Bürgermeisterwahl in Burggen:

Richard Lang will es in Burggen nochmal wissen

Bürgermeisterkandidat Richard Lang Burggen UWG
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Mit 42,5 Prozent war Richard Lang in der Bürgermeisterwahl Mitte März gegen Josef Schuster unterlegen. Am 11. Juli will er besser abschneiden.

Burggen – Mit der Aufstellungsversammlung der Unparteiischen Wählergemeinschaft Burggen am Mittwoch vergangener Woche gibt es wieder offiziell zwei Bürgermeisterkandidaten für die Wahl am 11. Juli. 

Richard Lang hatte bereits im März 2020 gegen Josef Schuster kandidiert und stellt sich erneut der Wahl. Er ging auf seine Berufserfahrung und seine Zeit im Gemeinderat ein und betonte, dass er seit elf Jahren auch zum Betriebsrat der Firma UPM gehöre; er kenne die Arbeit in verschiedenen Gremien. Von seinem Arbeitgeber sei ihm im Fall einer Wahl bereits wieder Arbeitszeitreduzierung genehmigt worden.

Anhand einzelner Themen erklärte Lang den Standpunkt seiner UWG. Diese sei geschlossen gegen die Entwicklung eines Baugebiets bei der St. Anna-Kirche und arbeite an einer anderen Lösung. Vor der damaligen Zustimmung des Gemeinderats zum Grundstückskauf habe Bürgermeister Schuster versichert, mit allen Anliegern und Behörden gesprochen zu haben und dass alle dem neuen Baugebiet wohlwollend gegenüberstehen würden. „Dies war anscheinend nicht der Fall.“

An Zuhörer und Vize-Bürgermeister Johann Welz gerichtet, der bis zur Neuwahl die Gemeinde vertritt, hob Lang hervor, dass ihm die Tannenberger Belange wie beispielsweise Feuerwehr oder die Entwicklung der Baugebiete genauso wichtig seien wie die in Burggen selbst. Er forderte die Bürger auf, Dinge direkt mit ihm zu besprechen, anstatt anonym Zettel ins Dorf zu hängen oder falschen Behauptungen zu glauben, die im Ort kursieren.

Das Thema Wahrheit war ohnehin ein öfters angeschnittener Punkt. Dass sich der Bau des Dorfgemeinschaftshauses derart verzögere und die Kosten in die Höhe schießen, liege daran, dass man zu Beginn der Planungen auf die Untersuchungen vertraut habe. Hier fragte auch Sprecher und Versammlungsleiter Hans Baumer als ehemaliger Gemeinderat in die Runde: „Wenn man der Machbarkeitsstudie nicht mehr glauben kann, auf was soll man sich dann verlassen?“. Erst seit man Schuster einen beschließenden Bauausschuss zur Seite gestellt habe, ging es nun nach stundenlangen Sitzungen im Gebäude mit dem Bau zügig weiter, so Lang weiter, „weil man als Bauherr eben vor Ort sein muss“. Die Fertigstellung müsse nun vorangetrieben werden, „weil es sonst nur noch teurer wird und es kein Zurück gibt“. Daher stehe die Gemeinde finanziell an der Wand – das gelte es transparent zu kommunizieren.

Seine weiteren Anliegen seien Innenentwicklung, Gewerbe, Augenmerk auf die gemeindlichen Einrichtungen und, dass nicht nur auf die großen Projekte geschaut werde, sondern die vielen Kleinigkeiten ebenfalls in Angriff genommen werden.

Der 51-jährige Lang ging außerdem auf die Beweggründe für die Wahlanfechtung ein, welche ausführlich als Infobrief an alle Burggener Haushalte verteilt würden. „Dieser Schritt wurde nicht wegen meiner Niederlage oder meinem geknickten Ego getan, sondern weil es meiner Meinung nach unsere Pflicht ist, Missstände und Fehlinformationen auch zu benennen.“ Den „falschen Inhalt“ des Mitteilungsblattes zu ignorieren, wäre einfacher gewesen, „aber das haben wir nicht gemacht“. Sowohl das Landrats­amt, als auch das Verwaltungsgericht gaben der UWG Recht. „Klares Ziel in Burggen muss es nun sein die politische Spaltung, die teilweise in Familien hineingeht, wieder aus der Dorfgemeinschaft herauszubringen.“ Als aktives Mitglied war Lang bereits in vielen Vereinen aktiv, unter anderem ist er seit 30 Jahren Atemschutzträger in der Feuerwehr. Seine Begeisterung für seinen Heimatort möchte er wie in einem Spruch aus dem alten Rom weitergeben: „Denn in dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst“.

Im coronakonformen Wahlgang erhielt Lang dann alle 28 der möglichen 28 Stimmen und wurde offiziell erneut als Bürgermeisterkandidat bestätigt.

Kathrin Zillenbiehler

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