Dringende Anschaffung

Erst Auto, dann Haus für Apfeldorfs Feuerwehr

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Der Apfeldorfer Kommandant Dominik Bauer vor dem alten Feuerwehrauto.

Apfeldorf – Die Apfeldorfer brauchen beides: ein neues Feuerwehrauto und ein neues Feuerwehrhaus. Das Fahrzeug scheint nun die weitaus dringendere Anschaffung und wird nun bestellt – doch es passt nicht ins alte Gebäude rein.

Erst das Haus, dann das Auto: In der Reihenfolge hatten es die Apfeldorfer eigentlich angedacht, ihre beiden nicht ganz unerheblichen Investitionen zu tätigen. Doch in der jüngsten Gemeinderatssitzung kam zur Sprache, wie marode das derzeitige Fahrzeug jetzt schon ist. Obwohl die Planungen des Gebäudes noch nicht mal begonnen haben.

„Wir hätten nicht damit gerechnet, dass wir uns so schnell damit beschäftigen müssen“, sagte Bürgermeister Gerhard Schmid. Man hatte in den vergangenen Jahren wirklich viel in das Feuerwehrauto investiert. „Aber ich finde, da sollte man nix mehr außer Volltanken reinstecken – und nicht noch weitere Tausende Euro.“

Kommandant Dominik Bauer sieht das genauso. Am aktuellen Fahrzeug, einem Löschfahrzeug LF 8, nagt der Zahn der Zeit: Durchrostungen am Radkasten und am Fahrgestell, auch wenn es erst rund 18.000 Kilometer auf dem Tacho hat. „Und es wird immer schwieriger, Ersatzteile zu besorgen.“ Das Gefährt wird schließlich 2021 bereits 30 Jahre alt. „Und nach der Zeit ist ein neues Löschfahrzeug kein Luxus.“

Im Gespräch war zuerst ein HLF 10, ein Hilfeleistungslösch­gruppenfahrzeug, bei dem es vom Freistaat einen Zuschuss von rund 87.000 Euro geben würde. Der Wunsch der Feuerwehrtruppe geht jedoch in Richtung der größeren Version HLF 20 – allein schon, um die Ausrüstung beim Einsatz unterzubringen. Die müssen die Feuerwehrler derzeit oft mit einem Zweitfahrzeug und Anhänger mittransportieren.

Und: Das Fahrzeug hat Allrad­antrieb und verfügt über einen Wassertank mit 2.000 Litern Fassungsvermögen sowie einen Schaummitteltank. „Beim Innenangriff ist das ein Riesenvorteil“, sagt Bauer.

So ein HLF 20 kostet jedoch 450.000 Euro. Auch, wenn die Förderung hier 120.000 Euro beträgt, ist das für eine kleine Gemeinde eine Menge Geld.

Etwas Schlaues überlegt

Aber die Apfeldorfer haben sich etwas Schlaues überlegt, wie es Bürgermeister Schmid in der Sitzung erklärte. Wenn sie sich mit einer anderen Gemeinde bei der Beschaffung zusammentun, erhöht sich der Zuschuss um zehn Prozent – und der Hersteller gibt sie im Doppelpack günstiger her. Deswegen werden die Apfeldorfer – so der spätere Beschluss – gemeinsam mit der Gemeinde Grasbrunn (Landkreis München) zum Einkaufen gehen. Diese interkommunalen Synergien sind vom Freistaat erwünscht und werden gefördert.

Aber Feuerwehrautos zu kaufen ist nicht ganz einfach: Die Ausschreibung muss EU-weit ergehen. Im August werden sich die Apfeldorfer und die Grasbrunner Feuerwehrleute zusammensetzen und ein Leistungsverzeichnis verfassen. Auch, wenn bei der Ausstattung viel Gerät vom Altfahrzeug übernommen wird, kommt da einiges zusammen. Für die Ausschreibung selbst wird eine professionelle Firma beauftragt, da der Aufwand komplex und aufwändig ist.

Im Gemeinderat unterstützt man die Vorgehensweise. „Es gibt ja keine Alternative, also müssen wir das Geld in die Hand nehmen“, sagte etwa Henriette Beltz. Auch Schmid fand, dass man angesichts der Tatsache, dass „die Feuerwehr Dienst am Nächsten leistet wie kaum jemand“, in den sauren Apfel beißen müsse. Nicht zuletzt sind die Einsatzzahlen in den vergangenen Jahren gestiegen – und werden immer anspruchsvoller durch neue Probleme wie beispielsweise Photovoltaikanlagen am Dach oder E-Autos.

Am Ende, so die berechtigte Hoffnung von Schmid, werde man durch die gemeinsame Bestellung mit Grasbrunn das Feuerwehrauto „bis zu 70.000 Euro billiger“ bekommen.

Doch wohin dann mit dem neuen Fahrzeug? Mit seinen 8,60 Metern ist es ein gutes Stück länger als das alte. Und passt deswegen nicht in das bestehende Gerätehaus. In der Sitzung kam der Vorschlag, dass man doch für die Phase, bis das neue Gebäude steht, einen zelt­artigen Unterstand verwenden könne, wie er beim Rettungsfahrzeug in Reichling etwa im Einsatz ist. Eine Idee, die für den „Worst Case“ in Frage käme. Doch Kommandant Bauer glaubt gar nicht, dass das überhaupt nötig sein wird. „Die Lieferzeit beträgt rund eineinhalb Jahre. Ich bin zuversichtlich, dass wir dann Gerätehaus und Fahrzeug zugleich haben.“

km

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