Citroën-Fan Hubert Pfeffer

Faszination im Maßstab 1:18

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Multitalent mit Sammelleidenschaft. Hubert Pfeffer mit zwei seiner über 500 gebauten Modelle. Rechts ein Tankwagen im Wellpappeverfahren gebaut, links ein Leichenwagen mit Sarg der gehobenen Gesellschaft.

Peiting –  KREISBOTE-Cartoonist Hubert Pfeffer hat eine besondere Leidenschaft: Er sammelt, konstruiert und baut Citroën-Modelle. 500 nennt er bereits sein Eigen - und es werden immer mehr.

Man kennt Hubert Pfeffer. Man kennt vor allem seine Karikaturen. Mit spitzem Stift bringt er aktuelle Themen zu Papier. Treffend und direkt, ohne viel Umschweife. Seine Cartoons drücken mehr aus als die sprichwörtlichen 1000 Worte. Doch wer kennt die andere Seite von Hubert Pfeffer. Die Seite, die vielleicht von noch intensiverer Leidenschaft geprägt ist? 

Pfeffer ist von französischer Lebensart begeistert. Francophile-infiziert. Dass er einen Citroën fährt, ist für ihn mehr als selbstverständlich. Seit über 35 Jahren ist er der Marke treu. Diese Marke hat ihn schon immer fasziniert. Form und Technik, den anderen immer ein Stück voraus. Dann die individuellen Umbauten der einzelnen Typen. Pfeffer ist gefesselt von Citroën. 

Bei seinen Aufenthalten in Frankreich begann Pfeffer, Modellautos zu sammeln. Doch der Markt gab nicht viel her. Standardmodelle ja. Aber die ausgefallenen und exotischen Stücke, die in den Nebenstraßen rund um den Montmartre ins Auge fallen, blieben unerreichbar. Dies veranlasste den Peitinger, selbst Hand anzulegen. Pfeffer als Modellbauer. Geht nicht? Gibt’s nicht! 

Sein großes Vorbild: André-Gustave Citroën. 1919 hatte dieser den ersten Citroën in Serie hergestellt, den 10 HP. Dann 1934 den ersten mit Vorderradantrieb frei nach dem Motto: „Ein Pferd zieht ja auch und schiebt nicht.“ So wie der große Citroën seine Modelle baute, fertigte Pfeffer die kleinen Nachbildungen auf seinem Arbeitstisch in Peiting. Stück für Stück. Detailgetreu, die meisten im Maßstab 1:18. Die Palette ist groß, der Tatendrang von Pfeffer ebenfalls. Mittlerweile kann der Besucher über 500 Stück betrachten. Besser gesagt bestaunen. Jedes Stück ein Unikat. 

Nachgebaut wird jedes kleine Einzelteil. Zwei Methoden praktiziert Pfeffer. Aus den wenigen Standardmodellen, die es auf dem Markt gibt, schlachtet er Teile aus und modifiziert diese um. Dann gibt es den individuellen Anstrich. Die kleinen Accessoires, die das Modell so reizvoll machen, fertigt Pfeffer in reiner Handarbeit. Da sitzt er schon mal die ganze Nacht am Tisch, um einen Sarg im passenden Maßstab nachzubauen. Mit Haltegriffen und Kränzen, wie im richtigen Leben. Die Limousine dazu, in vier verschiedenen Ausführungen. Schließ-lich wird der Staatsmann anders zu Grabe gefahren als der Lebemann. 

Die zweite Gruppe der Modelle ist die Wellblechgeneration. Hier verarbeitet Pfeffer nur Wellpappe. Stück für Stück wird ausgeschnitten, geknickt, geformt, geklebt und zusammengesetzt. Die Lackierung gibt die Festigkeit. Man will die Modelle ja schließlich auch anfassen. „Solche Modelle kannst du nur streicheln“, schwärmt Pfeffer. Wie die Originale, die noch auf dem Reißbrett konstruiert worden seien. „Die hatten ihren eigenen Charakter. Nicht wie die Computerware, die heute produziert wird. Das sieht alles gleich aus.“ 

In den Modellen, die in gläsernen Vitrinen ihren Platz gefunden haben, spiegeln sich viele Frankreich-Besuche von Pfeffer wider. Der Zirkuswagen mit den tanzenden Affen, das Modell, bei dem man die frischen Crêpes geradezu riechen kann, oder auch die Sahara-Modelle, an denen noch der echte Wüstensand klebt. Alles mit Leidenschaft gebaut. Dazu nur Cuttermesser, Schere, Leim und Klebeband und viel Liebe. 

 Apropos Liebe. Eines der Originalstücke, das Pfeffer lange selbst gefahren hat, ist ein CX 2,5 Turbo Diesel. Der fährt mittlerweile in Hamburg. Ein „Eisdielenbesitzer“ auf der Reeperbahn hat ihn gekauft.

Hans-Helmut Herold

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