Gestiegene Kosten 

Bikepark: Ohne Förderung wird’s eng

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Bis die Schärflshalde so aussieht, werden noch ein paar Monate ins Land gehen – vorausgesetzt, das Projekt wird überhaupt umgesetzt.

Schongau – Fast zwei Jahre sind vergangen, seit die Stadt Schongau beschlossen hat, einen Bikepark an der Schärflshalde zu errichten. Jetzt hat das Projekt im Bauausschuss die letzte planungsrechtliche Hürde ge-nommen. Gebaut allerdings wird erst im kommenden Frühjahr – wenn überhaupt. Denn der Bikepark kostet deutlich mehr als erwartet.

Zweimal hat die Stadt die nötige Änderung des Flächennutzungsplans sowie den geplanten Bebauungsplan für den Bikepark an der Schärflshalde öffentlich ausgelegt. Zweimal hatten Träger öffentlicher Belange und Bürger also die Möglichkeit, ihre baurechtlichen Einwände gegen das Projekt kundzutun. Der Rücklauf jedoch hielt sich in Grenzen, was Stadtbaumeister Ulrich Knecht zufrieden zur Kenntnis nahm. „Das zeigt, dass wir gute Vorarbeit geleistet haben.“ 

Einstimmig segnete das Gremium dann auch die Planung ab. Diese geht nun zur Prüfung ans Landratsamt, was voraussichtlich zwischen vier bis acht Wochen dauern wird. Erteilt die Behörde den Plänen erwartungsgemäß ihr Plazet, steht rein rechtlich dem Bau der Einrichtung nichts mehr im Wege. 

Scheitern könnte das Projekt allerdings noch an den Kosten. Die sind nämlich seit Beginn der Planung deutlich gestiegen. Wie Bauamtmitarbeiter Martin Blockhaus ausführte, liegen die reinen Baukosten bei rund 150000 Euro, also jener Summe, die die Stadt ursprünglich für den Bikepark vorgesehen hatte. Hinzu kommen jedoch satte 42000 Euro an Nebenkosten, die dem umfangreichen Bauleitverfahren samt den in Auftrag gegebenen Gutachten sowie höheren Kosten bei den geplanten Pflanzungen geschuldet sind. 

Damit dürften sich jene Kritiker des Bikeparks bestätigt sehen, die schon bei der Informationsveranstaltung vor einem Jahr gewarnt hatten, dass das Budget nicht ausreichen würde. Bei der Stadt setzt man jetzt alles auf den 9. Juli. Dann wird Stadtbaumeister Ulrich Knecht Leader-Managerin Elisabeth Gutmann und dem Lenkungsausschuss das Projekt vorstellen. 

Das Ziel ist die Aufnahme in das Förderprogramm, das gerade neu aufgelegt wird. Klappt das, könnte die Stadt damit rechnen, gut 40 Prozent der Kosten erstattet zu bekommen. Der Eigenanteil würde so auf rund 115000 Euro schrumpfen. Knecht gab sich optimistisch: „Ich bin überzeugt, dass wir den lenkungsausschuss für unsere Sache begeistern können.“ 

Falls nicht, dürfte der Bikepark noch einmal für kontroverse Diskussionen sorgen. So hatte nicht nur Kornelia Funke (CSU) „Bauchweh“ mit der Vorstellung, die gesetzte Kostengrenze zu überschreiten. Ihr Parteikollege Helmut Hunger schlug vor, in diesem Fall das Projekt in Etappen umzusetzen, wovor Ilona Böse allerdings warnte. „Dann wird’s noch teurer.“ 

Außerdem laufe man dann Gefahr, dass das reduzierte Angebot nicht angenommen werde. Doch auch die SPD-Fraktionsvorsitzende, die das Projekt von Anfang an vorangetrieben hatte, hatte an den „explodierten Kosten“ zu knabbern. 

Selbst wenn es mit der Leader-Förderung wie erhofft klappen sollte, werden an der Schärflshalde heuer keine Bagger mehr anrücken, da mit einem Bescheid wohl erst Ende August zu rechen ist. Ein Baubeginn wäre dann frühstens Anfang Oktober möglich. 

„Dann können wir Schneeräumen bei der Einweihung“, sagte Hunger, der vorschlug, lieber über den Winter auszuschreiben und im nächsten Frühjahr zu bauen. „Dann bekommen wir auch bessere Preise bei den Baufirmen.“ Ein Vorschlag, der breite Zustimmung fand.

Christoph Peters

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