Großes Interesse an Böbinger Bürgerversammlung

Update vom Gemeindeoberhaupt

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Dass der Kindergarten Gemeindeeigentum wird, auch darum ging es bei Bürgerversammlung in Böbing.

Böbing – Zahlreich erschienen waren die Böbinger am vergangenen Donnerstag zu ihrer diesjährigen Bürgerversammlung im Gasthof Haslacher, unter ihnen Landrätin Andrea Jochner-Weiß. Das Interesse war groß, gab es doch im vergangenen Jahr keinen Termin zu einer allgemeinen großen Informationsrunde.

Mit ein paar Vorurteilen räumte Ortsvorsteher Peter Erhard auf: Zum einen sei die heutige Jugend gar nicht so schlimm wie immer behauptet werde. Beispielhaft ehrte der stolze Bürgermeister den jungen Florian Huber als Vorbild für alle Jugendlichen. Der Azubi vom Autohaus Resch wurde Innungssieger im Bereich Nutzfahrzeuge.

Zum anderen werden die Probleme mit den Asylbewerbern überbewertet. Die allermeisten benehmen sich gut und man solle wegen ein paar Querulanten nicht auf den Rest schließen. Auch in der schon länger ansässigen Bürgerschaft gebe es ein paar Ausreißer.

Besonders mit den neuen Tempo-30-Zonen nehmen es viele nicht so genau. Auch die Strecke von Pischlach Richtung Rottenbuch sei von Rasern betroffen, gerade die Motorradfahrer fielen durch überhöhte Geschwindigkeit auf, wie aus den Reihen der Zuhörer angemerkt wurde. Erhard versprach, sich des Themas im Gemeinderat anzunehmen.

Eine kritische Anmerkung fand das Gemeindeoberhaupt zum Volksbegehren „Flächenfraß“. Die Gemeinde wachse erfreulicherweise und für Böbing sei es enorm wichtig, für seine Bürger und das am Ort ansässige Gewerbe genügend Bauland zu bieten. Die Durchsetzung des Bürgerbegehrens würde auf Böbing heruntergerechnet bedeuten, dass im Jahr nur noch zwei Bauplätze in der Größenordnung von je 500 Quadratmetern genehmigt werden könnten. „Das kann zum Bumerang werden“, warnte er vorsichtig. Es gelte, die Leute im Dorf zu halten. Allerdings, bekräftigte das Gemeindeoberhaupt, seien Landschaft und Boden ein hohes Gut, mit dem die Gemeinde sorgsam umgehe. Man setze eher auf Flächenverdichtung. Und: „Nicht jedes Dorf braucht einen Supermarkt!“ Ähnlich äußerte sich Landrätin Jochner-Weiß.

Sie lobte ausdrücklich die Arbeit des Bürgermeisters. „Peter Erhard redet Klartext mit den Behörden“, schmunzelte sie. Am Beispiel des Straßenbauamts Weilheim erläuterte dieser aber die mitunter auch schwierige Kommunikation. Da herrsche nämlich momentan Funkstille. Mit der allgemeinen Funkstille soll dagegen durch den Breitband-Ausbau ab Frühjahr 2019 endgültig Schluss sein.

Die letzten zwei Jahre seien anspruchsvoll gewesen, so Erhard. Unter anderem habe ihm das Thema Mobilfunk einige schlaflose Nächte beschert. „Aber wir haben es immer geschafft, trotz verschiedener Meinungen einen anständigen Umgang miteinander zu pflegen“, resümierte er. Bebaute Bereiche sollen von Mobilfunkanlagen freigehalten werden.

Bei den aktuellen Diskussionen um die Straßenausbaubeitrags-Satzung (Strabs) und die Neuordnung der Grundsteuer beruhigte das Gemeindeoberhaupt die Anwesenden. Die Strabs sei sowieso nie ein Thema in Böbing gewesen und man habe erst 2017 den Beschluss gefasst, da dies aus haushaltstechnischen Gründen notwendig gewesen sei. Tätig werde man hierbei aber nicht. Und beim Grundsteuer-Hebesatz bewege man sich momentan ganz weit im unteren Drittel der Gemeinden. Es seien keine schleichenden Steuererhöhungen geplant.

Klar ist mittlerweile auch: Der Kindergarten wird Gemeindeeigentum, der Zuschussantrag über 400.000 Euro läuft gerade. Bis Mitte des Jahres wird der erste Stock des Gebäudes komplett entkernt und umgebaut. Ein Ausbau sei dringend notwendig gewesen. „Das Erbe der Hedwig-Schwestern bleibt erhalten“, freute sich Erhard.

Sowohl die Landrätin als auch der Bürgermeister betonten ferner die Bedeutung des Ehrenamtes in Böbing. „Jeder, der mehr tut als er tun müsste, ist eine Bereicherung für die Gesellschaft“, so Jochner-Weiß. Die Auszahlungen der Bürgerstiftung sollen im festlichen Rahmen gewürdigt werden. Erhard überraschte mit der Ankündigung, dass man für die Feierlichkeiten den bekannten, unkonventionellen Münchner Pfarrer Rainer Maria Schießler gewinnen konnte.

spe

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