Bürgerversammlung in Altenstadt

Ein gutes Stück vorwärts gekommen

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Wortmeldungen im Rahmen der gut besuchten Bürgerversammlung drehten sich vorrangig um das Thema Bauland. Nicht allen dürfte der Appell des Bürgermeisters, sich sparsameren und damit schonenderen Planungen nicht zu verschließen, gefallen haben.

Altenstadt – Spürbarer Schuldenabbau, zweitbestes Jahresergebnis in Sachen Gewerbesteuereinnahme, das Kreuz mit fehlenden Baugebieten und Aussichten auf eine spannende Neugestaltung: Es waren viele Themen, die Bürgermeister Albert Hadersbeck im Rahmen der Bürgerversammlung im Gepäck hatte. Rund eineinhalb Stunden referierte der Altenstadter Rathauschef am Mittwoch vergangener Woche im gut gefüllten Pfarrsaal, ehe die Bürger das Wort erhielten.

In Sachen Verschuldung sei die Gemeinde mit dem Stand von 1,63 Millionen Euro „ein gutes Stück vorwärts gekommen“, sagte Hadersbeck. Erfreulich, hatte man doch 2016 ein Jahr mit hohen Investitionen (rund 1,5 Millionen Euro) zu schultern, und damit „außergewöhnlich viel“, wie er bestätigte. Positiv stünde 2017 die eingenommene Gewerbesteuer zu Buche; so könne die Gemeinde mit 1,24 Millionen Euro „das zweitbeste Jahr“ vorweisen. Allerdings dürfe man nicht vergessen, erinnerte Hadersbeck, dass sich mit den hohen Einnahmen gleichzeitig die Schlüsselzuweisungen an die Gemeinde verringerten.

Insgesamt 3.503 Einwohner lebten am Jahresende in Altenstadt und Schwabniederhofen (678), 25 Kinder wurden 2017 geboren (fünf in Schwabniederhofen), geheiratet wurde 26 Mal. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Anzahl Verstorbener von 20 auf 14 ab.

Neben dem Thema Breitband („heuer Fertigstellung des großen Rests“) gab der Bürgermeister einen Überblick zum Straßenausbau. So werde der Ausbau des Reiterwegs auch in diesem Jahr nicht gelingen. Als Grund nannte er die Ertüchtigung der Kläranlage Schwabbruck. Da eine Leitung über Altenstadt nach Schongau verlaufe, wolle man die Planungen abwarten. Eine Förderung könne nur noch bis einschließlich 2019 in Anspruch genommen werden, deshalb müsse im kommenden Jahr gehandelt werden. Eine weitere Maßnahme, die Oberbauarbeiten an der stark befahrenen Sonnenstraße, werde zurückgestellt, bis sich der Sachverhalt um die Straßenausbaubeitragssatzung geklärt habe.

Positives verkündete Hadersbeck mit dem Bau eines Tiefbrunnens im Wasserschutzgebiet Denklingen/Hohenfurch, steht doch bald ein zweites Standbein für die Versorgung Schwabniederhofens zur Verfügung.

Froh sei man über den fünf Gruppen starken Kindergarten (Kostenpunkt Betreuung insgesamt 278.000 Euro) und das schulische Angebot vor Ort (238.000 Euro für 2017). „Dennoch kommen wir dort langsam an Grenzen“, fasste Hadersbeck zusammen. Sollte die bayerische Regierung den Eltern Anspruch auf Ganztagsschulen in Aussicht stellen, werde dies die Gemeinde so nicht stemmen können.

Ein „heißes Eisen“ stelle das Thema Bauland dar, gab der Bürgermeister zu. Zwar gäbe es westlich der Alpenstraße knapp 6.800 Quadratmeter, behalte sich die Gemeinde unter anderem dort eigene Grundstücke als Puffer für die örtliche Weiterentwicklung vor; zudem hat die Kommune keinen Einfluss auf die Vergabe aus privater Hand. Eine sparsame Planung unter Berücksichtigung laufender Verdichtungen werde nicht nur den nächsten Generationen Vorteile bringen. „Enger Wohnen bedeutet zukünftig auch weniger Sanierungs- und Instandhaltungskosten für den Einzelnen“.

Ein Fragesteller, der in Altenstadt aufwuchs und dort bleiben möchte, vermisste die Bereitschaft, Bauland auszuweisen. „Wir können leider nicht herzaubern, was nicht da ist“, entgegnete Hadersbeck und zielte damit auf die fehlende Bereitschaft mancher Eigentümer, Grund zu verkaufen – obschon er es aufgrund der Zinspolitik verstehe.

Ein weiterer Fragesteller wollte genauer wissen, was die Gemeinde gedenke, gegen die Bauplatzlücken zu unternehmen. Es gäbe Überlegungen die Besitzer solcher Grundstücke mittels höherer Grundsteuer zum Handeln zu zwingen, doch sei das nicht der favorisierte Weg, sagte Hadersbeck. Man habe sich geeinigt, dass die Gemeinde ein Ankaufsrecht bekomme, sollte nicht in einer bestimmten Zeitspanne dieses private Bauland zur Verfügung gestellt werden.

Einen Blick auf die Investitionen für das laufende Jahr präsentierte der Rathauschef auch. Zunächst berichtete er, dass derzeit die Schulturnhalle energetisch saniert werde. Diese Arbeiten werden wohl in Bälde abgeschlossen sein, Kostenpunkt 170.000 Euro. Die Beschaffung eines Mehrzweckfahrzeugs für die Feuerwehr wird mit 100.000 Euro bezuschusst, für die Sanierung des Sportheims fließen 80.000 Euro, für den Grunderwerb des öffentlichen Bedarfs rund 810.000 Euro. Noch sei man sich nicht einig, ob die Toi­letten in der Aussegnungshalle saniert oder neu gebaut werden, so Hadersbeck.

Dann ging der Rathauschef auf die geplante Entwicklung und Umgestaltung des Marienplatzes im Zuge der Dorferneuerung ein. Vorstellbar wäre ein verkehrsberuhigtes Umfeld rund ums Rathaus mithilfe einer verschwenkten Fahrbahn, auch eine Grünanlage mit Zugang zur Schönach stehen in der Planung. „Wir wollen an diesem Ort bewusst Leben haben“, sagte Hadersbeck. Um die Bürger miteinzubeziehen, werden die Sanierungspläne im Rathaus zur Einsicht aushängen (Termin wird im Kreisbote bekanntgegeben, Anm. d. Red.).

Ebenso vielversprechend gestalten sich die Pläne, die sich auf das Freizeitareal in Schwabniederhofen beziehen, erklärte Albert Hadersbeck. Damit wolle man „etwas Vernünftiges und Großes schaffen, und dafür auf viele kleinere Spielplätze ohne Mehrwert verzichten“, sagte er. Am Sportheim und damit zentral gelegen, sind dort, neben

Beachvolleyball- und Stockschützenplatz, Spielgeräte für Kinder aber auch eine Fitnessanlage für Ältere vorstellbar. Auch der Bach soll mit einbezogen werden. Wenn es nach der Planerin gehe, würde das sogar mittels ökologischer Aufwertung mithilfe einer Fischtreppe geschehen, verriet der Bürgermeister. Natürlich gebe es auch dafür öffentliche Fördergelder.

Regine Pätz

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