CSU-Informationsveranstaltung

Baugebiet Schongau Nord: Großes Interesse, viele offene Punkte

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Der Andrang war groß: Mehr als 100 Bürger waren erschienen, um sich über das geplante Wohngebiet zu informieren.

Schongau – Ob und wann es soweit ist, steht noch in den Sternen. Trotzdem hat der CSU-Ortsverein am Mittwoch zur Informationsveranstaltung über das geplante Baugebiet Schongauer Norden mit Stadtbaumeister Ulrich Knecht geladen. Das Interesse war groß.

„Wir wollen, dass ein gewisser Druck entsteht“, sagte Stadtrat Michael Eberle. Der Druck soll bewirken, dass das Projekt im Stadtrat vorrangig behandelt wird. Steht man an Ort und Stelle am der Stadt zugewandten Rand mit traumhaften Blick auf die Berge, kann man sich vorstellen, dass das geplante Bauareal, vor allem, was die erste Reihe betrifft, Begehrlichkeiten weckt. Kein Wunder, dass über 100 Besucher gekommen waren.

Noch befindet sich auf dem Gelände am Hohen Graben ein Maisfeld. Davor prangte an diesem Abend ein Bauplan mit CSU-Logo. Vor einem Jahr hatte der Stadtrat beschlossen, den vorliegenden Plan vom Grundsatz her weiter zu entwickeln, blickte Stadtbaumeister Ulrich Knecht zurück. Bis zum Neubaugebiet ist es aber noch ein weiter Weg, denn es gibt diverse Unwägbarkeiten.

Derzeit gehören nur 15 Prozent des angepeilten Baulands der Stadt. Den Rest der 150 000 Quadratmeter-Fläche teilen sich fünf Grundstückseigentümer, davon zwei Haupteigentümer. Und nicht alle scheinen verkaufswillig zu sein. 

Ein weiteres Problem ist eine 110 KV-Leitung, die quer über das Gelände verläuft und die unter die Erde verlegt werden soll. Eine Maßnahme, die mit 1,8 Millionen Euro veranschlagt ist. „Da ist nicht die Stadt Herr des Verfahrens, sondern der Versorgungsträger LEW. Es bedarf eines eigenen Planfeststellungsverfahrens“, führte Knecht aus. Die Summe müsse verteilt werden. Wenn sie Baurecht bekommen, könnten sich die Eigentümer vorstellen, die Kosten zu tragen, die zwischen 10,80 und 16 Euro pro Quadratmeter liegen. Die Stadt könne nicht in diesem Umfang in Vorleistung gehen. „Eine schwierige Materie“, so Knecht.

Trotzdem sei es nötig, die Pläne weiter zu verfolgen. Auch wenn Schongau in den letzten Jahren nicht gewachsen sei, mache der demografische Wandel es nötig, die Schaffung von Wohnraum voranzutreiben, betonte der Stadtbaumeister. Laut dem vorliegenden Plan sollen etwa 66 000 Quadratmeter des Geländes bebaut werden. Die Vorstellungen der Grundstückseigentümer liegen jedoch bei einer Bebauung von 100 000 Quadratmeter. 

Der vorliegende Entwurf sieht bislang 21 Einfamilienhäuser, 76 Doppelhaushälften und 69 Reihenhäuser vor. Das Areal, das Wohnraum für 400 bis 450 Bewohner bieten soll, ist in fünf Quartiere aufgeteilt, die durch großzügige Grünflächen gegliedert sind. Die Grundstücksgrößen sollen zwischen 235 und 900 Quadratmeter betragen.

Der Preis der Bauplätze wird nach dem freien Markt geregelt. Wo die Stadt selbst über Grundstücke verfügt, sollen diese nach dem Einheimischenmodell vergeben werden. Bis dahin werde allerdings angesichts der vielen offenen Punkte noch eine Weile vergehen, dämpfte Knecht die Erwartungen. Im günstigsten Fall veranschlagte er drei Jahre.

Erschlossen werden soll das Baugebiet über eine zentrale Zufahrt gegenüber von Betonwaren Lang, um Durchgangsverkehr zu vermeiden. Hinzu komme, dass die Marie-Eberth-Straße am Krankenhaus eine Privatstraße sei und für Durchgangsverkehr umgewidmet werden müsse, so Knecht. Der bestehende Weg an der Hangkante werde die Funktion eines Rad- und Fußwegs übernehmen und ein Areal zum Relaxen mit Blick auf die Berge sein.

Genau das beobachten aber einige Bürger kritisch. Carola Dempfle wünschte sich einen breiten Grüngürtel an der Hangkante, um den schönen unverbauten Blick auf Schongau zu erhalten und erntete spontanen Applaus.

Ursula Fröhlich

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