Aufwärtstrend statt Durchhänger

Mitglieder-Zuwachs beim DAV und seinen Sektionen im Altlandkreis

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Bouldern ist eine der großen Triebfedern für das Mitgliederwachstum des DAV. Auch, weil es viele junge und weibliche Neu-Anmeldungen beschert.

Landkreis – Der Deutsche Alpenverein (DAV) boomt. 2017 legte er im Vergleich zum Vorjahr um knapp 50.000 Mitglieder zu und weist damit das in Relation gesetzt mit Abstand größte Wachstum aller Spitzenverbände auf. Das geht aus Zahlen des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) hervor. Doch wie stellt sich die Lage der Sektionen im Altlandkreis Schongau dar? Profitieren auch sie vom Run auf die Berge?

Genau 1.145.873 Mitglieder hatte der DAV im Jahr 2017 an den DOSB gemeldet. Damit rangierte er nach dem weit vorne liegenden König Fußball, Turnen, Tennis und den Schützen auf Rang fünf der deutschlandweit 63 vom DOSB gelisteten Spitzenverbänden. Und schon bis zum Jahresende erlebte der DAV einen erneut deutlichen Zuwachs. „Am 31. Dezember hatten wir genau 1.237.810 Mitglieder“, sagt sein Pressesprecher Thomas Bucher.

Dass sein DAV sich stetig steigender Beliebtheit erfreue, sei im Prinzip schon seit dem Ende des Weltkriegs so. Doch die letzten 20 Jahre – zur Jahrtausendwende waren es noch 686.000 Mitglieder – habe die Entwicklung nochmals angezogen, bis hin zum heutigen Boom.

Die Gründe seien vielfältig und ließen sich kaum voneinander abgrenzen. Klar sei aber, dass Ferien und Freizeit in der Heimat insgesamt wieder beliebter werden; hier spielten seiner Einschätzung nach auch geopolitische Gründe eine Rolle. Das Image des DAV profitiere von der neuen Anziehungskraft der Heimat. Dazu kämen finanzielle Anreize. „Jeder weiß, dass sich eine Mitgliedschaft bei uns rentieren kann“, schildert Bucher, beispielsweise bei Hütten-Übernachtungen.

Jünger und weiblicher

Als größte Triebfeder erachtet er aber, dass der Bergsport „generell in“ sei. Klettern und Bouldern stehe derzeit ganz hoch oben im Kurs; der erhebliche Zulauf dort sorge für frischen Wind und ein positiv besetztes Image. Fast die Hälfte der rund 500 Kletterhallen in Deutschland sei dem DAV zuzurechnen – „davon profitieren die Sektionen“. „Unsere Mitgliederstruktur wird seit vielen Jahren jünger und weiblicher“, benennt Bucher die auffälligsten Veränderungen. Beides stehe in klarem Zusammenhang mit dem Klettern. Bei 43 Prozent liegt der gesamte Anteil von Mädchen und Frauen deutschlandweit.

Groß sei der Zulauf auch in „hippen“ Sportarten wie Mountainbiken. Und auch Wandern sei „selbst für junge Großstädter wieder attraktiv“, weiß Bucher. „Das ist ein totaler Imagewandel, der sich da die letzten Jahre entwickelt hat. Und das alles ohne aggressive Mitgliederwerbung.“ Die Vereinigung sei dankbar für den großen Zuspruch, müsse dem raschen Wachstum aber auch Rechnung tragen. „Die Strukturen müssen mitwachsen“, sagt Bucher.

Doch wie sieht es in den Sektionen im Altlandkreis mit ihren Ortsgruppen aus? Auch hier lässt sich ein Wachstum konstatieren; sowohl ein deutliches als auch ein moderates. Schongau meldete 2017 genau 1.343 Mitglieder – mehr als im Vorjahr mit 1.267 und 2015 mit 1.208. Auch Peiting mit 3.500 Mitgliedern (2016: 3.481; 2015: 3.386), Wildsteig mit 368 (2016: 356; 2015: 347) und die Sektion Peißenberg, zu der die Ortsgruppe Hohenpeißenberg gehört, mit 4.047 (2016: 3.963; 2015: 3.860) legten zu. Die Gründe seien vielfältig, „alle Sektionen haben ihre individuellen Angebotspaletten“, erklärt Bucher.

Herwig Skalitza, 1. Vorsitzender der Sektion Peiting, bestätigt die Eindrücke des Pressesprechers. „Die Entwicklung ist mehr als positiv“, freut er sich. „Immer mehr Leute begeistern sich für die Berge; Klettern und Mountainbiken boomt und wir bieten Angebote, die für ganze Familien attraktiv sind.“ Vergünstigungen und Versicherungsschutz stellten lohnende Anreize zur Mitgliedschaft dar. Und wie in ganz Deutschland, sei der „Zuwachs aus der Jugend raus phänome­nal und es melden sich sehr viele Frauen neu an“.

Etwas verhaltener, aber dennoch positiv, sieht es in Wildsteig aus. Dort hatte eine „starke Kletterjugend mit richtig engagierten Jugendleitern“ zwischen den Jahren 1998 und 2013/14 schon für großen Zulauf gesorgt, schildert 1. Vorstand Toni Bußjäger. Die Mitgliederentwicklung der letzten Jahre mit einem positiven Saldo von fünf bis zehn Personen jährlich bezeichnet er als „gesund“. Als Gründe nennt er ein reizvolles Programm und das Zusammengehörigkeitsgefühl, das per „Mundpropaganda“ die Runde mache. Jünger werde seine Sektion auch, der weibliche Anteil sei konstant. „Das hält sich bei uns die Waage“, sagt Bußjäger.

Die DAV-Sektionen Schongau und Peißenberg waren leider nicht für ein Gespräch zu erreichen.

ras

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