Auf bischöflichem Prüfstand

Dekanate Rottenbuch und Werdenfels vor der Zusammenlegung?

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Mariä Geburt in Rottenbuch.

Landkreis – In der Diözese München und Freising steht die Dekanatsstruktur auf dem Prüfstand. Das betrifft auch das Dekanat Rottenbuch mit seinen zugehörigen Pfarreien.

Das Dekanat Rottenbuch ist klein. Die Pfarrverbände Peiting-Hohenpeißenberg und Rottenbuch – mit Rottenbuch, Böbing, Schönberg und Wildsteig – gehören dazu. Ebenso wie Pfarreien im benachbarten Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Im Süden reicht es bis einschließlich Ettal. Dort grenzt das Dekanat Werdenfels an.

Überlegungen, Dekanatsgrenzen anzupassen, bestehen immer wieder. „Die Dekanate Rottenbuch und Werdenfels zusammenzulegen, gibt es seit etwa zehn bis zwölf Jahren“, schildert Thomas Gröner, Pfarrer von St. Peter und Paul Oberammergau sowie von St. Nikolaus Unterammergau und Dekan des Dekanats Rottenbuch. „Momentan wird es halt wieder aktuell.“ Das gelte für sämtliche 40 Dekanate in der Diözese München und Freising.

Gründe zur Zusammenlegung gibt es mehrere. Zum Beispiel solche, die die personelle Lage notwendig macht. „Es werden nun mal immer weniger Pfarrer“, schildert Dekan Gröner. Außerdem bestehe der Wunsch, Dekanate in ihrer räumlichen Ausprägung an die Gebietskörperschaften der Landkreise anzupassen. „Das würde einige Strukturen vereinfachen.“ Wobei er einräumt: Im Falle einer Zusammenlegung der Dekanate Rottenbuch und Werdenfels, entstünde unter diesem Gesichtspunkt eine gewisse Unlogik. Denn dass die Pfarrverbände Peiting-Hohenpeißenberg und Rottenbuch dem Dekanat Weilheim-Schongau zugeordnet werden, schließt er aus. Das womöglich neu zu schaffende Dekanat aus den vormaligen Dekanaten Rottenbuch und Werdenfels würde sich also auch weiterhin über Teile der Landkreise Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen erstrecken.

Die Entscheidung über die Zukunft der Dekanate fällt der Bischof, macht Gröner klar. Er rechnet damit, dass sich „so bald wie möglich“, vielleicht bis zum Jahreswechsel, etwas tun könnte. Im Falle einer Zusammenlegung sei das Personal entsprechend auf seine veränderten Aufgaben vorzubereiten und womöglich auch bauliche Maßnahmen zu ergreifen.

Bei der Pressestelle des Erzbistums hält man sich auf die Frage nach der Zukunft des Dekanats Rottenbuch bedeckter. Prinzipiell gebe es Überlegungen zu Veränderungen in den Dekanatsstrukturen im gesamten Erzbistum, erklärt der stellvertretende Pressesprecher Dr. Christoph Kappes. Der Prozess laufe mit offenem Ausgang. „Es gibt noch nichts konkretes.“

Die Auswirkungen eines neu zusammengelegten Dekanats würden für die Gläubigen keine allzu spürbaren Auswirkungen entfalten, sagt Dekan Gröner. „Man würde sich halt beispielsweise einen Dekan einsparen.“ Eine andere Entwicklung käme schon merklicher beim Kirchengänger an: Der ab 1. Januar 2020 greifende Personalplan, den sich die Diözese für die nächsten zehn Jahre auferlegt hat, sehe vor, dass der Personalbestand um rund 30 Prozent abnehme. „Das trifft auch ein neues Dekanat.“

ras

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