Dobrindt verspricht:

Umfahrung Hohenpeißenberg öffnet in diesem Jahr

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Zufriedene Gesichter beim Straßenfest: (v. l.) Michael Kordon (ehemaliger Chef des Staatlichen Bauamts Weilheim), Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Thomas Dorsch, Böbings Rathauschef Peter Erhard, Alexander Dobrindt, MdL Harald Kühn und Uwe Fritsch.

Hohenpeißenberg – Endlich: Nach acht Jahren Bauzeit und diversen zeitlichen Verzögerungen wird die Hohenpeißenberger Ortsumfahrung noch in diesem Jahr für den Verkehr freigegeben. Das bestätigten Vertreter des Staatlichen Bauamts Weilheim und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt am Samstag beim von der Gemeinde organisierten Umgehungs-Straßenfest. Sollte der zeitliche Puffer nicht ausgereizt werden müssen, so hieß es, könnte die 5,2 Kilometer lange Trasse vermutlich schon im November eröffnet werden.

„Wir fiebern der Umgehung natürlich sehnlichst entgegen“, erklärte Hohenpeißenbergs Bürgermeister Thomas Dorsch im offiziellen Teil des gut besuchten und von ihm titulierten „Fast-fertig-Fests“, das im Streckenabschnitt an der Eisenbahnbrücke über die Bühne ging. Es sei „dringend nötig“, so der Rathauschef, endlich den Durchgangsverkehr aus dem Ort zu bekommen. Das würde in Kooperation mit der Städtebauförderung „große gestalterische Chancen“ für Hohenpeißenberg ermöglichen. Die vielen Bauverzögerungen an der Umgehung seien letztlich der schwierigen topographischen und geologischen Bedingungen geschuldet gewesen: „Es ist eine schwierige Trasse“, erklärte Dorsch.

Dobrindt sprach im Zusammenhang mit der Umgehung ebenfalls von einem „unglaublichen Fortschritt für die Gemeinde“. Die Trasse trage zudem zur verkehrsinfrastrukturellen Stärkung der wichtigen Ost-West-Achse auf der B 472 bei. „Wir schaffen es, dass wir die Verkehrsentlastung für Hohenpeißenberg auf jeden Fall noch 2017 hinbekommen“, versprach Dobrindt unter dem Beifall der Besucher. Knapp zwei Monate vor der Bundestagswahl kam dem CSU-Spitzenpolitiker sein Auftritt in Hohenpeißenberg vermutlich nicht ungelegen.

Dennoch: „Es gibt noch viel zu tun bis zur Eröffnung“, stellte Uwe Fritsch, der neue Leiter des Staatlichen Bauamts fest. Extrem aufwendig und witterungsabhängig sei zum Beispiel die Solabdichtung für die Abraum-Deponie. „Uns fehlen da noch 20 Meter. Es darf bei der Folienauftragung nicht regnen“, erklärte Fritsch. Die Erddeponie wurde nötig, um den aus der Bergwerkszeit belasteten Boden am ehemaligen BHS-Gelände zu entsorgen. Rund 500 Meter mit rund 50 000 Kubikmeter sulfathaltigem Material müssen noch bearbeitet respektive abtransportiert werden. Das entspricht etwa 3500 LKW-Ladungen – oder wie Fritsch vorrechnete, einer LKW-Konvoi-Strecke von Hohenpeißenberg bis zur Münchener Stadtgrenze. Pro Tag schaffen die Bautrupps etwa 2000 Kubikmeter.

Und welche Arbeiten stehen bis zur endgültigen Fertigstellung der Umgehung sonst noch an? Im Teilstück zwischen der Eierbach- und Kohlgrabenbrücke muss nach der Erdmaterialentsorgung die Trasse geebnet und mit einer Frost- sowie Asphaltschicht versehen werden. Die oberste Tragschicht will man dann bis Oktober aufgetragen haben. Zudem müssen noch Schutzplanken, Verkehrsschilder und ein Wildzaun aufgestellt sowie ein Regenüberlaufbecken errichtet werden. Am 28. August soll übrigens bereits das kleine Teilstück zur Anschlussstelle „Hohenpeißenberg-West“ für den Verkehr freigegeben werden. „In zwei bis drei Wochen“ will das Staatliche Bauamt laut Fritsch einen konkreten Termin für die Eröffnung der Gesamttrasse bekanntgeben. Insgesamt werden nach Fertigstellung 43,3 Millionen Euro an der Hohenpeißenberger Umgehung verbaut sein: „Das ist sehr viel Geld“, räumte Dobrindt ein.

Bernhard Jepsen

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