Bürgerwind Pfaffenwinkel

Voll im Zeitplan

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Schlaue Tiere: Wie Ornithologen beobachteten, weichen Milane gekonnt den riesigen Rotoren der Windkraftanlagen aus.

Peiting – Gut aufgehoben fühlt sich die Bürgerwind Pfaffenwinkel Planungs-GmbH in der Marktgemeinde Peiting. Das machte deren Geschäftsführer Peter Krecu bei der jüngsten Gemeinde-ratssitzung deutlich, wo er gemeinsam mit Franz Schwaiger über den Stand in Sachen Windkraft im Pfaffenwinkel informierte. 

Der Zug hat Fahrt aufgenommen, so kann man die Worte Peter Krecus in der Gemeinderatssitzung interpretieren. Dazu passten auch die Worte Michael Asams, die er dem Vortrag vorangestellt hatte. Darin bezog sich der Peitinger Rathauschef auf jüngste Entwicklungen entlang des Lechs, wo Bürger Windkraftanlagen verhindern wollen. „In der Öffentlichkeit wird so getan, als ob man sie verhindern kann. Das ist nicht der Fall“, unterstrich Asam ein scheinbar bestehendes Missverständnis. Die Anlagen seien privilegiert, so Asam weiter.

Daher sei es wichtig, dass man mit dem Teilflächennutzungsplan in Peiting die Voraussetzung geschaffen habe, dass die Anlagen nur da entstehen, „wo wir sie haben wollen“. Man habe im Gremium diskutiert und sich bewusst für Bürgerwindanlagen ausgesprochen. Und mit Blick auf die Windkraftgegner bekräftigte Asam, dass man das planerisch richtig vorbereiten müsse, insbesondere auch die Öffentlichkeit rechtzeitig informieren müsse. 

Womit er der Planungsgesellschaft ein Kompliment für ihre Arbeit machte. Die hat mittlerweile gut 200000 Euro in die Planung investiert und ist dabei, den selbst gesteckten Zeitplan abzuarbeiten. Jüngst gab es das Okay der Banken für die weitere Finanzierung. Auch von einem von der Regierung anerkannten Gutachters bekam die Planungsgesellschaft grünes Licht. So kam Professor Sören Schöbel zu dem Schluss, dass sich das Weltkulturerbe Wies und die Windenergieanlagen nicht ausschließen würden. 

Und auch was bedrohte Vogelarten angeht, konnten die Planer Erfolge verbuchen. So beobachteten Ornithologen am WEA-Standort Kraftisried, wie Milane zwischen den sich drehenden Rotorblättern durchflogen. Die Biologen hätten ob des nicht erwarteten Verhaltens die Hände über den Kopf zusammengeschlagen, berichtete Schwaiger. Dennoch bläst gerade aus dieser Richtung immer noch Gegenwind. So hat man seitens der Naturschutzbehörde die Bergwiesen bei Steingaden aus dem Regionalplan herausgestrichen. Dort sah ein altes Gutachten inzwischen nicht mehr bestätigte Horste der Rotmilanpopulation. Demgegenüber erhebe man keine Einsprüche gegen den Standort Köpfing, wo die Gutachter aber mehrere Milan-Horste und auch Brutpaare gezählt hätten, wetterte Krecu. 

Ohnehin konzentrieren sich mittlerweile die Planungen verstärkt auf die Köpfinger Wiesen. Hier sind drei bis vier Anlagen möglich, bei Steingaden wären es, unabhängig von der Windhöffigkeit, bis zu neun kleinere Rotoren, die Platz fänden. Aktuell sei man in Gesprächen mit den Herstellern der Windkraftanlagen. Bis zum Frühjahr wolle man sich auf einen Hersteller festlegen, bei dem man im April oder Mai dann die ersten Anlagen bestellen werde. 

Mit drei Anlagen könnten um die 20 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt werden, rechnete Krecu in seiner Präsentation vor. Dies entspräche einem Verbrauch von 5000 Haushalten, die Gemeinden könnten mit rund 20000 Euro Gewerbesteuer je Anlage rechnen und die Verpächter des Bodens mit einer ebenso hohen Pacht je Anlage. Nun müsse man sich aber vorrangig darum bemühen, dass die Bergwiesen wieder in den Regionalplan aufgenommen würden. Nächste Etappe ist eine Informationsveranstaltung für die Öffentlichkeit am 9. Dezember in Peiting.

Oliver Sommer

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