Zwischen 4,50 und sechs Euro pro Quadratmeter:

Wohnraum auch für Facharbeiter

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Das Modell mit der großen Wohnanlage, mit den Reihenhäusern (unten) und mit den Stadthäusern stand zur Bürgerversammlung im Foyer der Schlossberghalle. Franz Bleichner (links) und Siegfried Breidenbach schauten es genau an.

Peiting – Die 52 Wohnungen, die auf dem früheren Bundeswehrgelände mit staatlicher Förderung entstehen, sind nicht nur für Sozialhilfeempfänger. Dort wird auch so mancher Facharbeiter einziehen, der bei einem kleinen bis mittleren Einkommen Anspruch auf den Wohnberechtigungsschein erhalten wird. Diesen Ausblick gab Bürgermeister Michael Asam auf der Bürgerversammlung in Peiting. Die Mietpreise werden zwischen 4,50 und sechs Euro je Quadratmeter liegen.

Asam sprach im Bericht eine Fülle an aktuellen Peitinger Themen an. Doch dem Thema Wohnraum widmete er dabei die meisten Sätze. Insgesamt entstehen südlich der Bahnhofstraße 70 Wohnungen. Davon werden 52 mit öffentlichen Mitteln gefördert und an Mieter vergeben. Weitere 18 Einheiten sind Eigentumswohnungen, die verkauft werden. Südlich der großen Anlage, die als langgezogener Riegel entlang der Straße mit zwei Flügeln auf der Ost- und Westseite gebaut wird, entstehen noch acht Reihenhäuser und sechs sogenannte Stadthäuser.

Das ehemalige Bundeswehrgelände ist 13.700 Quadratmeter groß. Das Depot wurde 1997 aufgegeben. 2004 hatte es die Gemeinde gekauft. Diese veräußerte es an die Firma Haseitl Bau aus Schongau, die dort die Wohnungen und Häuser errichten wird.

Die 52 Wohnungen mit der sozialen Bindung vergibt Haseitl Bau an die Graf von Deymsche Immobilien GmbH aus Seefeld. Diese Firma ist im geförderten Wohnungsbau zu Hause; sie hat u.a. in Oberammergau am Orts­eingang ein Projekt mit gut 90 Einheiten verwirklicht. Für die Graf von Deymsche Immobilien GmbH waren Hubertus Ramin und Florian Deym auf der Peitinger Bürgerversammlung anwesend.

Asam ging im Bericht sogar darauf ein, wie groß die Einheiten werden. 31 Wohnungen haben zwei Zimmer mit 52 Quadratmetern Fläche, 18 Wohnungen drei Zimmer mit 80 Quadratmetern; dazu kommen drei Einheiten mit vier Zimmern zu 100 Quadratmetern. Letztere sollen also höchstens 600 Euro Miete kosten.

Zu den Objekten, die auf der nördlichen Straßenseite am Bahnhof vorgesehen sind, sagte der Rathauschef nur kurz, die Planungen für einen Park & Ride-Platz und für ein Parkhaus laufen. Zwecks eines Kinos seien der Bauwerber und die Gemeinde in Kontakt mit Interessenten. Was aber auf den Weg gebracht werde, sei ein Verbrauchermarkt in diesem Quartier. „Das Interesse ist auch da“, sagte Asam. Er werde, weil er 2020 als Bürgermeister aufhöre, „als Pensionist zur Einweihung“, fügte der langjährige Gemeindechef (seit 1996) mit einem Schmunzeln hinzu.

Weitere Grundstücke

Was die Ausweisung von Bauland betrifft, so sei die Gemeinde mit über 100 Anfragen innerhalb eines Jahres nahezu überrollt worden. Das sei nicht abzusehen gewesen, bezog Asam Position zu Anschuldigungen, dass man nicht rechtzeitig reagiert habe. Es sei auch noch nicht so lange her, dass die Gemeinde im Neubaugebiet Lexe zum Schluss zwei Grundstücke „wie Sauerbier“ angeboten habe. Am Hochweg, also im Quartier in der nördlichen Lexe, könnten ab 2018 weitere sieben Grundstücke erschlossen werden, blickte der Rathauschef voraus.

Auf der Basiliwiese, wo sich die Gemeinde bereits 2005 das Ankaufsrecht gesichert hatte und wo es zuletzt wegen der Lärmschutz-Problematik wegen der Nähe zum Wellenfreibad zu einer deutlichen Verzögerung kam, wolle man ab Ende 2018 in den Verkauf der zirka 40 Grundstücke einsteigen. Mit dem Bau könne es 2019 losgehen.

Asam rechtfertigte auf der Bürgerversammlung das zeitaufwändige Abchecken der Schallschutz-Thematik. Die Gemeinde könne nicht das Risiko eingehen, dass ein künftiger Hausbesitzer Klage einreiche und diese sogar durchgehe, falls es bei Wellenbetrieb im Freibad an wenigen Wochenenden im Sommer Anwohner juristisch gegen Kindergeschrei vorgehen sollten. Man kenne es ja von andernorts, dass sich Nachbarn über den Schlag der Kirchturmglocke oder über den Hahnenschrei aufregen.

Johannes Jais

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