Kein Schwarzbrot für Finanzamt:

Ende der Bon-Flut bei Ingenrieder Bäckerei Würfl

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Andreas Würfl neben dem Bildschirm für die Kunden in seiner Ingenrieder Bäckerei.

Ingenried – Seit 2009 betreibt Andreas Würfl (40) seine Backstube mit angrenzendem Ladenlokal im Herzen von Ingenried. Die Geschäfte laufen zufriedenstellend, eigentlich kein Grund zur Klage. Wenn da nicht dieses Gesetz im Jahr 2017 verabschiedet worden wäre, das sich „Verordnung zur Bestimmung der technischen Anforderungen an elektronische Aufzeichnungs- und Sicherungssysteme im Geschäftsverkehr“ nennt. Kurz gesagt: Für jede verkaufte Semmel muss ein Kassenbon erstellt und ausgedruckt werden. Ein Ärgernis für Geschäftstreibende und Kunden. Andreas Würfl hat eine alternative Lösung gefunden.

„Bisher war es so, dass kein Mensch einen solchen Kassenbon haben wollte, aber seit Januar 2020 muss man ihn aushändigen“, erzählt Würfl. Die Reaktion seiner Kunden sei dementsprechend gewesen: Diesen Schmarrn brauche niemand, und es sei doch einfach nur Blödsinn. Andreas Würfl blieb aber keine Wahl. Mit den Backwaren wanderte auch immer ein kleines Stück Papier über die Theke, das umgehend im Mülleimer landete.

Abhilfe musste her. „Der Gesetzgeber schreibt aber nicht vor, dass der Bon in Papierform ausgegeben werden muss, sondern er kann auch digital erstellt werden. Ich habe also ein Display gekauft, das seit Anfang Februar auf der Theke steht und von den Kunden gesehen wird. Während des Kassiervorgangs erscheint auf diesem Bildschirm ein QR-Code, den der Kunde mit seinem Handy einscannen kann“, beschreibt Würfl den Vorgang. Danach öffnet sich auf dem Handy eine Homepage, wo eine E-Mail Adresse eingegeben werden kann. Und schon wenig später findet sich ein PDF mit dem Bon im digitalen Postfach.

Einige wenige Kunden würden nun davon Gebrauch machen, aber bei den meisten diene diese Vorgehensweise dem Amüsement, sagt Würfl verschmitzt. Entwickelt hat er diese Lösung gemeinsam mit seinem Kassenhersteller und auf diese Art und Weise den Papierverbrauch erheblich verringert. „Wir hatten die Bons mal eine Weile gesammelt und die Menge war erheblich. Wirklich überflüssig. Das neue System läuft ohne Probleme oder Abstürze und ist für uns alle eine große Erleichterung“, zeigt sich Andreas Würfl mit der Umstellung zufrieden. Der Regenwald und die Kunden danken es ihm.

edl

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