Drei Stellvertreter

CSU-Vorsitz: Deibler springt ein

Wechsel im CSU-Ortsvorstand in Peiting: Auf Norbert Merk (links) folgt nun für zwei Jahre Michael Deibler (rechts).
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Wechsel im CSU-Ortsvorstand in Peiting: Auf Norbert Merk (links) folgt nun für zwei Jahre Michael Deibler (rechts).

Peiting – Michael Deibler, Fraktionssprecher der Christsozialen im Marktgemeinderat, führt jetzt auch den Peitinger CSU-Ortsverband. Das Amt hat er übernommen, weil Norbert Merk sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl stellte. Merk hatte den Vorsitz beim CSU-Ortsverband 18 Jahre inne.

Deibler (57) ist eingesprungen. Denn eigentlich wollte Merk nochmals eine Periode die Geschicke im Ortsverband leiten und dann in zwei Jahren an Stephan Walter übergeben. Doch Walter konnte aus beruflichen und familiären Gründen die Aufgabe noch nicht übernehmen, hieß es auf der Hauptversammlung.

Stephan Walter ist einer der drei Stellvertreter von Michael Deibler. Er wurde ebenso mit 16 Stimmen gewählt wie Irma Gundlach (Frauen-Union). Erich Steiner erhielt 17 Stimmen; das gleiche Ergebnis erzielte auch Vorsitzender Michael Deibler. Er ist 57 Jahre, verheiratet, hat zwei Kinder und fünf Enkel. Deibler ist von Beruf Automobilkaufmann.

Bei den Wahlen, die Leopold Hahn aus Paterzell, der Geschäftsführer der CSU im Bundeswahlkreis Weilheim, zügig durchzog, ist erstmals ein Digitalbeauftragter in die Vorstandschaft aufgenommen worden. Darum kümmert sich künftig Kim Borr.

Kassier bleibt Herbert Schäffler. Josef Ziegler ist weiterhin Schriftführer. Der erweiterten Vorstandschaft gehören an: David Kammerer, Birgit Häuserer-Bader, Beate Fiedler, Rainer Hornberger, Martin Mühlegger und Oliver Rader sowie Stefanie Wörnzhofer und Alfons Rohrmoser. Kassenprüfer sind Herwig Skalitza und Xaver Schelle.

»Mit Herzblut«

Sein Vorgänger Norbert Merk habe das Amt des CSU-Ortsvorsitzenden „mit Herzblut“ ausgeübt, konstatierte Nachfolger Michael Deibler. Bürgermeister Peter Ostenrieder sagte über Merk: „Mir ham uns blind verstanden.“

Der Rathauschef erinnerte an die Zeit des Wahlkampfs, bevor er im März 2020 Bürgermeister wurde. Er erwähnte die Nominierung mit Kerstin Schreyer (damals Familien-, jetzt Bauministerin), an Info-Stände, an Kundgebungen, Besuche in Betrieben und an die Zukunftswerkstatt. All die Aktionen und Mühen hätten zu dem Vertrauen geführt, das bei der Kommunalwahl „in mich und die CSU“ gesetzt worden sei, so Ostenrieder.

„Ich folge dem Rat der Ärzte und der Vernunft“, begründete Norbert Merk (58) die Entscheidung, auf eine weitere Kandidatur zu verzichten. Die Gesundheit erfordere es, sich auf Beruf und Familie zu konzentrieren, sagte der 58-Jährige, der Kreiskämmerer von Weilheim-Schongau ist und dem Peitinger Marktgemeinderat angehört.

Im Ortsverband

Merk war von 1993 bis 1999 Schriftführer im CSU-Ortsverband. Vier Jahre war er stellvertretender Vorsitzender, ehe er 2003 die Führung übernahm. Der CSU-Ortsverband in Peiting ist hinter dem in Weilheim und zusammen mit dem in Schongau bei aktuell gut 120 Mitgliedern der zweitstärkste im Landkreis, wenngleich die Zahlen seit Jahren stagnieren.

