IT schon ab der Grundschule

Altenstadt plant Netzwerkoffensive zugunsten seiner Grundschule

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Mit dem Ausbau des Marienplatzes kann die Grundschule Altenstadt ans Glasfasernetz angeschlossen werden.

Altenstadt – Bereits im vergangenen Jahr wurden in der Gemeinde Altenstadt die Weichen für einen Netzwerkausbau der örtlichen Grundschule gestellt. Die Anbindung der Schule ans gemeindliche Glasfasernetz ist bereits genehmigt, was mit dem Ausbau des Marienplatzes dann auch umgesetzt werden wird. Als nächster Schritt soll dann die Netzwerkinstallation an der Schule folgen. Das Konzept dazu wurde im Rahmen der jüngsten Gremiumssitzung vorgestellt.

Ob bereits eine Grundschule digital sein müsse, legte Bürgermeister Andreas Kögl gleich zu Beginn seinen Ausführungen dar – und gab sich die Antwort darauf selbst. „Ja“, folgerte er und verwies dabei auf den möglichen Einsatz eines umfangreichen Medienkonzepts, das bereits die jüngsten Schüler mitnehme. Möglich macht dies der sogenannte „DigitalPakt Schule“, den der Bund gemeinsam mit den Ländern ausgehandelt hat und der dabei helfen soll, Schulen mit IT-Infrastruktur auszustatten. Der Freistaat Bayern stellt dazu mit dem Bund rund eine Milliarde Euro zur Verfügung; auch für die Altenstadter Grundschule können Fördergelder in Anspruch genommen werden.

Was sich in diesem Rahmen genau für die Altenstadter Grundschule umsetzen ließe, das stellte anschließend Werner Ostheimer den anwesenden Räten vor. Als unabhängiger IT-Berater für Schulen und deren Träger gehe er den Weg des Bundes mit, Kindern bereits so früh wie möglich eine kontrollierte Heranführung an Informationstechnik – kurz IT – zu ermöglichen, erklärte Ostheimer. „Auch in Bezug auf Social Media“, sagte er, was sowohl für Schüler als auch Lehrkräfte gelte. Zudem sehe der DigitalPakt ein zielführendes Konzept vor. „Es gibt einen abgestimmten Lehrplan dafür, wie man mit IT umgeht“, so Ostheimer. Dieser setze sich dann beim Wechsel in höhere Schulen fort.

Um diesen digitalen Lehrplan auch umsetzen zu können, sieht die geplante Netzwerkoffensive für die Grundschule Altenstadt einen Bedarf von 40 Arbeitsstationen vor, zudem den Austausch einzelner Computer durch Laptops. Ebenso beinhalte das Konzept die Anschaffung von 32 Schüler-Tablets, aufgeteilt in zwei Koffern zu je acht Geräten pro Etage, sagte der IT-Berater. Weiter empfehle er ein WLAN-fähiges Netzwerk, um Schülern und Lehrkräften auch einen Unterricht außerhalb des Schulgebäudes zu ermöglichen, beispielsweise, um Fotos machen zu können.

Mit im Konzept des IT-Beraters ist ein Hostserver, der eine zentrale Speicherung aller Daten ermöglicht. Ein umständliches Hochladen via Datenträger würde so entfallen, sagte Ostheimer. Zudem hätten Lehrer so die Möglichkeit, auch von außen zugreifen zu können. Mit inbegriffen wäre zudem eine Software speziell für die Schüler sowie eine administrative Software, die Lehrkräften einseitig Zugriff auf die Tablets der Schüler ermöglicht.

Als Kostenpunkt legte der Fachmann rund 108.000 Euro in die Waagschale. Abzüglich der möglichen Fördersumme in Höhe von etwa 43.000 Euro bliebe der Gemeinde ein Eigenanteil von etwa 66.000 Euro. Tatsächlich bestünde zudem die Möglichkeit, durch Splittung der geplanten Anschaffungen den Zeitrahmen zu strecken – um die Kosten verträglich zu verteilen, „ohne den Anspruch auf Fördermitteln zu verlieren“, so der IT-Experte.

Dass er diesem Vorschlag etwas abgewinnen könne, zeigte Bürgermeister Andreas Kögl im Anschluss auf. Nach ersten Gesprächen um die Netzwerkoffensive sei man noch von einem Eigenanteil zwischen 30.000 und 35.000 Euro ausgegangen, sagte er. So plädierte er, nicht sofort Richtung Vollausstattung zu marschieren, sondern sukzessive heranzutreten. „Der Schule brennt’s unter den Nägeln“, dafür zeige er Verständnis, so Kögl. Dennoch sei allein die finanzielle Höhe des ersten Pakets zur Digitaloffensive „schon happig“.

Ob für eine Förderung zwingend der Kauf der Hard- und Software notwendig wäre, oder ob auch im Leasing eine finanzielle Erleichterung zu finden sei, wollte Michael Dulisch (CSU) von Werner Ostheimer wissen, der dieser Frage allerdings skeptisch gegenüberstand. Zwar gäbe es seines Wissens Schulen, die diesen Weg wählten. „Der Support gestaltet sich dann aber schwierig, wenn kein Wartungsvertrag abgeschlossen wird“, sagte er.

Bernhard Schöner (UWV/FW) regte ein „Gegenlesen“ des Projektpapieres durch einen anderen IT-Berater an, um so auf etwaige streichbare Posten zu kommen. Dass dies keinen Sinn mache, antwortete Bürgermeister Kögl. Dennoch gab er dem Rat Recht, die einzelnen Komponenten des Konzeptes auf ihre Notwendigkeit hin überprüfen zu lassen. Überwiegend einig war sich das Gremium anschließend auch darin, Gespräche mit der Förderschule zu führen, um mögliche Schnittstellen bei der Infrastruktur in Erwägung zu ziehen.

pae

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