Dobrindt übernimmt CSU-Kreisvorsitz

Es sei nicht so, dass sie zurück trete. Vielmehr trete sie nicht mehr an, betonte die Landtagsabgeordnete Renate Dodell in ihrer Abschiedsrede bei der Kreisvertreterversammlung in Böbing. 15 Jahre hatte sie den CSU-Kreisvorsitz inne. Zu ihrem Nachfolger wählten die Delegierten den Bundestagsabgeordneten und CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt. „Es ist Zeit zur Stabübergabe. Mir fällt das nicht schwer. Ich schließe mit dem heutigen Tag ein wichtiges Kapitel in meinem Leben zufrieden und mit Stolz ab, ein Kapitel, das ich nicht missen möchte und eine Aufgabe, die ich gerne, mit aller Kraft und mit vorzeigbaren Ergebnissen bewältigt habe“, sagte die scheidende Kreisvorsitzende zu den Parteifreunden.

Diese bezeugten der Landtagsabgeordneten im Gasthaus Haslacher mit stehendem Applaus Respekt vor ihrer Leistung. Dodell blickte in ihrer Rede zurück auf Jahre, die von Erfolgen aber auch von Niederlagen gekennzeichnet gewesen waren. Gerade das Jahr 2008 sei für die CSU sehr schmerzhaft gewesen, resümierte Dodell: Die Mehrheit im Kreistag verloren, in keinem der fünf großen Orte im Landkreis ein CSU-Bürgermeister, auch die Landtagswahl sei mit dem Verlust der absoluten Mehrheit nicht gut verlaufen. „Die Gesellschaft hat sich in ihrer Struktur, ihren Ansprüchen und Sichtweisen deutlich und schnell verändert. Darauf haben wir uns wahrscheinlich zu spät eingestellt“, räumte Dodell ein. Dennoch sei es an der Zeit, nach vorne zu blicken und geschlossen weiter zu machen. Diesen Appell nahm Alexander Dobrindt in seiner Antrittsrede gerne auf. Mit 138 von 149 Stimmen war er zum neuen Kreisvorsitzenden gewählt worden. Es habe einen intensiven Aufarbeitungsprozess gegeben, an dessen Ende die Bedenken, aber auch die Anregungen der Bürgerinnen und Bürger gestanden hätten. „Wir müssen jetzt aufhören mit der Selbstbespiegelung und müssen uns wieder den eigentlichen Aufgaben widmen und uns mit dem politischen Gegner beschäftigen“, sagte Dobrindt und: „Die CSU ist weit mehr, als es sich an dem ein oder anderen Wahlergebnis ablesen lässt.“ Gleichzeitig bekräftigte er, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen sei, wer langfristig im Landkreis regiere und appellierte an die Anwesenden: „Hängende Köpfe werden nicht gewählt.“ Mit der Übernahme des Kreisvorsitzes wolle er seine Präsenz und Ansprechbarkeit vor Ort weiter ausbauen, erklärte Dobrindt und bekräftigte: „Wer seine Ämter vor Ort aufgibt, verliert den Anschluss zur Basis.“ Zu Stellvertreter Dobrindts gewählt wurden Klaus Gast, Weilheim; Michaela Liebhardt, Iffeldorf und Guntram Vogelsgesang, Hohenfurch. Zu einer Kampfabstimmung für den vierten Stellvertreterposten kam es zwischen Peter Ostenrieder, Peiting, und Hubert Pfeiffer. Obwohl sich der Peitinger CSU-Ortsvorsitzende Norbert Merk als auch Dr. Helmut Zedlmaier, Seniorenunion, klar für den 37-jährigen Ostenrieder aussprachen, unterlag dieser in der Stichwahl mit 60 zu 86 Stimmen gegen seinen 28-jährigen Steingadener Kontrahenten Hubert Pfeiffer. Als Schatzmeister wurde Martin Pape aus Polling gewählt. Als Kassenprüfer fungieren Reinhold Socher, Hohenpeißenberg und Dr. Gert Heinz, Pähl. Die Schriftführung übernehmen Tanja Dobrindt, Peißenberg, und Thomas Dopfer, Steingaden. Die scheidende Kreisvorsitzende Dodell wurde zur Ehrenkreisvorsitzenden ernannt, erhielt eine Urkunde sowie als weiteres Geschenk eine Ballonfahrt. Für ihr Engagement und ihre langjährige Mitgliedschaft in der CSU wurden mehrere Parteimitglieder ausgezeichnet. Eine besondere Ehre wurde Altlandrat Manfred Blaschke aus Schongau zuteil. Als erstes CSU-Mitglied in Oberbayern erhielt er die goldene Ehrenraute des CSU-Verbands. Der Altlandrat und Ehrenkreisvorsitzende gehört der Partei seit über 50 Jahren an. Die silberne Ehrenraute wurde an Karl Graf, Hohenpeißenberg; Dr. Gert Heinz, Pähl; Hans Medele, Weilheim; Herwig Skalitza, Peiting; Helmut Schmidbauer, Schongau; (bei der Verleihung nicht anwesend) und Remigius Tafertshofer, Raisting; verliehen.

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