Feiern und Begegnungen habe er als persönliche Bereicherung empfunden, resümierte Merk. Zahlreiche politische Hochkaräter seien nach Peiting gekommen; er nannte Markus Söder, Horst Seehofer und Ilse Aigner. In Erinnerung rief er auch den gemeinsamen Neujahrsempfang von 2016 mit dem SPD-Ortsverein; damals waren Christian Ude (SPD) und Peter Gauweiler (CSU) die Gäste. Bevor er in seinem letzten Bericht als CSU-Vorsitzender ein „Ich habe fertig“ ausrief, wandte sich Merk noch mit diesem Appell an die Parteifreunde: „Wir müssen als Demokraten zusammenhalten.“

CSU in Sporthalle – SPD „erstaunt“: Anfrage und Antwort, warum Ortsverband dort Präsenzveranstaltung abhält

Er sei schon „erstaunt“, wenn der CSU-Ortsverband seine Hauptversammlung in der Sporthalle in Birkenried halte. Denn andererseits habe eine Mehrheit der Räte wegen des Corona-Lockdowns beschlossen, dass nicht mehr der gesamte Marktgemeinderat mit 24 Mitgliedern dort tage, sondern nur ein Ausschuss mit acht Leuten zusammentrete, argumentierte Herbert Salzmann, der Fraktionssprecher der SPD.

Überdies lege man sonst auch Wert drauf, dass die Halle in Birkenried fast ausschließlich für sportliche Zwecke zur Verfügung gestellt werde, fuhr Salzmann fort. Ihm war es „sehr wichtig“, dieses Thema vor der CSU-Versammlung anzusprechen.

Gemeinderat Nobert Merk antwortete, der CSU-Ortsverband habe sich bei der Entscheidung in einem „Zwiespalt“ befunden. Der Aufwand für eine Briefwahl sei enorm und ehrenamtlich kaum zu leisten. Und eine Versammlung in digitaler Form sei angesichts vieler älterer Mitglieder im Ortsverband auch keine Alternative.

Christian Lory (Unabhängige) empfand das Abhalten der CSU-Versammlung in der Sporthalle Birkenried als „Faustschlag“ gegenüber solchen Gemeinderäten, die auf der Tribüne säßen und im Corona-Ausschuss nicht mit abstimmen können.

„Das ist eine Zwangslage“, antwortete Bürgermeister Peter Ostenrieder auf Lory. Am Tag der CSU-Versammlung reagierte der Rathauschef nochmals in einer öffentlichen Erklärung. Tenor: Die Halle wurde auch schon für andere Organisationen vorgesehen, die Präsenzveranstaltungen erfordern.

Ostenrieder ergänzte, die Bedingung für die Nutzung der Sporthalle Birkenried zu derartigen Veranstaltungen sei die Freigabe der Gesundheitsbehörden, aber auch die grundsätzlich erklärte Notwendigkeit solcher Versammlungen. Die Hürden seien damit sehr hoch. Eine Freigabe der Halle sei bisher an alle Organisationen immer unter der Bedingung erfolgt, dass Schulbetrieb dort nicht stattfindet.

Da ab 1. März die Halle wieder für Schulsport eingesetzt werde, sei die CSU-Veranstaltung am 25. Februar tatsächlich die einzige dieser Art. Weitere Termine anderer Organisationen seien im März vorgesehen; sie weichen laut Rathauschef wie der Peitinger Gemeinderat auf die Schloßberghalle aus, die größenmäßig im Vergleich zu Birkenried freilich nur zweite Wahl sein könne.

Auf der Hauptversammlung des CSU-Ortsverbands sind auch 13 Delegierte für die Vertreterversammlung im Bundeswahlkreis festgelegt worden. Nachdem die Benennung von Delegierten Teil des gesamten Verfahrens der Bundestagswahl sei, gehörten diese Versammlungen für jede Partei zu den notwendigen Veranstaltungen. Von Ortsverbänden würden Präsenzveranstaltungen bevorzugt, die eine Abwicklung binnen kurzer Zeit erlauben. Jegliche Abstimmung auf digitalem Weg sei vom Bundeswahlleiter bislang nicht vorgesehen.

Johannes Jais

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