Hilfe für die Bergretter

Dringende Erweiterung der Rettungswache Steingaden

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So soll die neue Bergrettungswache in Steingaden aussehen.

Steingaden – Die räumlichen Verhältnisse sind beengt, eine Erweiterung der Bergrettungswache soll her für die 62 Bergwachtler sowie die neun Anwärter der Bergwacht Steingaden-Peiting. Doch die 180.000 Euro, die die Verantwortlichen für den großen Schritt veranschlagen, sind aus eigener Kraft nicht zu stemmen.

Zwar war das derzeitige Gebäude in Steingaden erst nach der Verabschiedung eines neuen Rettungsdienstgesetzes im Jahr 2010 bezogen worden, doch platzt es aus allen Nähten und wird den gegenwärtigen Anforderungen nicht mehr gerecht. Das schildern Bereitschaftsleiter Josef Schleich junior und Stellvertreter Martin Maurer.

Der Umfang an Rettungsmaterial sowie der Fuhrpark seien seitdem deutlich größer geworden – samt gestiegenem Platzbedarf. Auch der mittlerweile ungleich höhere Verwaltungsaufwand mache sich bemerkbar. Eine Möglichkeit zur zentralen Ordnerablage fehlt.

Ebenfalls ungut: Bisher begnügt sich der Einsatzleiter, der als Schnittstelle zwischen den Leitstellen Oberland und Allgäu einen anspruchsvollen Dienst verrichtet, mit einer kleinen Schreibtischnische. „Doch diese ist von einer modernen Einsatzzentrale weit entfernt“, beschreiben die Verantwortlichen. Weil keine Heizung vorhanden ist, werden medizinisches Material und technische Geräte im Winter im Steingadener Feuerwehrhaus eingelagert. Die Zeit, um im Notfall an den Unglücksort zu gelangen, verlängert sich dadurch mitunter.

Kerneinsatzgebiet der Bergwacht Steingaden-Peiting ist das Kenzengebiet zwischen Hochplatte und Firstberg. Daneben gehören die Trauchberge bis zur Hohen Bleick, die Wanderwege rund um Steingaden und die Wieskirche sowie der König-Ludwig-Weg bis Rottenbuch dazu. Außerdem werden die Bergwachtler immer dann hinzu gerufen, wenn sich im Altlandkreis Schongau ein Vorfall in schwer zugänglichem Gebiet ereignet. Im Winter sind sie ferner bei Unfällen auf den Skilanglaufloipen rund um Steingaden, Rottenbuch, Schongau und Peiting gefordert.

Die angedachte neue Wache soll auf einer Grundfläche von elf auf 16 Metern den Missständen ein Ende bereiten. Ein Aufenthaltsraum mit Küchenzeile böte neue Möglichkeiten, könnte beispielsweise zur Ausbildung genutzt werden. Auch Toiletten sind vorgesehen. Der Preis für das Projekt, mit dem die Verantwortlichen rechnen: 180.000 Euro und damit mehr, als die Bergwacht selbst aufbringen könnte. Dabei planen die Mitglieder ohnehin schon, Planung und Bauleitung in Eigenregie zu stemmen und möglichst viele Arbeiten selbst zu erledigen.

Denn das Land Bayern fällt als Förderer flach. „Der Freistaat unterstützt uns mit Fahrzeugen und Rettungsmaterial“, erklärt Schleich. Doch selbst Einsatzkleidung hat die Bereitschaft zu finanzieren, für personeneigene Ausrüstung wie Gurt, Helm und Bergschuhe kommt jedes Mitglied selbst auf.

Daher setzt die Wacht auf die Gemeinden, die Landkreise Weilheim-Schongau und Ostallgäu, die Tourismusverbände, spendende Unternehmen und Privatleute. „Damit wir auch in Zukunft mit professioneller Rettung im Gelände zur Verfügung stehen können.“

Rasso Schorer

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