Bilanz Schongauer Sommer

"Es wird kein Festspiel geben"

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Einsam stand am Montagnachmittag die hölzerne Papierpresse am Marienplatz als letzte Zeugin des „Schongauer Sommers“. Die restlichen Stände waren bereits abgebaut, die Kehrmaschinen der Stadt reinigten den Marienplatz von den Spuren der zehntägigen Veranstaltung.

Schongau – Am Montag ging das große Aufräumen los. Nach zehn Tagen im Zeichen des Schongauer Sommers verschwanden nach und nach die Stände des historischen Marktes am Marienplatz. Natürlich packte auch Manfred Wodarczyk mit an. Im Gespräch mit dem KREISBOTEN blickt der Organisator auf die Veranstaltung zurück.

Herr Wodarczyk, zehn Tage Schongauer Sommer liegen hinter Ihnen. Sind Sie froh darüber oder eher traurig?

Wodarczyk: „Was die Arbeit angeht, bin ich froh, da war schon viel zu tun. Aber für Schongau tut es mir leid, denn jetzt verfällt die Stadt wieder in ihren Dämmerschlaf bis zur nächsten großen Veranstaltung.“ 

In diesem Jahr hielt das Fest, was es versprach: Es war anders als in vergangenen Jahren richtig sommerlich. Mit dem Wetter dürften Sie daher zufrieden gewesen sein, oder? 

Wodarczyk: „Das stimmt, der Sommer hat seinem Namen alle Ehre gemacht. Tagsüber war es eher zuviel des Guten. Ohne ein Lüftchen in der Altstadt war es kaum erträglich. Viele Leute kamen daher erst abends, dann aber geballt.“ 

Mit dem „Medicus vom Orient“ wurde erstmals im Rahmen des Schongauer Sommers eine Komödie am Bürgermeister-Schaegger-Platz aufgeführt. Hat sich das Wagnis gelohnt? 

Wodarczyk: „Man muss leider sagen, dass sich unsere Erwartungen nicht erfüllt haben. Die Auslastung lag bei nur 40 Prozent. Da bin ich schon enttäuscht von den Schongauern. Leid tut es mir für die Beteiligten, die viel Zeit investiert haben. Für die Stadt zählt scheinbar nur die Hexe, aber die kann man nun einmal nicht jedes Jahr spielen.“

Kritik gab es an den hohen Eintrittspreisen. 

Wodarczyk: „Dazu muss ich sagen, dass ein Freilichttheater einfach hohe Kosten hat. Dazu zählen neben Technik und Kostümen auch Lizenzkosten für das Stück. Hinzu kommt die Vorverkaufsgebühr, die wir einrechnen müssen.“ 

Was ist die Konsequenz für das nächste Jahr? 

Wodarczyk: „Ein Festspiel wird es definitiv nicht geben. Was wir machen, werden wir im Vorstand besprechen.“

Besser sah es am Historischen Markt aus. 

Wodarczyk: „Das stimmt. Der ist mittlerweile zum Selbstläufer geworden und ein Zugpferd weit übers Oberland hinaus. Seinen Teil dazu bei trägt das Rahmenprogramm und die viele Handwerkskunst, die es zu sehen gibt. Wir hatten diesmal über 30000 Besucher. 

Ärger gab es mit einer Premiere. Das Gesundheitsamt untersagte das Baden im Badezuber wegen eines fehlenden Chlorwerts. 

Wodarczyk: „Dazu möchte ich eigentlich nichts sagen. Nur so viel: Seit Januar gibt es eine neue Trinkwasserverordnung, die strengere Regeln beinhaltet. Die ist von der Stadt nicht an mich als Veranstalter weitergeleitet worden. Sonst hätte man das abklären können.“ 

Wie sieht es finanziell aus? 

Wodarczyk: „Die endgültigen Zahlen liegen noch nicht vor, die werden wir erst Ende Oktober haben, wenn die letzten Rechnungen bezahlt sind. Aber es schaut ganz gut aus.“ 

Was war Ihr persönliches Highlight in diesem Jahr? 

Wodarczyk: „Für mich ist ganz klar die gesamte Veranstaltung ein Highlight. Der Markt und das Festspiel bilden da eine wichtige Einheit. Ich bin immer noch davon überzeugt, dass beide ein wichtiger Faktor für Schongau sind. Es wäre schön, wenn das gewisse Leute an gewissen Positionen genauso sehen würden.“

Interview: Christoph Peters

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