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Blindfenster in Schongauer Passage verträglicher gestalten

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Von: Astrid Neumann

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Passage Schongau Physio Fenster
Die Werbung an der Tür links darf bleiben, für das Blindfenster rechts soll eine gemeinsame Lösung erarbeitet werden. © Schorer

Schongau – Bei den Werbeanlagen für eine Physiotherapiepraxis am Marienplatz war man sich im Bauausschuss nicht ganz einig. Angestrebt wird nun, eine gemeinsame Lösung mit dem Antragsteller zu finden.

Momentan ist an dem Gebäude am Marienplatz ein Ausleger angebracht. Dieser entspricht nicht der Werbesatzung. Hier habe man sich aber bereits mit dem Antragsteller geeinigt, so Stadtbaumeister Sebastian Dietrich in der Sitzung am Dienstag. Der Ausleger soll altstadtgerecht ausgeführt werden.

In der Passage, wo sich der Eingang zu der Praxis befindet, gibt es derzeit mehrere Klebewerbungen. Die zusätzliche Werbung auf den Fenster-, Aufzug- und Türflächen ist jedoch gemäß der Werbesatzung grundsätzlich nicht zulässig. Bei einem Ortstermin habe man die verschiedenen Werbeanlagen mit dem Ergebnis bewertet, dass der Ausleger sowie die Werbung auf der Aufzugs- sowie der Eingangstür aufgrund der Lage noch vertretbar wären, da der Eingang in der Passage recht versteckt liegt und für Kundschaft erkennbar sein soll, so Dietrich. „Die zusätzliche Werbung auf der Fensterscheibe sehen wir allerdings als zu viel an“, machte er deutlich.

Der Antragsteller begründet die Werbung unter anderem mit dem Blindfenster – hinter der Scheibe befindet sich wohl direkt eine Wand. Da es sich mittlerweile um eine gestaltete Kunstpassage handele, könnte man diese Scheibe eventuell ebenfalls künstlerisch gestalten lassen oder dezent halten, um nicht von der angrenzenden Kunst abzulenken, so der Stadtbaumeister dazu. „Von einer Werbung auf dieser großen Fläche würden wir abraten.“

Zudem sei beim Ortstermin abgestimmt worden, die geklebte kleine Werbung zum Marienplatz hin, im Erdgeschossfenster zu entfernen. Des Weiteren sollten die Schilder am Tor der Passage entfernt werden. Als Ersatz sei ein städtisches Sammelschild mit allen Hinweisen in Aussicht gestellt worden, so Dietrich.

Insgesamt habe das Haus sehr gewonnen, befand Bettina Buresch (Grüne) dazu. Früher, als dort noch ein Drogeriemarkt beheimatet gewesen war, sei das Gebäude doch sehr unansehnlich gewesen. Zur Werbung meinte Buresch, es wäre gut, sich da noch etwas Zeit zu geben. „Da sollten wir uns in Zusammenarbeit mit dem Therapie-Zentrum was überlegen“, war ihre Ansicht.

Kornelia Funke (CSU) regte an, einen angenehmeren Übergang zwischen der Werbung und der künstlerischen Gestaltung zu schaffen. Ilona Böse (SPD) machte dazu den Vorschlag, das Fenster ganz in blau zu halten und nur das kleine Logo der Praxis dort einzufügen. „Das wäre ansprechender“, befand sie. Mit der Beklebung könnte sie aber leben. Dem pflichtete Thomas Schleich (UWV) bei.

Zweite Bürgermeisterin Daniela Puzzovio, die auch an dem Kunstprojekt in der Passage beteiligt war, wusste, dass dort auch noch ein Container Platz finden soll. Dieser könnte ebenfalls eine Gestaltung erfahren. „Bis dahin sollten wir das so dulden“, meinte sie, und im Anschluss gemeinsam eine Lösung finden.

Allerdings müsse eine Entscheidung getroffen werden, da der Antrag nun einmal vorliege, so Dietrich. Einen altstadtgerechten Ausleger sowie die Werbung an der Tür genehmigte der Bauausschuss daraufhin einstimmig. Für die Beklebung am Fenster verwehrte das Gremium das gemeindliche Einvernehmen. „Wir werden da jetzt aber nicht den Rückbau anordnen, sondern eine gemeinsame Lösung erarbeiten“, versprach der Stadtbaumeister.

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