Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept

So soll sich Schongau verbessern

+
Erhielt meist schlechte Bewertungen bei der Umfrage zum ISEK: das gesamte Schongauer Bahnhofsumfeld.

Schongau – Ein wichtiger Zwischenstand beim integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) für Schongau ist erreicht. Nach einer Bürgerbeteiligungsveranstaltung vor rund einem Jahr und mehreren Treffen des Steuerkreises hat das beauftragte Büro Dragomir Stadtplanung erste Ziele und Handlungsfelder für die Lechstadt erarbeitet. Diese stellten Geschäftsführerin Sigrid Hacker und Landschaftsarchitektin Clara Berger dem Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung vor.

Im November vergangenen Jahres war das orangefarbene Zelt während des Streetfood-Festivals auf dem Marienplatz zu finden. Dort hatten die Bürger die Möglichkeit, sich aktiv an der Umfrage zu ihrer Stadt zu beteiligen, was auch einige wahrnahmen. Hacker sprach von einer „regen Beteiligung“. Die Stärken und Schwächen Schongaus sollten so ermittelt werden, indem die einzelnen Gebiete mit grün (positiv) oder rot (negativ) bewertet wurden. Einige negative Bewertungen erhielt das Bahnhofsumfeld und der Bereich um den V-Markt. Die Situation in diesen Bereichen nannte Hacker „verbesserungswürdig“.

Positiv bewerteten die Leute hingegen vor allem das Plantsch und die Gebiete am Lech. „Auch in der Altstadt ist viel Grün zu finden“, erläuterte die Geschäftsführerin. Häufig negativ genannt wurden hingegen ein „fehlender H&M“, die „schlechte Parkplatzsituation“ und, dass die Altstadt tot sei.

Unter dem Stichpunkt „Qualitäten und Potenziale“ zählte Hacker zum Beispiel die Lechschleife sowie die gute Erreichbarkeit der Altstadt vom Bahnhof aus auf. „Das wird sehr positiv gesehen“, so die Geschäftsführerin. Im Bereich „Defizite und Konflikte“ wurde häufig der Verkehr genannt, beispielsweise auch „gefährliche Kreuzungen“.

Clara Berger warf einen Blick auf die Bevölkerungsprognose für Schongau und den damit verbundenen Flächenbedarf. Gehe man von einem mittleren Wachstum von 0,24 Prozent pro Jahr aus, bedürfe es bis 2035 280 weiterer Wohneinheiten, so Berger, die im Planungsbüro für Landschaftsarchitektur und Umweltplanung zuständig ist. Legt man hier noch eine mittlere Dichte der Wohnbebauung, also ohne Geschosswohnungsbau, zugrunde, sei ein Flächenbedarf von rund 15 Hektar zu erwarten. Frei seien momentan allerdings nur etwa fünf Hektar.

Als Ziele hat das Planungsbüro daher beispielsweise die Altstadt als repräsentatives Zentrum oder ein attraktives Bahnhofsumfeld formuliert sowie eine flächensparende Siedlungsentwicklung formuliert. Auch der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) und das Angebot für Touristen sollen verbessert werden.

Der Stadtrat nahm die Ergebnisse zur Kenntnis und stimmte den formulierten Handlungsfeldern und Zielen als Grundlage für die weitere Ausarbeitung des Entwicklungskonzeptes zu. Friedrich Zeller (SPD) lobte die ausführliche Analyse. Er regte an, den Flächennutzungsplan zeitnah zu überarbeiten. In Sachen Flächenverbrauch wolle er auf Nachverdichtung setzen. Als „alarmierend“ bezeichnete hingegen Robert Stöhr (CSU) den prognostizierten Flächenverbrauch. „Was wollen wir für ein Stadtbild haben?“, fragte er seine Stadtratskollegen. „Wenn wir eine mittlere Dichte haben wollen und, dass auch junge Familien Bauflächen bekommen, müssen wir uns jetzt darum bemühen“, so Stöhr.

Ein weiteres Ziel im ISEK heißt „Durch die topografische Lage ergeben sich einzigartige Blickbeziehungen“. Den Ist-Zustand bezeichnete Hacker hier als gut, lediglich einige Stellen müssten behutsam ausgelichtet werden, beispielsweise am Hohen Graben. Hier entgegnete Bettina Buresch (ALS), das würde nur funktionieren, wenn die Flächen im Besitz der Stadt wären. „Die Stadt müsste viel Geld investieren und die Pflege dann auch gewährleisten.“

Die Möglichkeit der Bürgerbeteiligung lobte Ralf Schnabel (UWV). Clara Berger vom Planungsbüro verwies auf eine weitere Sitzung des Steuerkreises Anfang Dezember. Hier soll die Rahmenplanung weiter gedeihen. Außerdem sei eine sogenannte Planungswerkstatt für Februar oder März geplant. „Dort soll direkt an den Plänen gearbeitet werden“, kündigte die Landschaftsarchitektin in der Sitzung an.

asn

Auch interessant

Meistgelesen

Sparkasse Oberland unterstützt Vereine und Institutionen im Altlandkreis Schongau
Sparkasse Oberland unterstützt Vereine und Institutionen im Altlandkreis Schongau
Brunnen bleibt bis Weihnachten ein Ausschank
Brunnen bleibt bis Weihnachten ein Ausschank
Altenstadter Franz-Josef-Strauß-Kaserne bekommt Windtunnel
Altenstadter Franz-Josef-Strauß-Kaserne bekommt Windtunnel
Keine Stille Nacht allein unterm Baum
Keine Stille Nacht allein unterm Baum

Kommentare