion erkannten die Teilnehmer die Vorteile des Regionalmanagers, diskutierten, welche Projekte oder Maßnahmen angegangen werden müssten und ob man vielleicht als Halbzeitbilanz im laufenden Jahr nochmals ein Forum abhalten sollte, ehe es Anfang 2010 das nächste Zukunftsforum geben wird. Ziele und Arbeitsschwerpunkte des Klimabeirats stehen im Internet auf www.energiewende-pfaffenwinkel.de. Unter „Aktuelles“ ist auch der Vortrag zum Ansehen und Herunterladen.

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