Bürgerwind Pfaffenwinkel hält an Plänen fest

Zeit, dass sich was dreht

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Auf der Köpfinger Wiesen sollen die ersten Windkraftanlagen der Bürgerwind Pfaffenwinkel entstehen. Die Montage zeigt den Blick von der Kreuzungsstelle B472/Füssener Straße.

Peiting/München – 650 Windräder drehen sich aktuell im Freistaat, rund 460 weitere sind geplant. Doch vielen Projekten droht nach den neuen Plänen der Bundes- und Staatsregierung das Aus. Die Bürgerwind Pfaffenwinkel ist dennoch optimistisch, dass sie bald mit dem Bau der Windkraftanlagen auf der Köpfinger Wiesen bei Peiting beginnen kann.

Die Empörung unter den Windkraftanhängern ob der Äußerung von Horst Seehofer im Wahlkampf war groß. Mindestens zehnmal so weit wie die Windkraftanlage hoch müsse der Abstand zur nächstgelegenen Wohnbebauung sein, forderte der bayerische Ministerpräsident, was bei 200 Meter hohen Windrädern zwei Kilometer bedeutet und deutlich mehr ist als die aktuell geltenden Grenzen. 

Dass es soweit kommen wird, daran zweifelt rund vier Monate nach der Wahl niemand mehr. Laut dem Eckpunktepapier von Bundesenergieminister Sigmar Gabriel (SPD) zur Reform des Erneuerbare Energien-Gesetz sollen die Länder die Abstände künftig selbst regeln dürfen. In seinem vom Bundeskabinett beschlossenen Entwurf kündigte Gabriel zudem an, die Einspeisevergütung senken zu wollen, um langfristig den Anstieg der Strompreise zu senken. 

Für Peter Krecu kommt zumindest letzteres nicht überraschend. „Wir haben das immer beobachtet, da klar war, dass etwas geschehen würde“, erklärt der Geschäftsführer der Bürgerwind Pfaffenwinkel Planungs-GmbH), die seit 2011 im Auftrag von 62 Landwirten die Planung für Windkraftanlagen auf Berger und Köpfinger Wiesen bei Steingaden und Peiting vorantreibt. 9,1 Cent pro Kilowattstunde beträgt aktuell die Förderung für Windkraftanlagen im Binnenland. Um wie viel sie sinken soll, steht noch nicht fest. „Wir haben daher schon immer nur mit 8,5 Cent kalkuliert“, sagt Krecu – allerdings ausgelegt auf 20 Jahre. Gabriel will die Förderdauer auf 15 Jahre verkürzen. „Das müssen wir jetzt nochmal durchrechnen.“ 

Dennoch ist der 54-Jährige optimistisch. „Vom Wind her haben wir einen der besten Standorte in Südwestbayern.“ Die scheinbare Abkehr Bayerns vom Ausbau der Windkraft sieht Krecu trotzdem mit Sorge, weshalb er sich jüngst an die Gesellschafter der GmbH wandte und sie aufforderte, bei Seehofer und weiteren Spitzenpolitiker um Unterstützung zu bitten. Stromerzeugung aus Wind werde im Freistaat derzeit zu einem Menetekel vergleichbar der Atomkraft hochstilisiert, beklagte der Geschäftsführer in seinem Schreiben. Von zubetonierter und verspargelter Landschaft sei die Rede. „Diese Art und Weise ist nicht fair und entspricht nicht den Tatsachen.“ 

Am Dienstag weilte Krecu mit Franz Schwaiger, dem zweiten Geschäftsführer, sowie zwei Gutachtern und der stellvertretenden Landrätin Andrea Jochner-Weiß in München beim Vorsitzenden der CSU-Fraktion im Landtag, Thomas Kreuzer, um Werbung in eigener Sache zu betreiben. Es sei ein „sehr konstruktives Gespräch“ gewesen, berichtet er. „Unser großes Plus ist, dass wir die Gemeinden und Bürger auf unserer Seite haben.“ Durch den bereits beschlossenen Flächennutzungsplan habe man auch kein Problem mit den wohl kommenden neuen Abstandsregeln, erklärt Krecu. „Das läuft unter Bestandsschutz“. 

Ob darunter auch die bislang geltende Förderung von 9,1 Cent falle, hänge davon ab, wie zügig das Genehmigungsverfahren vorangehe. Den Bauantrag für vier Windenergieanlagen auf der Köpfinger Wiesen hat die GmbH bereits im November 2013 eingereicht. Derzeit hängt alles an der artenschutzrechtlichen Prüfung. In den nächsten Wochen werde man die finalen Ergebnisse der Untersuchungen präsentieren, kündigt Krecu an. Dann entscheidet sich, ob sich bald tatsächlich Windräder auf Peitinger Flur drehen.

Christoph Peters

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