Kandidatin "aus dem Leben"

Bürgermeisterwahl Schongau: ALS schickt Daniela Puzzovio ins Rennen

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Steigt gegen Sluyterman und Rehbehn in den Ring: Daniela Puzzovio will Bürgermeisterin von Schongau werden.

Schongau – Bürgermeister Falk Sluyterman bekommt neben Hans Rehbehn, der für die CSU antritt, einen weiteren Mitbewerber um den Chefsessel im Schongauer Rathaus. Die ALS schickt die 55-jährige Unternehmerin und gebürtige Schongauerin Daniela Puzzovio ins Rennen. Das hat die unabhängige Wählergemeinschaft am vergangenen Samstag hinter verschlossenen Türen bestimmt und jetzt bekanntgegeben.

Seit gut einem Jahr denke sie darüber nach, Bürgermeisterin der Lechstadt werden zu wollen, schildert Puzzovio bei ihrer offiziellen Vorstellung am Mittwoch in der Blauen Traube. Was sie von den anderen beiden Kandidaten unterscheidet? Neben dem Geschlecht, dass sie gebürtige Schongauerin sei und nicht „aus der Verwaltung, sondern aus dem Leben“ komme.

In Schongau geboren, aufgewachsen und zur Schule gegangen, verschlug es Puzzovio später für das Studium nach München. Trotzdem sei sie weiterhin unter anderem durch den Rettungsdienst mit der Lechstadt verwurzelt geblieben. 1999 wagte sie den Sprung in die USA, wo sie im internationalen Marketing tätig war. Dort machte die heute 55-Jährige ihre Ausbildung zur Management-Trainerin und arbeitete bis Anfang 2009 als solche in den Vereinigten Staaten.

Doch dann zog Puzzovio wieder nach Deutschland, sie landete in Köln. Nur ein Jahr später kehrte sie nach Bayern zurück. Über Stationen in Bernried und Weilheim, zog es sie 2014 wieder in ihre Heimatstadt Schongau und zwar in die Altstadt.

Seither nimmt die Trainerin nur noch Kunden in der Nähe an: „Man darf heutzutage nicht mehr einfach mal für einen halben Tag nach Schweden fliegen“, findet Puzzovio. Außerdem engagiert sie sich für verschiedene Projekte von „Schongau belebt“, führt drei Nachhilfeschulen und erfüllte sich mit der Herausgabe ihrer neuen Broschüre „IN Schongau“ einen Herzenswunsch. Die 55-Jährige ist ledig und hat keine Kinder. Sie ist, nach Irmgard Schreiber-Buhl 2002, die zweite Frau, die sich um das Bürgermeisteramt in Schongau bemüht.

In den Wahlkampf

Puzzovio bezeichnet es als großen Schritt, nun in den Wahlkampf zu gehen. Zur Begründung sagt sie: „Der Schnaps war‘s nicht“, in Anspielung auf die Kandidatur von Vize-Bürgermeister Tobias Kalbitzer 2014, die aus einer „Schnaps­idee“ entstanden sei, wie er selbst zugab. Puzzovio will „was besser machen“, sagt sie.

Daher war sie auf der Suche nach einem Hafen, wollte aber trotzdem unabhängig bleiben. In der Wählergemeinschaft ALS – Bunte Liste für Schongau wurde sie fündig. Aus den eigenen Reihen hätte man niemanden gehabt, sagt Fraktionsvorsitzende Nina Konstantin. „Wir haben uns gegenseitig beschnuppert und festgestellt: es passt“, ergänzt Stadtrat Gregor Schuppe.

Vor allem möchte Daniela Puzzovio, dass Schongau attraktiver wird – nicht nur für die Bürger, auch für den Tourismus. „Wir brauchen dringendst ein passendes Motto für die Stadt“, so die Kandidatin. Vor allem das Krankenhaus liege ihr sehr am Herzen, weshalb sie auch für den Kreistag kandidieren will. „Mehr Transparenz schaffen und Bürgerbeteiligung respektieren“ ist ein weiteres Ziel von Puzzovio. „Mir sind die Menschen wichtig und mir ist Schongau wichtig.“ Mit gutem Team und guter Kommunikation könne man viel erreichen. Um antreten zu können, braucht die 55-Jährige rund 180 Unterschriften. Die Listen liegen voraussichtlich ab 17. Dezember im Rathaus aus.

Auch ihre Stadtratskandidaten hat die ALS intern aufgestellt. Neben Tobias Kalbitzer und Siegfried Müller, die nicht mehr antreten, fällt durch die Abspaltung der Grünen auch Bettina Buresch auf der Liste weg. Neu hinzugekommen sind hingegen neben Puzzovio Maximilian Diegruber, Konrad Knoll sowie Isabel Heller. Auf der Liste der ALS stehen somit 14 Kandidaten – fünf Männer und neun Frauen – im Alter von 26 bis 66 Jahren. „Eine richtig schöne, bunte Liste“, findet Schuppe.

Astrid Neumann

Die ALS-Stadtratskandidaten:

1. Daniela Puzzovio, Unternehmerin, 55
2. Nina Konstantin, med. Fachangestellte, Stadträtin, 48
3. Gregor Schuppe, Lehrer, Stadtrat, 45
4. Maximilian Diegruber, Unternehmer, 29
5. Carina Weihofen, Realschullehrerin, 26
6. Heike Rüther, Dipl. Sozialpädagogin (FH), 49
7. Konrad Knoll, Architekt, 51
8. Renate Müller, Familienfrau, 66
9. Irmgard Schreiber-Buhl, Förderlehrerin i.R., 65
10. Oliver Koch, Seminarbetreuer, 60
11. Andreas Ohr, Maschinenbau-Ingenieur, 43
12. Carola Dempfle, Jobbegleiterin für Geflüchtete, 53
13. Isabel Heller, Berufseinstiegsbegleiterin, 32
14. Susanne Becker, Krankenschwester, 54
Ersatzkandidaten: Ursula Ritter, Lohnbuchhalterin i.R., Ernst Buhl, Lehrer i.R.

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