Bedenken wegen Förderung und Lärmschutz

Verzögert sich der Bau des Bikeparks?

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So könnte der Bikepark einmal aussehen - gesetzt den Fall, die bestehende Planung wird auch umgesetzt.

Schongau – Wenn alles gut gehe, könnten im Frühjahr bereits die Bagger rollen, hatte Bauamtsmitarbeiter Martin Blockhaus Ende Oktober angekündigt, als im Bauausschuss die erste Planung für den Bikepark an der Schärflshalde vorgestellt worden war. Jetzt sieht es so aus, als könnte sich das Projekt um bis zu zwei Jahre verzögern.

Viel ist bereits passiert, seit der Bauausschuss Ende Oktober mit großer Mehrheit grünes Licht gab, die Planung für den Bikepark an der Schärflshalde oberhalb des Eisstadions weiter voranzutreiben. Wie Blockhaus am Dienstag in der Sitzung des Gremiums berichtete, habe es eine Gesprächsrunde mit Vertretern der Schulen, Vereine und örtlichem Radgeschäft, Jugendreferenten und Fraktionsvorsitzenden gegeben, bei der das Konzept vorgestellt worden sei. „Die Resonanz war sehr positiv“, erklärte Blockhaus.

Gleich mehrere Personen hätten sich zudem spontan bereit erklärt, sich als „Bikeparkpaten“ um den Unterhalt der Anlage zu kümmern. Der Beitrag der Stadt bliebe so auf ein bis zwei größere Einsätze pro Jahr beschränkt. Mitte Dezember habe der Planer den Jugendlichen die Planung noch einmal vor Ort erläutert, erklärte der Bauamtsmitarbeiter weiter. Am gleichen Tag sei der Architektenvertrag mit Joscha Forstreuter geschlossen worden. 

Am im Oktober vorgestellten Konzept hat sich nichts geändert. Auf dem 17000 Quadratmeter großen Areal oberhalb von Eisstadion und Plantsch sollen fünf verschiedene Mountainbike- und BMX-Strecken entstehen, die sich mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden auch an Anfänger richten. Auf extreme Hindernisse aus Stahl und Holz wird deshalb verzichtet. Die Funcross-, Pump-, Kids-Pump-, Dirtjump- und Cross-Country-Tracks werden aus Lehmboden modelliert. Hinzu kommt ein Wege-netz sowie ein Sitzbereich. Die Kosten bezifferte Blockhaus auf rund 144000 Euro. 

Ob es mit einer Realisierung in diesem Frühjahr etwas wird, darf jedoch bezweifelt werden. Gleich mehrere Stadträte und auch Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl selbst traten am Dienstag auf die Bremse – aus verschiedenen Gründen. Das Stadtoberhaupt betonte, erst prüfen zu wollen, ob es für das Projekt eine Leader-Förderung gebe. Der Haken: Das aktuelle Förderprogramm ist abgeschlossen, ein neues erst in der Planung. Im Landratsamt habe man ihm deswegen über die Förderrichtlinien noch keine Auskunft geben können. Von vornherein auf eine mögliche Förderung zu verzichten, lehnte Gerbl ab. „Das will ich mir nicht vorwerfen lassen.“ Ein positiver Bescheid sei aber wohl nicht vor 2015 zu erwarten. „Vielleicht können wir aber vorzeitig mit dem Bau beginnen.“ 

Für Michael Eberle (CSU) und Stephan Hild (UWV) stellte sich ein ganz anderes Problem. Sie fürchteten um die Lärmentwicklung. Die Pläne für Bolz- und Skaterplatz seien just daran gescheitert, erinnerte Hild. „Das sollten wir rechtlich auf sichere Füße stellen.“ Eberle forderte in diesem Zug, die Anwohner ins Boot zu holen. 

Ilona Böse (SPD) zeigte sich irritiert über die nun vorgebrachten Einwände. Schon im Oktober sei klar gewesen, dass es keine Leaderförderung mehr gebe, erinnerte die Jugendreferentin. Und was den Lärm angehe, sei im Rahmen der Standortsuche schon ein Schallschutzgutachten in Auftrag gegeben worden. „Da hat es geheißen, dass ein Bikepark kein Problem darstellt. Für mich entsteht hier der Eindruck, dass jetzt zurückgerudert wird, obwohl wir das ganze schon beschlossen haben.“ 

Tatsächlich äußerte Eberle auf einmal Bedenken, ob man wirklich die 150000 Euro für ein einziges Projekt investieren solle. Etwas seltsam mutete jedoch seine Behauptung an, er wisse gleich mehrere Stellen, an denen sich für 10000 Euro ein Bolzplatz verwirklichen ließe. Genau bei dieser Suche war die Stadt im vergangenen Jahr gescheitert. 

Letztlich segnete das Gremium gegen die Stimme von Paul Huber (CSU) die Entwurfsplanung ab. Als nächstes soll nun eine Leader-Förderung geprüft und eine neue Schallschutzuntersuchung in Auftrag gegeben werden.

Christoph Peters

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