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Blinden-Stadtmodell in Schongau aufgestellt 

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Von: Rasso Schorer

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Modell Bronze Schongau Brörken
Draufsicht auf Schongau in 1:375: Künstler Felix Brörken und Bürgermeister Falk Sluyterman. © Schorer

Schongau – Schon als Künstler Felix Brörken sein Auto am Donnerstag an der Stadtpfarrkirche parkte, hatten einige entdeckt, was da im Kofferraum unter einer Abdeckung herauslugte: Seit das Blinden-Bronzestadtmodell angekommen ist, ist es Blickfang und Treffpunkt – so wie es sein soll, schließlich stammen einige Mittel für seine Anschaffung aus dem Sonderfonds „Innenstädte beleben“.

Rund 200 solcher Modelle haben er und sein Vater Egbert schon entstehen lassen, er selbst um die 40, schilderte Felix Brörken. Europaweit. „Wenn bayerische Städtchen wie Schongau mit ihren schönen Stadtkernen anfragen, freue ich mich aber immer“, so der Künstler aus Soest. Eine markante Altstadt, der Stadtmauerumlauf und die im Modell auch angedeutete Höhenlage stellten bei der Arbeit für Schongau den Reiz dar.

Rund zehn Monate dauert die Entstehung solch eines Modells, der stets mit Recherche beginnt: Fotos sichten und von jedem Haus sowie Straßenzug selbst anfertigen, Karten, Kataster und Pläne durchgehen. Die Hauptarbeit, erklärte Brörken, wendet er fürs Schnitzen des Modells aus Styrodur, einem Kunststoff, auf.

Das Ballenhaus, das Münzgebäude, die Stadtpfarrkirche? Welches Gebäude die Betrachter des Modells von hier und von weiter weg am meisten interessiert, wird sich schon bald zeigen. Denn wie es für Bronzestücke bekannt ist: An jenen Stellen, die am häufigsten berührt werden, verschwindet mit der Zeit die Patina, sie schimmern dann goldfarben.

Er werde vor Dienstantritt fortan fleißig vorbeikommen, um am Erker des Modell-Rathauses zu reiben, kündigte Falk Sluyterman scherzhaft an. Der Bürgermeister ist sich sicher: „Das Bronze-Blindenstadtmodell ist ein weiterer Magnet für unsere Altstadt.“

Übrigens: Nicht golden, sondern grün werden jene Stellen, die desinfiziert werden. „Das kam in den letzten zwei Jahren immer mehr auf“, schilderte Brörken. Also: lieber die Hände saubermachen als das Modell.

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