Vor Amtsübergabe in Isolation

Ära Albert Hadersbeck geht in Altenstadt nach 18 Jahren zu Ende

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Auch wenn die Mehrheitsverhältnisse andere als die im Rathaus sind, dürfte sich Albert Hadersbeck auf mehr Zeit mit der Familie freuen. Das Bild zeigt ihn mit Ehefrau Gabi nach seiner Würdigung mit Goldenem Ehrenring der Gemeinde im Sitzungssaal des Rathauses.

Altenstadt – Auf ganze 18 Jahre im Amt des Bürgermeisters von Altenstadt kann Albert Hadersbeck dieser Tage zurückblicken. Schon lange vor den Kommunalwahlen hatte er auf eine weitere Kandidatur verzichtet.

Hadersbeck, der bereits seit 1978 im Gemeinderat tätig war, wurde nach zwölf Jahren in diesem Gremium im Jahr 1990 2. Bürgermeister von Altenstadt. Amtsinhaber war damals der 2015 verstorbene Georg Thoma. Nach dessen Ausscheiden im Jahr 2002 konnte sich Albert Hadersbeck bei der Wahl gegen einen weiteren Kandidaten durchsetzen und leitet seitdem über drei Amtsperioden die politischen Geschicke in der Schönachgemeinde. Insgesamt erstreckt sich seine kommunalpolitische Tätigkeit somit über annähernd 42 Jahre. Über alle Parteigrenzen hinweg wird er seitdem nicht nur als freundlicher, sondern vor allem als anpackender und durchweg vorbildlicher Mensch mit einem guten diplomatischen Gespür geschätzt und erfreut sich großer Wertschätzung.

„Das verdient einen hohen Respekt und eine besondere Anerkennung”, sagte sein Stellvertreter Sepp Reich noch im Herbst letzten Jahres anlässlich der Verleihung des Goldenen Ehrenrings. Damit wurde Hadersbeck die höchste durch die Gemeinde zu vergebene Auszeichnung zuteil. Weiterhin wurden ihm in der seinerzeitigen Laudatio Fachkompetenz, Überzeugungskraft und ein weit über das normale Maß hinausgehender Einsatz für das Wohl der Gemeinde attestiert.

Ganz zweifelsfrei hat Albert Hadersbeck in seiner Bürgermeisterzeit vieles erreicht und auch in den letzten Monaten noch allerlei auf den Weg gebracht. Einige Beispiele sind die Dorferneuerung sowie die Schaffung von Bauplätzen in Altenstadt und Schwabniederhofen, die Renovierung des Kindergartens sowie die Renovierung einhergehend mit dem Umbau des Rathauses. Auch dem Hochwasserschutz, dem schnellen Internet und einer diplomatischen Lösung beim sogenannten Stromtrassenstreit hinsichtlich des Trassenverlaufs beim Bau der 110-kV-Hochspannungsleitung hatte sich Hadersbeck mit viel Hingabe verschrieben.

Und ganz unbenommen ist auch die Tatsache, dass Altenstadt nach der im Jahr 2011 verkündeten Bundeswehrstrukturreform noch immer eine Garnisonsgemeinde mit einer stattlichen Anzahl an Soldaten und zivilen Bundeswehrbediensteten ist, ein gutes Stück weit seinem unermüdlichen Engagement für den Standorterhalt zu verdanken.

„Nur gemeinsam kann man etwas erreichen“, sagte er nicht nur bei der Ehrenringverleihung aus voller Überzeugung. Ein Grundsatz, der ihn – legt man die dörfliche Entwicklung zugrunde – in sehr positiver Weise durch seine gesamte Amtszeit geleitet hat.

Albert Hadersbeck und seine Ehefrau Gabi leben im Ortsteil Schwabniederhofen. Sie haben zwei Töchter und einen Sohn sowie inzwischen vier Enkelkinder. Auch bei Albert Hadersbeck hat die aktuelle Corona-Situation ihre „Spuren“ hinterlassen. Dazu gehört nicht nur, dass die Übergabe der Amtsgeschäfte an seinen Nachfolger angesichts der zahlreichen Auflagen wohl nicht so wie noch Anfang März vorgesehen, sondern eher unter erschwerten Bedingungen stattfinden kann. Er selbst befand sich aufgrund der Befürchtung, infiziert worden zu sein, vom 21. März bis 3. April in häuslicher Isolation. Dem Kreisboten stand er dennoch kurz vor seiner Amtsübergabe nochmals Rede und Antwort:

Bei Ihnen bestand der Verdacht, sich möglicherweise mit COVID-19 infiziert zu haben. Geht es Ihnen gesundheitlich gut und wie haben Sie die zweiwöchige häusliche Isolation erlebt?

Hadersbeck: „Mir geht es gut. Ich wurde zwar negativ getestet, musste aber wegen dem Kontakt mit einer infizierten Person die Quarantäne einhalten. Ich habe in der Zeit über Internet und Telefonate versucht, einiges daheim abzuarbeiten. Leider geht das nur zu einem gewissen Teil, da ja eventuell notwendige Unterlagen nicht greifbar waren.“

Nachdem Sie sich 18 Jahre als Rathauschef beweisen konnten, haben Sie die Tage bestimmt genutzt, um zu zeigen wer in Zukunft zuhause der Chef ist?

Hadersbeck: „Ob aktiv oder im Ruhestand, die Mehrheitsverhältnisse in unserem Haus werden sich wohl leider nicht verändern.“

Ihr Nachfolger wird nach einer mit 82,6 Prozent sehr eindeutig gewonnenen Wahl Andreas Kögl. Was werden Sie ihm bei der Amtsübergabe neben guten Wünschen an Ratschlägen mit auf den Weg geben?

Hadersbeck: „Andreas Kögl hat genügend Lebenserfahrung und auch kommunalpolitische Erfahrung. Außerdem wird er wieder von einem guten Team im Gemeinderat unterstützt. Er braucht von mir sicher keine Ratschläge. Natürlich bin ich bei Bedarf gerne bereit, über Vorgänge in meiner Amtszeit zu informieren.“

An meinem letzten offiziellen Amtstag als Bürgermeister werde ich…

Hadersbeck: „...meinen Arbeitsplatz aufgeräumt und geordnet sowie die Schlüssel der Gemeinde-Liegenschaften an meinen Nachfolger Andreas Kögl übergeben. Anschließend werde ich mich bei jedem Mitarbeiter für die Unterstützung und die vertrauensvolle Zusammenarbeit bedanken. Einen gemeinsamen Ausstand werden wir wohl wegen der aktuellen Situation erst später nachholen können. Mit meinem 2. Bürgermeister Sepp Reich werde ich dann aber noch auf unseren gemeinsamen Ruhestand ein Gläschen trinken.“

Wenn mir in Zukunft bestimmte Dinge oder Entwicklungen in der Gemeinde einmal nicht gefallen sollten, werde ich als Altbürgermeister…

Hadersbeck: „...dies sicher nicht kommentieren und mich bestimmt nicht einmischen. Jede Zeit hat Ihre Herausforderungen und sicher müssen auch immer wieder neue Wege beschritten werden.“

mel

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