Neue Ortsmitte für Hohenpeißenberg

Ein "grüner Kragen" für den Schächen

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Im Norden des Schächen soll eine Aktivzone entstehen. Der existierende Spielplatz soll dafür umgestaltet und erweitert werden.

Hohenpeißenberg – Er war einer der Gründe, warum zur Bürgerversammlung in der letzten Woche rund 200 Hohenpeißenberger kamen: der „grüne Kragen“, der rund um den Schächen entstehen soll. Der zuständige Landschaftsarchitekt präsentierte die bisherigen Planungen und trat in den Dialog mit den Anwesenden.

Eine neue Ortsmitte mit einladendem Umfeld soll in den kommenden Jahren in Hohenpeißenberg entstehen. Nach dem Neubau des Schächen-Gebäudes ist nun das angrenzende Areal an der Reihe. 11.800 Quadratmeter verteilen sich auf drei Seiten rund um den Schächen, die für die Planung in drei separate Bereiche aufgeteilt wurden.

Bereits vor knapp einem Jahr sammelten Interessierte in einer Bürgerwerkstatt viele Ideen. Nun stellte Stefan Goller die ersten Überlegungen zur konkreten Gestaltung vor, in die auch die Inspirationen der Bürgerwerkstatt aufgenommen wurden: „Das ist nichts Endgültiges, nur der vorgesehene Rahmen“, ermunterte Goller, auch weiterhin zur Mitarbeit an dem Projekt.

Im ehemaligen Biergarten soll ein Treffpunkt für die Hohenpeißenberger entstehen. Verschiedene Bänke und Tische sowie ein Pavillon mit Aussicht auf den künftigen Ortsplatz stellen das Kernstück dar. „Die Möblierung soll so robust sein, dass sie das ganze Jahr draußen stehen bleiben kann“, erklärte Goller. Außerdem soll sie versetzbar sein. Der Pavillon kann bei Feiern auch als Bühne genutzt werden. Auch eine Toilette soll gebaut werden. Auf die Frage einer Hohenpeißenbergerin hin wurde sogar die Überlegung in Erwägung gezogen, den gemeindlichen Christkindlmarkt im unbewirtschafteten „Biergarten“ anzusiedeln.

Wer es ruhiger mag, könnte im geplanten Obstgarten im Westen die Seele baumeln lassen. „Ernährung, Mensch und Tier“, sollen hier im Mittelpunkt stehen. Die bestehenden Obstbäume sollen dafür erhalten und erweitert werden und um Beerensträucher und ein Kräuterbeet ergänzt werden. Doch nicht nur für die Menschen, sondern auch für Insekten und andere Tiere soll es genug Nahrung geben. „Eine Bienenweide könnte entstehen und vielleicht erklärt sich auch ein Imker dazu bereit, hier Bienenstöcke anzusiedeln“, stellte Goller in den Raum. Ein Sitzrondell aus Naturstein soll zum Verweilen einladen.

Vor allem für Familien wird der Bereich im Norden hinter dem Schächen interessant sein. „Das soll der Aktivbereich werden“, sagte Goller. Zwischen Spazierwege sind verschiedene Bereiche geplant. Eine Fläche mit wenigen gestalterischen Elementen könnte als Picknickplatz oder Ruhefläche dienen. Daneben soll der bestehende Spielplatz erweitert werden. Große Rasenhügel sollen an die ursprüngliche Landschaft erinnern. Zwischen ihnen soll ein „Balanciergarten“ aus verschiedenen Naturmaterialien wie Baumstämmen, Steinen und Seilen entstehen. Für zusätzlichen Spaß im Sommer könnte ein Quellstein sorgen. Der Brunnen, der mit einem Knopf ausgestattet werden könnte, um das Wasser zu starten, soll in einer gepflasterten Mulde platziert werden, um Kindern das Pritscheln zu ermöglichen. Die alten Spielgeräte sollen eingebunden, dafür aber generalüberholt werden. Auf die Anfrage eines Hohenpeißenberger Vaters wurde die Anregung aufgenommen, die Spielgeräte auch für Kleinkinder zugänglich zu machen, denn derzeit seien diese nur für ältere Kinder geeignet.

Einen „Aufenthalt für Jung und Alt“ stellt sich Goller im Aktivbereich vor. Daher würden auch noch Freiflächen beibehalten, um Raum für neue Ideen zu schaffen. „Etwa ein Seniorenspielplatz“, schlug Goller vor und sorgte damit für Erheiterung im Saal.

Allgemein sollen die Hauptwege im gesamten Areal gepflastert, beleuchtet und somit auch im Winter nutzbar sein. Sämtliche Gegenstände sollen eine natürliche Optik erhalten und mit Holz und Naturstein gestaltet werden. Außerdem sollen ausreichend Mülleimer angebracht werden. Des Weiteren wurde angedacht, Infopunkte zu errichten, bei denen zum Beispiel über die Historie des Schächen oder die Aussicht zu lesen sein könnte. Es soll außerdem darauf Wert gelegt werden, lediglich heimische und pflegeleichte Pflanzen anzusiedeln, um nicht zusätzlichen Arbeitsaufwand entstehen zu lassen, denn „der Bauhof muss es stemmen können“. Einige Altbestände wie etwa eine Thujenhecke im Obstgarten müssen deshalb weichen.

Start und Förderung

Bleiben die Planungen wie von Goller erstellt, erwartet dieser Gesamtkosten von knapp 500.000 Euro. Die Pläne wurden bereits mit der Zuständigen der Regierung von Oberbayern besprochen. Dabei wurden Förderungen von rund der Hälfte der Kosten in Aussicht gestellt.

Sollte Goller das O.k. bekommen, möchte er versuchen, bis Jahresende die konkrete Entwurfsplanung und die Kostenrechnung bis zum Jahresende fertigzustellen. Die ersten Rodungen und Umpflanzungen müssten nämlich bereits bis Februar abgeschlossen sein, denn dann beginnt die Vogelschutzzeit, in der die Bäume nicht mehr bearbeitet werden dürfen. Im Frühsommer 2019 könnte es dann richtig losgehen.

„Wir wollen zeitnah starten, damit auch der Dorfplatz in Angriff genommen werden kann“, gab Bürgermeister Thomas Dorsch Hoffnung auf einen schnellen Start des Projekts. Denn auch für den Bereich im Süden gebe es derzeit aussichtsreiche Verhandlungen mit Kirche und Sparkasse. 

Ursula Gallmetzer

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