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Bewerbung ist raus: Schongau soll Standort für Zentralklinik werden

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Von: Astrid Neumann

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Krankenhaus Schongau Grundstücke Zentralklinikum
Die möglichen Erweiterungsflächen schließen sich nordwestlich an das bestehende Krankenhaus (rot) an. Die gelbe Fläche befindet sich „in öffentlicher Hand“, die blaue Fläche befindet sich in Privatbesitz. © Stadt

Schongau – Die Stadt Schongau hat ihre Bewerbung als Standort für ein mögliches Zentralkrankenhaus eingereicht. Der Kreistag soll im September entscheiden. Details der Bewerbung erläuterte Stadtbaumeister Sebastian Dietrich kürzlich dem Stadtrat. Die Bewerbung ist mittlerweile auch online einsehbar. 

Der Landkreis hat ein Auswahlverfahren zur Standortfindung unter den sich bewerbenden Gemeinden eingeleitet. Die Abgabe der Unterlagen erfolgte bereits Anfang Juli. Mit der Verfahrensbetreuung ist der Krankenhausverbund Clinotel beauftragt worden. Dieser übernimmt die Auswertung bis zum 26. August, danach entscheidet der Kreistag in seiner Sitzung am 23. September. „Eine großartige Bewerbung“ findet Bürgermeister Falk Sluyterman. „Da muss man erstmal beweisen, dass Schongau nicht geeignet ist.“

Die einzelnen Kriterien der Bewerbung erläuterte Stadtbaumeister Sebastian Dietrich dem Stadtrat. Unter den acht Hauptkriterien spielt das Grundstück eine nicht unerhebliche Rolle. Es grenzt direkt an das bestehende Krankenhaus an. „Der Zuschnitt ist gut geeignet für ein Zentralklinikum“, so Dietrich. Die Bebaubarkeit sei ebenfalls gegeben. Zudem spreche auch der vorhandene Hubschrauberlandeplatz für den Standort, so der Stadtbaumeister weiter. Das Grundstück sei zu 75 Prozent in öffentlicher Hand, die Restfläche ist in Privateigentum. Im Vorfeld haben bereits Gespräche mit den privaten Grundstückseigentümern stattgefunden, bei welchen deutliche Bereitschaft zur Veräußerung der Flächen mit dem Ziel der Errichtung eines Zentralklinikums signalisiert wurde.

Zentralklinikum in Schongau? „Etablierter Standort“

Schongau sei zudem ein etablierter Krankenhausstandort, wodurch mit großer Akzeptanz zu rechnen sei. Auch die gute Anbindung an den Verkehr spreche für sich. Das Planungsgebiet liege verkehrsgünstig zwischen der Bundesstraße B 17 im Westen, die in Nord-Süd-Richtung Augsburg mit Füssen verbindet, und der kommunalen Augsburger Straße, die im Norden in die B 17 einmündet und im Süden in die Staatsstraße St2014 führt. Diese verbinde das Stadtzentrum, den Schongauer Bahnhof und den Markt Peiting als Teil des gemeinsamen Mittelzentrums. Die gute überregionale Anbindung wird über die Bundesstraße B 472 erweitert, die in West-Ost-Richtung Marktoberdorf mit der Bundesautobahn A8 verbindet und den gesamten Landkreis Weilheim-Schongau durchquert, heißt es in der Bewerbung.

„Schongau ist ein sehr guter Standort. Man kommt an Schongau eigentlich nicht vorbei“, unterstrich Sluyterman noch einmal seine Meinung zur Bewerbung. Ähnlich sah das auch Stadtrat Martin Schwarz (SPD), der allerdings wissen wollte, ob die Bewerbung auch tatsächlich neutral bewertet werde. „Oder muss man davon ausgehen, dass da schon indoktriniert wurde?“ Schließlich sei die Krankenhaus GmbH ebenfalls Mitglied des Krankenhausverbundes. Er gehe von einem fairen und transparenten Verfahren aus, so der Rathauschef.

Ilona Böse (SPD) lobte sowohl die Bewerbung als auch das Engagement des Aktionsbündnisses Pro Krankenhaus Schongau. „Wir haben alles Mögliche getan und haben uns zumindest nicht kampflos ergeben“, befand Böse in der Stadtratssitzung.

Auf Nachfrage von Alexander Majaru (SPD), was bei Gleichstand zweier Standorte im Bewerbungsverfahren passiere, erläuterte Sluyterman, dass der Kreistag die Entscheidungsgewalt habe. Er könne einer Empfehlung von Clinotel auch widersprechen, verdeutlichte er.

Der Freistaat müsse da ein gewichtiges Wort mitreden, forderte Bettina Buresch (Grüne). Der Kreis könne die enormen Kosten für ein mögliches Zentralkrankenhaus schließlich nicht alleine stemmen, „weder jetzt noch in Zukunft“, so Buresch. Er werde immer von einer Förderung abhängig sein.

Bewerbung um Zuschlag fürs Zentralklinikum online

Seit Ende Juli ist die Bewerbung auch auf der Homepage der Stadt einsehbar.

Das Aktionsbündnis Pro Krankenhaus Schongau hat derweil das Bürgerbegehren für den Erhalt der beiden Krankenhäuser Schongau und Weilheim und gegen den Bau eines neuen Zentralklinikums im Landkreis gestartet. 

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