Engagement bis zur letzten Minute

Ingenrieder Ehrenring für Xaver Fichtl

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Kein Bürgermeister war in Ingenried länger im Amt als Xaver Fichtl (links) – das ergab die Recherche seines Stellvertreters Georg Echtler (rechts), der auch die Laudatio hielt. Eleonore Fichtl (Mitte) erhielt für ihre „Arbeit im Hintergrund“ einen Blumenstrauß.

Ingenried – Nie war ein Ingenrieder Bürgermeister länger im Amt als Xaver Fichtl, der dieses mittlerweile in seinem 30. Jahr bekleidet. Am letzten Freitagabend erhielt er im feierlich hergerichteten Versammlungsraum in der Mehrzweckhalle vor zahlreichen Gästen den Ehrenring seiner Heimatgemeinde verliehen.

Bereits im Jahr 1984 hatte sich Fichtl der örtlichen Kommunalpolitik verschrieben und nach einigen Jahren als Mitglied des Gemeinderates wurde es 1990 mit großer Mehrheit zum 1. Bürgermeister gewählt. Seitdem übt er dieses höchste Amt im Ort aus. Der scheidende Rathauschef war zu dem Festabend gekommen, um aus den Händen seines Stellvertreters den Goldenen Ehrenring der Gemeinde nebst Besitz­urkunde entgegenzunehmen.

Und Fichtl dürfte sich gefreut haben, dass neben Ehefrau Eleonore auch seine beiden Söhne mit Ehefrau beziehungsweise Partnerin sowie seine Tochter mit Ehemann als auch seine drei Geschwister dabei waren. Weiterhin hatten sich die Mitglieder des Gemeinderats und Gemeindesekretärin Irmgard Friebe sowie viele Verantwortliche der örtlichen Vereine und weiterer Organisationen eingefunden. Auch Sebastian Ostenrieder, der Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft Altenstadt, war gekommen. Lediglich Pfarrer Thaddäus Biernacki hielt anderweitig noch eine Abendmesse, hatte seine spätere Ankunft aber zugesagt.

2. Bürgermeister Georg Echtler hob in seiner Laudatio hervor: „miteinander, nicht gegeneinander, so hast Du die Gemeindepolitik stets verstanden und betrieben“.

Hüter des Dorffriedens

Als besonderen Verdienst würdigte er, dass es Fichtl in seiner Anfangszeit als Bürgermeister gelungen sei, den abhanden gekommenen Dorffrieden wiederherzustellen und diesen auch aufrecht zu erhalten. „Durch deine ausgeglichene, menschliche Art und auf Gemeinsamkeit und Einvernehmen ausgerichtete Vorgehensweise warst Du bei den Gemeinderatskolleginnen und -kollegen und bei der Bevölkerung stets ein geschätzter und anerkannter Bürgermeister.“ Und wenn man Echtlers Recherchen glauben darf, dann war vor Fichtl noch nie ein Bürgermeister in der Gemeinde so lange im Amt, seitdem es seit Ende des 19. Jahrhunderts diese Bezeichnung gibt.

Auch wenn Echtler nur in aller Kürze auf einige der wichtigsten Projekte in der langen Amtszeit Fichtls eingehen konnte, sind dessen im Jahr 1990 beginnenden Anstrengungen für die Gemeinde zahlreich. Bereits im ersten Jahr erwirkte er den Bau einer mechanisch-biologischen Kläranlage als Übergangslösung zur jetzigen Anlage. Weiterhin stellte er im ersten Jahr den Antrag zur Aufnahme in das Dorf­erneuerungsprogramm. Nach vielen weiteren Maßnahmen in der Zwischenzeit erfolgte 1994 im Wirtschaftsgebäude des ehemaligen Pfarrhofes der Bau des neuen Kindergartens. Dieser platze jetzt schon wieder aus allen Nähten und mache einen weiteren Ausbau unumgänglich, so Echtler.

2010 war einer der Schwerpunkte der Bürgermeisterarbeit der Breitbandausbau in Ingenried, Erbenschwang und Krottenhill und 2013 der Baubeginn des neuen Feuerwehrhauses. Im vergangenen Jahr 2018 war es unter anderem der Bau des neuen Dorfladens und in diesem Jahr dessen Eröffnung. Seit 2008 ist Fichtl auch 1. Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Altenstadt, nachdem er bereits seit 1996 Stellvertreter war.

Für sein langjähriges und erfolgreiches Wirken in der kommunalen Selbstverwaltung wurde ihm im Jahr 2017 vom bayerischen Staatsminister des Innern Joachim Herrmann die Kommunale Verdienstmedaille in Bronze verliehen. Neben seiner politischen Tätigkeit war Fichtl auch in mehreren Vereinen und kirchlichen Organisationen des Ortes engagiert. Unter anderem 35 Jahre als aktiver Feuerwehrmann im Einsatz. „Du bist Bürgermeister mit Leib und Seele“, hob Echtler bei der Übergabe hervor.

„Es ist ein besonderer Moment“, bedankte sich Fichtl beim Gemeinderat und seinem Stellvertreter für die hohe Auszeichnung. Ergänzend fügte er hinzu, dass für ihn die ganzen 30 Jahre „ein Miteinander auf Augenhöhe“ gewesen seien. Seinen Stellvertreter Echtler bezeichnete er als Glücksfall.

Auch die nach wie vor gute Zusammenarbeit mit der ihm bereits immer nahestehende Kirche hob er ausdrücklich hervor. Genauso die gute Zusammenarbeit mit den Vereinen. Auch seiner Familie sagte er Danke. Gemeindesekretärin Friebe bescheinigte er, dass sie immer verfügbar gewesen sei.

Auch wenn es im Frühjahr 2020 in den wohlverdienten Ruhestand geht, ist für Xaver Fichtl noch lange nicht Schluss.„Ich freue mich auf die nächsten fünf Monate, wo ich noch für die Gemeinde arbeiten kann“, blickte er voraus. Das gelte bis zur letzten Minute.

mel

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