CSU-Schockerberg 2016

Gag-Feuerwerk im "Jammer-Lech-Land"

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Impulsgeber und Hauptdarsteller beim Singspiel zum Schockerberg: Luitpold Braun junior als "Ilogut" - in Anspielung auf Ilona Böse. Unter den zwölf Darstellern auch Michael Eberle (links) und Thomas Schleich als Eunuchen.

Schongau – Alle Register gezogen hat Luitpold Braun junior beim Singspiel auf dem Schongauer Schockerberg. Das betrifft Regie, Bühnenbild, aber auch Tanz, Texte und Gesang. 600 Zuschauer sahen an zwei Abenden im Jakob-Pfeiffer-Haus die Aufführung „Tausend und eine Nacht“, die in den Orient verlegt wurde, aber in der viele heimische Lokalpolitiker dargestellt wurden. Und ihr Fett wegbekamen.

 Wie ein roter Faden zogen sich die Themen der leeren Schongauer Stadtkasse und der von SPD und Alternativen Liste forcierten Millionenausgaben durch das Singspiel. Braun junior wirbelte – in Anspielung auf die Schongauer SPD-Fraktionsvorsitzende und SPD-Kreisvorsitzende Ilona Böse als rot gewandete orientalische Tänzerin mit dem Namen Ilogut auf der Bühne und durchs Publikum. Wobei er am ersten Abend für Lacher sorgte, als er sich bei Kreisrat Peter Ostenrieder kurz auf den Schoß setzte oder bei Bürgermeister Falk Sluyterman die Wangen streichelte.

In die Rolle Sluytermans (Kalifalk genannt) schlüpfte im Singspiel Robert Kassebaum. Für was der bekannte Geschäftsmann doch alles zu haben ist! Im Singspiel tauchte er zwischendurch für eine zweite Rolle in Anspielung auf den früheren Kanzler und Putin-Freund als Gerd mit Zigarre und dunklem Anzug wie ein Nichts aus dem Nebel auf, ehe er die Bühne durch eine Luke verließ, aus der auch Dschinnia Cordula (Lena Eberle) und Dschinnia Andrea (Anna Eberle) aufstiegen und sich – anspielend auf die Frau des Bürgermeisters und die Landrätin – sich ins Geschehen einmischten.

Doch mit den zwei Sprechrollen im Singspiel war’s nicht genug für Robert Kassebaum. Er schlüpfte zum ersten Mal in das – von Edi Igl aus Schongau geliehene –Gewand des Fastenpredigers mit dem Namen Bruder Okulus. Der wirft ein waches Auge (passend zum Optiker Kassebaum) auf all das, was sich im Städtle so tut, das jetzt zum „Jammer-Lech-Land“ gehört.

Tobbogan statt Schrägaufzug

Der Fastenprediger, der kurz vor seiner Premiere im Foyer noch sehr angespannt wirkte, streifte eine Menge an Themen. Zu Bürgermeister Falk Sluyterman und dessen Stellvertreter Tobias Kalbitzer meinte er, die hätten sich in der Haarpracht „unheimlich angeglichen“. Nur sei der Sluyterman eher am Schreibtisch und Kalbitzer eher am Stammtisch anzutreffen. Zu den Kräfteverhältnissen in der SPD meinte der Fastenprediger nur: „Ein Schelm, wer Böse dabei denkt.“

Ein Vorschlag zur Stadtpolitik ist, statt eines teuren Schrägaufzuges vom Volksfestplatz zur Stadt hinauf sollten die Schongauer doch die Familie Konrad den Tobbogan aufstellen lassen und als Beförderungsmittel nach oben einsetzen.

Singspiel und Fastenpredigt – damit war das viereinhalbstündige Programm bei den zwei Starkbierabenden, zu denen eine Besetzung der Stadtkapelle musikalisch unterhielt, beileibe noch nicht ausgeschöpft. Stadträtin Marianne Porsche-Rohrer machte sich als Märchentante ihren Reim auf das Abstimmungsverhalten – etwa bei der Erhöhung der Gewerbesteuer. „Seine Roten“, so bekundete die Märchentante mit Bezug auf den Bürgermeister, „die waren alle ganz grün.“

Einen Auftritt für zwischendurch hatte der Luis aus Südtirol (Stadtrat Markus Wühr). Er übersetzte einen Liebesbrief seines italienischen Nachbarn Giovanni – und da ist von der Romantik nichts mehr geblieben.

Was allerdings den Schockerberg-Besuchern in Erinnerung geblieben ist: Der finale Auftritt der Schönachdorfer Feuerwehrkapell’n. Jürgen Fischer fragte die „Gemeinde“ im Saal, was denn die Schule und das Schongauer Volksfest gemein hätten? Antwort: „Bei beiden ist’s guat, wenn du ein Pausenbrot dabei hast!“

Beim Schockerberg freilich bedurfte es keines Pausenbrots, da war für Speis und Trank – den Bock hatte Markus Langer (Altenstadt) gebraut – gut gesorgt. Und trotz der Länge war es – von der Schunkelrunde mal abgesehen – ein flüssiges Programm.

Johannes Jais

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