Ein bis zwei Wochen Bauzeit

Ammertalstraße erneut gesperrt

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Die Risse in der Fahrbahn sind deutlich zu sehen. Eine Rigole soll künftig Abhilfe schaffen

Peiting – Vertrautes Bild an der Ammertalstraße zwischen Peiting und Peißenberg: Seit Ende vergangener Woche ist der bei Radlern und Spaziergängern beliebte Forstweg, an dem erst im Juni ein 120 Meter langes Teilstück umverlegt werden musste, wieder gesperrt. Doch es besteht Hoffnung. Im Vergleich zum letzten Mal, als die Ammer den Hang durch ihre stetige Strömung unterspült hatte, lässt sich das neuerliche Problem wohl deutlich schneller beheben.

Hans Peter Schöler, Revierleiter der für den Weg zuständigen Bayerischen Staatsforsten (BaySF) in Oberammergau hatte Risse in der Fahrbahn entdeckt und die Straße Ende vergangener Woche für den Verkehr sperren lassen. Nahe der betroffenen Stelle, die rund zwei Kilometer westlich des Ammerstüberls liegt, waren erst im Mai und Juni Arbeiten durchgeführt worden.

Damals hatte der Fluss den Hang in einer Rechtskurve destabilisiert, 120 Meter der Ammertalstraße wurden daraufhin um 20 Meter nach Norden verlegt. Dass das dringend notwendig war, belegt die Tatsache, dass der Boden dort, wo vormals Radler und Fußgänger unterwegs waren, in der Zwischenzeit um einen Meter nachgegeben hat.

Das nun in Bewegung geratene rund 30 Meter lange Teilstück schließt unmittelbar westlich an den im Juni verschwenkten neuen Streckenabschnitt der Ammertalstraße an. „Diesmal ist es aber nur eine Geschichte an der Oberfläche“, gibt der Stellvertretende Forstbetriebsleiter Richard Baur leichte Entwarnung. Den Grund macht er in den besonderen geologischen Gegebenheiten aus.

„Wir haben hier nicht das übliche Moränenmaterial“, erklärt er. Vielmehr stünde im Untergrund sogenannte Faltenmolasse an, die zu tonigem Material verwittere. „Und das ist sehr rutschgefährdend.“ Vor allem, wenn es regnet. Denn dann versickert das Hangwasser nur sehr schwerlich und fließt oberhalb des Tons abwärts – mit entsprechenden Folgen für darüber liegende Schichten mitsamt Wegen.

"Diesmal nicht ganz so schlimm"

Der Ausweg: Eine sogenannten Rigole soll bei der Drainage helfen. „Dann müsste es wieder gehen“, hofft Baur. Der bisher ausschließlich am Rand beschädigte Fahrbahnabschnitt wird um eine halbe Fahrbahnbreite hangaufwärts verlegt. „Diesmal ist es nicht ganz so schlimm“, fasst der Stellvertretende Betriebsleiter zusammen.

Geht es nach ihm, könnten die Arbeiten schon in der kommenden Woche starten. „Zuerst müssen wir aber noch eine Firma finden, der Tiefbau ist momentan ja sehr beschäftigt.“ In Hinblick auf die reine Bauzeit geht Baur von rund einer bis zwei Wochen aus, dann kann die Ammertalstraße – immerhin Teil des Ammer-Amper-Radwegs – wieder freigegeben werden.

Ob es die letzte Maßnahme dieser Art bleibt? Wohl kaum. „Diese Faltenmolasse sieht man im ganzen Ammertal“, weiß der Fachmann. „Und die war nun mal schon Tausende Jahre da, bevor der Mensch überhaupt begonnen hat, hier Straßen zu bauen.“

ras

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