"Keine Patientengefährdung"

Keime im Schongauer Krankenhaus-Trinkwasser

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Zum Zähneputzen sollen die Patienten derzeit nur Mineralwasser verwenden, denn im Trinkwasser des Schongauer Krankenhauses wurden coliforme Bakterien entdeckt.

Schongau - Bei einer Routineuntersuchung am 13. November wurden im Trinkwasser an einigen Stellen im Krankenhaus Schongau coliforme Bakterien gefunden. Das vermeldet am heutigen Mittwoch die Krankenhaus GmbH. 

"Es erfolgte umgehend eine Meldung ans Gesundheitsamt in Weilheim", erklärt der Ärztliche Direktor Dr. Michael Platz dazu. Die Stationsleitungen hätten in Abstimmung mit der Krankenhaus Hygiene-Fachkraft und dem Gesundheitsamt Maßnahmen zum Schutz der Patienten ergriffen, heißt es von Platz weiter. Und: "Es bestand zu keiner Zeit eine Patientengefährdung."

An den Wasserentnahmestellen wurden Sterilfilter angebracht, zudem werde eine Chlorierungsanlage an der Wassereinspeisungsstelle montiert. Die Patienten seien informiert worden, nur Mineralwasser beim Zähneputzen zu verwenden, nicht zu duschen und Einmalwaschlappen zu verwenden. "Es besteht enger Kontakt mit dem Leiter des Gesundheitsamts, Dr. Stefan Günther, mit dem weitere Schritte abgesprochen werden."

Coliforme Keime sind ein Parameter für eine mögliche Verunreinigung der Wasserversorgung, z.B. durch Leck, einen Rohrbruch oder ähnliches, heißt es dazu vom Landratsamt. Nicht zu verwechseln seien diese mit E.coli – das sind Darmbakterien, bei denen sofortige Sicherungsmaßnahmen wie z.B. Chlorung hätten getroffen werden müssen. Dr. Stefan Günther, Leiter des Weilheimer Gesundheitsamts betont: „E.coli-Bakterien sind definitiv NICHT vorhanden und damit besteht auch keine unmittelbare Gefährdung der Bevölkerung!" Gleichwohl sei sicherheitshalber im Hinblick auf die Patienten, die z.T. immunsupprimiert sind, ein Abkochgebot beschränkt auf das Krankenhaus erlassen worden. 

Die Stadtwerke Schongau wurden durch das Gesundheitsamt beauftragt, systematische Beprobungen im gesamten Trinkwassernetz durchzuführen, um eine mögliche Eintragspforte näher zu lokalisieren. Auch das Gesundheitsamt wird heute weitere trinkwasserhygienische Ermittlungen durchführen und erneut Proben ziehen. Anzumerken sei, dass die routinemäßigen Beprobungen des Leitungsnetzes der Stadt Schongau in den letzten Monaten vollkommen unauffällig waren. 

"Zusammenfassend besteht aus Sicht des Gesundheitsamts gegenwärtig keine Gefährdung der Bevölkerung, welche das Wasser weiterhin trinken und verwenden darf. Gemeinsam mit den Stadtwerken Schongau bemüht sich das Gesundheitsamt um eine rasche Lokalisierung der Ursache und Beseitigung des Schadens", heißt es aus der Kreisbehörde.

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