Ostenrieder und seine Ideen

Wo der CSU-Bürgermeisterkandidat in Peiting ansetzen will

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Offizielle Vorstellung genau ein Jahr vor der Wahl im März 2020: Peter Ostenrieder, Bürgermeisterkandidat der CSU.

Peiting – Mit einer klaren Ansage, wo er in den Bereichen Soziales, Infrastruktur, Gewerbe, Ehrenamt, Mittelzentrum und Landwirtschaft Handlungsbedarf erkennt, hat Peter Ostenrieder am Aschermittwoch die Vorstellung als Bürgermeisterkandidat der Peitinger CSU verbunden. „Es ist nie zu früh, über Themen zu sprechen“, bekundete der 46-Jährige, der seit 23 Jahren dem Gemeinderat angehört und seit 2008 Fraktionssprecher ist.

Mit diesem Satz bezog sich Ostenrieder auf die Präsentation Andreas Schmids als Bürgermeisterkandidat der Bürgervereinigung, die fünf Tage zuvor erfolgte (wir berichteten). Schmid hatte erklärt, es gebe eine ganze Litanei an Themen, die es anzupacken gelte. Aber die Frage nach den Inhalten stelle sich noch nicht, fügte Schmid hinzu, während Vize-Bürgermeister Franz Seidel darauf verwies, dass man zur Aufstellungsversammlung im Herbst mit einem Wahlprogramm aufwarten werde.

In Peiting werden sich im März 2020 mindestens fünf Kandidaten um das Bürgermeisteramt bewerben. Dies sind für die SPD Annette Luckner, die schon im November vorgestellt wurde und Mitte März offiziell nominiert werden soll, für die CSU Peter Ostenrieder sowie für die Bürgervereinigung Andreas Schmid; ferner haben Christian Lory (Unabhängige) und Thomas Elste (Grüne) ihre Bereitschaft bekundet.

Schon ein Jahr vor der Wahl sagen viele Leute in Peiting und Umgebung, dies werde die spannendste Bürgermeisterwahl seit 1996; damals setzte sich Michael Asam in der Stichwahl gegen Herwig Skalitza (CSU) durch. Asam (65) ist inzwischen seit 23 Jahren Rathaus­chef und hört 2020 auf.

Peter Ostenrieder war schon 2008 Herausforderer von Amts­inhaber Asam, unterlag aber deutlich – ebenso wie 2002 Franz Seidel (BV) und 2014 Michael Deibler (CSU). Er habe „aus allen Niederlagen gelernt“ betonte Ostenrieder. CSU-Ortsvorsitzender Norbert Merk bekundete, das Rennen um das Bürgermeisteramt sei im kommenden Jahr „ein ganz anderes als 2008“. Denn unter den Kandidaten sei diesmal kein amtierender Bürgermeister. Dies werde „eine Wahl wie keine andere“.

Zugleich sagte Merk über Ostenrieder: „Bei ihm sind alle Facetten der Persönlichkeit bekannt.“ Des Weiteren erklärte der Ortsvorsitzende, er sei mit Andreas Schmid übereingekommen, dass dieser seine Mitgliedschaft bei der CSU während der Zeit als Kandidat der Bürgervereinigung ruhen lasse. Bei der Vorstellung Ostenrieders als Bürgermeisterkandidat – die offizielle Nominierung folgt noch in einer Versammlung des CSU-Ortsverbandes – waren auch die Stellvertreter Michael Deibler und Irma Gundlach (zugleich Frauenunionsvorsitzende) mit dabei; sie bezeichnete Ostenrieder als „den kompetentesten Mann“ fürs Bürgermeisteramt.

Der Kandidat selbst skizzierte genau ein Jahr vor der Wahl 2020, wo er die inhaltlichen Schwerpunkte sieht. Da wolle er sich für eine bessere Einbindung der sozialen Einrichtungen in der Gemeinde einsetzen – sei es das Seniorenheim, sei es die Betreuung für Menschen mit Behinderung oder die Herzogsägmühle als Ortsteil Peitings.

Ein weiteres Anliegen sei es, nachhaltig („wir müssen da zehn bis 15 Jahre voraus denken“) für Plätze an Schulen und Kindergärten zu sorgen. Auch solle die Gemeinde Mehrgenerationen-Projekte im Ortskern unterstützen.

Ein Anliegen sei auch, die Anbindung Richtung Weilheim über Bahn und öffentliches Netz zu verbessern. Da gelte es, über „Shuttle-Lösungen“ zwischen den großen Orten im Landkreis nachzudenken, bei denen nur wenig Haltestellen angefahren werden. Auch innerorts müsse der öffentliche Verkehr verbessert werden; Stichwörter dafür seien eine Linie für einen Ortsbus oder ein Ruftaxi.

Zum Gewerbe in Peiting mit dem „breit aufgestellten Branchenmix“ erklärte Ostenrieder, dass die Wirtschaftsförderung im Rathaus ausgebaut werden soll. Er sehe das als Chefsache an, falls er vom Wähler das Vertrauen erhalte.

„Gewaltig Luft nach oben“ sieht der CSU-Kandidat im Bemühen, das Mittelzentrum Schongau/Peiting/Altenstadt für die nächsten Jahrzehnte fit zu machen. Das bisherige Miteinanders sei nicht befriedigend, bekennt der CSU-Fraktionssprecher: „Da wird zu viel geredet und zu wenig getan.“

Die Landwirtschaft präge Peiting nach wie vor. Die Bauern sorgen dafür, dass die Flächen gut bewirtschaftet und gepflegt werden. Leerstände im Ort müssten aber entwickelt werden; auch Neubauten in der Ortschaft seien eine Option, um Flächenverbrauch zu vermeiden. Ein weiterer Punkt auf der Agenda sei die Stärkung des Ehrenamtes.

Seine Ideen will Ostenrieder mit den Peitingern persönlich diskutieren. Auftakt dazu bildet die „Zukunftswerkstatt Peiting 2030“. Sie findet am 6. Mai in der Zechenschenke statt. Im Herbst soll eine zweite solche Veranstaltung folgen.

Zur Person

Als jüngstes von vier Geschwistern wuchs Peter Ostenrieder auf einem Bauernhof im Peitinger Ortsteil Birkland auf. Nach dem Abitur in Schongau studierte er in Augsburg Kommunikationsdesign. Er pendelte aber täglich, da er bereits während des Studiums 1994 seine eigene Firma gegründet hatte, die heute als Werbeagentur in dem ehemaligen landwirtschaftlichen Gebäude neun Mitarbeiter zählt.

Zu den politischen Funktionen: Ostenrieder ist Marktgemeinderat in Peiting seit 1996, zum Fraktionsvorsitzenden wurde er 2008. Dem Kreistag Weilheim-Schongau gehört er seit 2008 an; er fungiert dort seitdem als stellvertr. Fraktionsvorsitzender. Vor sechs Jahren unterlag er Karl-Heinz Grehl (Grüne) bei der Wahl zum stellvertretenden Landrat. Seit sechs Jahren ist er stellvertr. Kreisvorsitzender der CSU. Zu Ostenrieders Ehrenämtern gehören der stellvertretende Vorsitz beim IHK-Regionalausschuss Weilheim-Schongau seit 2018, die Mitgliedschaft im Vorstand des Fördervereins „Musik in Peiting“, wo er von 2004 bis 2012 erster Vorsitzender war.

Ostenrieder, der mit seinem Partner in einer festen Beziehung lebt, spielt aktiv bei den Birkländer Musikanten. Über 15 Jahre war er Dirigent der Kapelle.

jj

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