Raus aus St. Michael

Evangelische Gemeinde darf zur Christvesper nicht in Altenstadter Basilika

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Bitte draußen bleiben: Altenstadts Pfarrer Karl Klein macht die Basilika für nicht-katholische Gemeinden dicht.

Altenstadt/Schongau – Seit Jahrzehnten feiert die Schongauer Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde ihre Christvesper an Heiligabend in der katholischen Basilika St. Michael in Altenstadt. Doch damit ist nun nach 45 Jahren Schluss, wie Pfarrer Karl Klein im aktuellen Pfarrbrief bekannt gibt.

Einmal im Monat zum Sonntagsgottesdienst sowie an den Festtagen Karfreitag und Weihnachten war die Evangelische Gemeinde zu Gast in der Basilika. Nach Rücksprache mit dem Pfarrgemeinderat und der Kirchenverwaltung habe er sie aber gebeten, das in Zukunft anders zu handhaben, schreibt Klein. Zur Begründung führt er an, er wolle die Basilika und ihre Mesner – gerade an den Festtagen – entlasten. Die wöchentlichen Gottesdienst finden aber weiterhin statt. Zum anderen sollen sich keine festen Ansprüche von außerhalb auf die Nutzung der Basilika entwickeln, „denn diese ist in erster Linie für die Verkündigung des katholischen Glaubens, katholische Gottesdienste und für das Gebet da“, heißt es im Pfarrbrief.

Schongaus evangelischer Pfarrer Jost Herrmann ist über die Entscheidung seines katholischen Altenstadter Kollegens „enttäuscht und irritiert“, sagt er.

Über die Entscheidung Kleins, die ihm bereits seit dem Frühjahr bekannt ist, sei er sehr unglücklich, schildert Schongaus evangelischer Pfarrer Jost Herrmann auf Nachfrage des Kreisboten. Auch der Gottesdienst am Karfreitag wird so nicht mehr in der Basilika stattfinden, die wöchentlichen Gottesdienste bleiben aber bestehen. Für die Christvesper weicht die Gemeinde nun in die Heilig-Geist-Kirche St. Anna in Schongau aus, welche jedoch nicht beheizt werden kann. „Das ist schon schlimm“, sagt Herrmann, „wir haben aber keine andere Möglichkeit.“

Insgesamt sei er über die Entscheidung „enttäuscht und irritiert“, sagt der Geistliche. Gerade die Evangelischen würden sich in einer romanischen Kirche eben heimischer fühlen als in einer barocken. Von außen werde die Basilika auch einfach als Gotteshaus für die Leute in der Region wahrgenommen, nicht nur als katholisches, ist Herrmann überzeugt. Im Sinne der Ökumene dürfte das auf jeden Fall nicht sein. Daher hofft Herrmann auch, in Zukunft wieder gemeinsam einen Weg zu finden. 

Altenstadts Pfarrer Karl Klein: „Die Basilika steht natürlich weiterhin für evangelische Gottesdienste zur Verfügung.“ Die evangelische Gemeinde sei ein gerngesehener Gast. Weiterhin soll einmal im Monat ein evangelischer Gottesdienst in der Basilika stattfinden und auch an den Festtagen soll sie weiter für die evangelische Gemeinde offen sein. „Wir haben nur gebeten, an den Tagen, an denen besonders viel los ist, etwas abzuwechseln und zusätzlich zur Basilika auch andere Kirchen zu nutzen“, so Klein. Dazu habe man alle Kirchen der Pfarreiengemeinschaft angeboten.

asn

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Kommentare

Karl Klein
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Das ist leider nicht die Wahrheit. Die Basilika steht natürlich weiterhin für evangelische Gottesdienste zur Verfügung. Die evangelische Gemeinde ist bei uns gerngesehener Gast.

Weiterhin findet einmal im Monat ein evangelischer Gottesdienst in der Basilika statt und auch an den Festtagen ist sie weiter auch für die evangelische Gemeinde offen. Wir haben nur gebeten, an den Tagen an denen besonders viel los ist etwas abzuwechseln und zusätzlich zur Basilika auch eine andere Kirche zu nutzen. Dazu haben wir alle Kirchen der Pfarreiengemeinschaft angeboten. Niemand ist aus der Basilika rausgeworfen worden.

Schade, dass der Kreisbote so berichtet, ohne vorher bei uns nachzufragen.

Franz Schober
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Was für ein engstirniges Denken und ich gebe Ihnen vollkommen Recht Herr Pfarrer Jost Herrmann!