»Vertrauen zurückgewinnen«

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zu Gast in Schongau

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Bescheinigten sich gegenseitig gute Zusammenarbeit (von links): CSU-Vorsitzender Dr. Oliver Kellermann, Bezirksrätin Alexandra Bertl, Landesgruppenchef Alexander Dobrindt, Gesundheitsminister Jens Spahn, MdL Harald Kühn und Landrätin Andrea Jochner-Weiß.

Schongau – Der Einladung nach Schongau habe Jens Spahn ohne Zögern zugestimmt, wie CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt im Nachhinein verriet, nun konnte die CSU Schongau den Gesundheitsminister vor Ort persönlich begrüßen: Im Rahmen des CSU-Frühschoppens auf dem Schongauer Volksfest gewährte Spahn am vergangenen Sonntag vor vollen Rängen seiner Schwesterpartei Rückendeckung für die anstehende Landtagswahl. Mit ihm reihten sich die Bezirksrätin Alexandra Bertl und MdL Harald Kühn unter die Redner, die Begrüßung übernahm der CSU-Vorsitzende Oliver Kellermann. Unter den Gästen befanden sich, neben Alexander Dobrindt, auch Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Bürgermeister Falk Sluyterman und Krankenhaus-Geschäftsführer Thomas Lippmann.

Wurde Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) von seinen Gastgebern vor dem Eingang zum Festzelt herzlich in Empfang genommen, sollten sich wenige Meter daneben auch einige Demonstranten versammeln, die allesamt den Minister auf eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Pflegepersonal hinweisen, aber auch vorsorglich einer möglichen Schließung des Krankenhausstandorts Schongau entgegenwirken wollten. Die Gewerkschaft ver.di hatte zu dieser Demo aufgerufen, zu der sich auch Mitglieder der SPD-Ortsgruppe eingefunden hatten. Auch die von Spahn geforderten Pflegepersonaluntergrenzen rückte man mit deutlichen Statements mittels Plakaten in den Fokus.

„Ohne Krankenhaus auf dem Land geht Leben zugrunde“: Auch etwas Gegenwind erwartete den Gesundheitsminister bei seinem Besuch in Schongau. Zur Demonstration hatte die Gewerkschaft ver.di um Gewerkschaftssekretärin Uschi Zwick (vorne, 5. von links) aufgerufen.

Er habe kurz mit den Menschen vor dem Zelt gesprochen, erklärte Jens Spahn im Anschluss am Rednerpult im Festzelt. Er spüre deren Zweifel darüber, dass Politiker überhaupt Ideen hätten, wie die eklatanten Probleme gelöst werden könnten, sagte er. „Das Vertrauen daran, dass etwas zu ändern ist, ist verloren gegangen“, konstatierte Spahn. So sei es eine der Hauptaufgaben, gerade mit Blick auf die derzeitig aufgeheizte Lage mancher­orts, „das Vertrauen zurückzugewinnen“, und das gelte es auch bei den Pflegekräften.

Hatte Landtagskandidat Harald Kühn in seiner Rede zuvor noch Landrätin Jochner-Weiß mit den Worten zitiert, „eine Schließung (des Krankenhauses) steht für den Landkreis Weilheim-Schongau nicht zur Disposition“, erklärte Spahn, dass er ein gutes Netz an Krankenhäusern für eine flächendeckende, gut erreichbare Versorgung wolle, und jedes dieser Krankenhäuser einen Auftrag habe, jedoch nicht „alle Häuser alles machen müssten“. Dennoch verstehe er, dass es auch für einen Ort wie Schongau, für die Attraktivität des ländlichen Raumes wichtig sei, so ein Krankenhaus zu haben. „Das macht der Landkreis schon richtig“, schloss Spahn.

Noch einmal bekräftigte er anschließend die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen CDU und CSU, was „die ganze Breite an Erfolg“ ausmache und deshalb zusammengehöre. Weitere Themen, die der Gesundheitsminister in seiner rund einstündigen Rede anschnitt, sollten dann in den Bereichen Integration („Heimat lädt ein, aber man muss sich auch heimisch machen wollen“), Verkehr („Geld ist da, nur kriegen wir es nicht verbaut“), Asyl („Ordnung, Begrenzung plus humanitäre Hilfe“) und Duale Ausbildung („weil wir damit die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in Europa haben“) zu finden sein.

Im Lederhosen-Style

Abschließend konnte Jens Spahn aus den Händen Alexander Dobrindts noch ein besonderes Geschenk in Empfang nehmen: Eine Tablet-Tasche in Lederhosen-Style soll den Gesundheitsminister an die gute Zusammenarbeit der beiden Parteien auch in Berlin erinnern. „Wir brauchen uns gegenseitig!“, sagte Dobrindt. Und noch einmal bescheinigte er dem CDU-Minister gute Arbeit für das Gesundheitswesen im Bundestag. „Eine finanzielle Unterstützung für die ländliche Gesundheitsversorgung ist richtig“, schloss der CSU-Landesgruppenchef. 

pae

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