"Andreas Schmid ist unser Mann"

Die Bürgervereinigung Peiting und ihr Bürgermeisterkandidat

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Bürgermeisterkandidat Andreas Schmid (links) mit BVP-Fraktionssprecher Hermann Mödl und zweitem Bürgermeister Franz Seidel.

Peiting – Am Freitag hat die Bürgervereinigung Peiting (BVP) das Geheimnis gelüftet und Andreas Schmid offiziell als ihren Bürgermeisterkandidaten vorgestellt.„Ich möchte 70 Prozent plus X“, verkündet dieser. Damit meint er nicht das eigene Ergebnis. Vielmehr sieht er seine Kandidatur zum Bürgermeister für Peiting als wichtigen Beitrag dafür, die Wahl im März 2020 spannend zu machen und die Menschen wieder zur Urne zu bringen. Ein solches Ergebnis wie 2014, als 4.000 Erwachsene aus der Gemeinde dem Wahllokal fern blieben und die Beteiligung nur bei 58 Prozent lag, dürfe sich nicht wiederholen.

Wie am Wochenende im Kreisboten bereits kurz berichtet, hat die BVP Anfang März den 52-jährigen Andreas Schmid als ihren Bürgermeisterkandidaten vorgestellt. In der zeitlichen Reihenfolge ist er damit nach der SPD-Bewerberin Annette Luckner der zweite Kandidat. Der CSU-Ortsvorstand will diese Woche Peter Ostenrieder präsentieren. Deutliches Interesse, dass sie ebenfalls im Rennen um den Chefsessel im Rathaus antreten, haben auch Christian Lory (Unabhängige) und Thomas Elste (Grüne) bekundet.

Zunächst wollte die Bürgervereinigung in Peiting eigentlich gar keinen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl aufbieten. Eine Nominierung pro forma beziehungsweise aus strategischen Gründen sei nicht Sinn der Sache, sagte zweiter Bürgermeister Franz Seidel, der selbst zweimal Kandidat war, nämlich 1996 und 2002.

Doch die Wende kam im Februar 2019, wie beim Pressegespräch in der „Zechenschenke“ zu erfahren war, zu dem sich neben den fünf BVP-Gemeinderäten auch einige Freunde einfanden. Seidel schilderte, dass Fraktionsvorsitzender Hermann Mödl und Andreas Schmid ins Gespräch gekommen und die Kontakte gleich intensiviert worden seien.

Nach einer Fraktionssitzung ist laut Seidel klar gewesen: „Der Andreas Schmid ist unser Mann.“ Er habe Talente, die man als Bürgermeister gut einsetzen könne. Dafür stünden die Erfahrungen im Verwaltungsbereich, in der Organisation und in der Menschenführung.

Fraktionssprecher Mödl, der seiner Hoffnung auf einen fairen Wahlkampf Ausdruck verlieh, wollte mit der Kandidatur Schmids für die Bürgervereinigung auch umgehen, dass sich womöglich eine weitere neue Gruppierung in der politischen Landschaft von Peiting bildet. Oberammergauer Splitter-Verhältnisse wolle man auf alle Fälle vermeiden.

Schon früher im Gemeinderat

Andreas Schmid räumt ein, dass es erste Überlegungen für eine neue Gruppierung gab. Doch die seien „von meiner Warte aus nicht weiter verfolgt worden“. Dass er noch Mitglied der CSU sei und für die Bürgervereinigung kandidiere, „widerspricht sich nicht“, erklärt der 52-Jährige, der von 2008 bis 2014 schon eine Periode dem Gemeinderat angehörte.

Beruflich ist Schmid beim Tourismusverband Pfaffenwinkel in Schongau angestellt. Dort vertritt er die Geschäftsführerin. Nach einer kaufmännischen und einer landwirtschaftlichen Lehre hat er 13 Jahre bei der Marktgemeinde im Verkehrsbüro gearbeitet, ehe er zwei Jahre die Fortbildung zum Touristikfachwirt machte.

Seit 2002 arbeitet Schmid beim Tourismusverband Pfaffenwinkel. Dies war der Grund, warum er damals bei den Weilheim-Schongauer Kreistagswahlen sein Mandat im Landkreis-Parlament nicht antreten konnte. Der Tourismusverband ist dem Landkreis angegliedert. Für Schmid rückte 2002 auf der CSU-Liste eine Frau nach – es war Andrea Jochner-Weiß aus Wilzhofen, die heutige Landrätin.

Andreas Schmid ist ein Peitinger Gewächs. Er hat zwei Töchter mit 24 und 22 Jahren. Seine zwei älteren Schwestern wohnen ebenfalls in Peiting. Schmid lebt in einer festen Beziehung mit seiner Partnerin Sabine Herbstreit. Er hat eine kleine Landwirtschaft mit Wald und Streuwiesen, hält aber seit drei Jahren kein Vieh mehr.

Seit zwölf Jahren vertritt er die Marktgemeinde Peiting im Aufsichtsrat „Romantische Straße“, dem Städte und Gemeinden zwischen Füssen und Würzburg angehören. Zudem ist Schmid Jugendschöffe am Amtsgericht Weilheim. Seit 39 Jahren ist er bei der Feuerwehr – früher aktiv, inzwischen ist er passives Mitglied. Abspannen kann er beim Singen im Männerchor des Trachtenvereines. Hobbys sind Tanzen und Reisen.

Johannes Jais

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