Großprojekt am Peitinger Bahnhof

Gebaut wird in zwei Abschnitten

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Der Entwurf des Augsburger Architekturbüros Schlamberger zeigt den Bauabschnitt eins mit dem Wohnquartier südlich der Bahnhofstraße. Unten links die Stadthäuser und rechts die Reihenhäuser. In dem großen roten Riegel werden 72 Wohnungen errichtet, davon 52 im geförderten Wohnungsbau.

Peiting – Entgegen früherer Ansagen kommt es bei dem Großprojekt mit Wohnraum und Gewerbe am Peitinger Bahnhof nun doch zu zwei Bauabschnitten, die zeitlich versetzt sind. Für den ersten Bereich sind jetzt die Weichen gestellt worden.

Der Marktgemeinderat hat am Dienstag beschlossen, für das 13.700 Quadratmeter große Areal am früheren Bundeswehrgelände einen Bebauungsplan aufzustellen. Dort entstehen in einer großen Anlage 52 Einheiten im sozialen Wohnungsbau. Hinzu kommen 18 Wohnungen, die verkauft werden. Auf der Südseite sollen acht Reihenhäuser sowie sechs moderne Stadthäuser errichtet werden.

Neu ist gegenüber den Planungen von 2016, dass nun doch eine Tiefgarage südlich der Bahnhofstraße gebaut wird. Da war bisher vorgesehen, dass Eigentümer und Mieter Stellplätze in einem Parkhaus am Bahnhof nutzen können. Dies hätte aber bedeutet, auf dem Weg zum Auto jedes Mal die Bahnhofstraße zu überqueren.

Eine Tiefgarage mit fast 50 Stellflächen

Die Tiefgarage ist, wie Geschäftsführer Peter Schrehardt von der Firma Haseitl Bau im Marktgemeinderat erklärte, mit 49 Plätzen groß dimensioniert. Dort können auch die Bewohner der acht Reihenhäuser ihren Pkw abstellen. Auf der Ostseite des Geländes sind weitere 28 Parkplätze ebenerdig vorgesehen. Die Eigentümer der sechs Stadthäuser haben ihre Garage direkt an der Immobilie und am Garten. Die Dächer erhalten nur eine flache Neigung. Vorgesehen ist eine Begrünung.

Eine Änderung ist auch, dass es nun acht Reihenhäuser sind. Bisher waren es sieben. Dies ist möglich, weil der Garagenhof wegfällt und weil die einzelnen Einheiten um 20 Zentimeter schmäler gebaut werden. Dennoch sollen die Reihenhäuser laut Schrehardt 160 Quadratmeter Wohnfläche auf drei Ebenen erhalten. Genauso groß sind die sechs Stadthäuser, bei denen über der Garage eine Terrasse vorgesehen ist.

Im Marktgemeinderat betonte Schrehardt, dass der öffentlich geförderte Wohnraum „in gleicher Qualität“ wie die Immobilien auf dem freien Markt ausgeführt werde. Da dürfe man keinen Unterschied machen. Nördlich der Reihenhäuser entsteht – ebenfalls auf der Ostseite – die Anlage mit 18 Eigentumswohnungen, die frei verkauft bzw. vermietet werden.

Daran schließt sich Richtung Westen ein dreigeschossiges Gebäude an. Es bekommt den Charakter einer geschlossenen Blockrandbebauung. Dies soll auch Lärmemissionen vom Bahnhofsbereich im Norden fernhalten. In dem großen Gebäuderiegel sind 52 Wohnungen vorgesehen, dazu noch Gemeinschaftsräume im Erdgeschoss. Diese haben zwei bis vier Zimmer und sind zwischen 50 und 96 Quadratmeter groß. Bei dem dreigeschossigen Gebäude macht Haseitl Bau gemeinsame Sache mit einer Immobilienfirma aus dem Landkreis Starnberg. Die 52 Einheiten werden staatlich gefördert. Auflage ist, dass sie bevorzugt an Leute mit geringem Einkommen vermietet werden.

Nach Informationen unserer Redaktion haben die Gemeinderäte hinter verschlossenen Türen diese Woche die Abbrucharbeiten für das Bundeswehrgelände vergeben. Diese sollen bis Ende September abgeschlossen sein. Der Abbruch und die Entsorgung sind also Sache der Gemeinde. Der städtebauliche Vertrag zwischen dem Markt Peiting und der Firma Haseitl Bau sieht vor, dass das Schongauer Unternehmen erst nach der Räumung „übernimmt“.

Kino weiter festes Ziel

Nach wie vor ist Haseitl in Verhandlungen, was die Erschließung des Geländes zwischen Straße und Gleisen betrifft. Dazu möchte sie Flächen von der Deutschen Bahn, von der Gemeinde und von einem privaten Eigentümer (Tannen Geiß) erwerben. Dort sollen ein Verbrauchermarkt, eine Parkgarage und ein Kino realisiert werden. Die Verhandlungen und Planungen dazu werden vorangetrieben, während auf der anderen Straßenseite bis 2019 das große Wohnquartier verwirklicht wird. Das Kino ist nach den Worten Schrehardts weiter ein festes Ziel. Es werde aber später gebaut. Der Betreiber, der dafür vorgesehen sei, errichte zuvor schon andernorts ein Kino.

Haseitl übernimmt auch Bahnhofstraßen-Ausbau

Im Gemeinderat ist zudem eine Vergabe bekannt gegeben worden, die im Frühjahr hinter verschlossenen Türen erfolgte. Den Bauabschnitt zwei auf der Bahnhofstraße (zwischen Kreisel an der Bäckerei Sesar und Bahnhof Peiting-Ost) wird die Firma Haseitl für 884 000 Euro erstellen. Den vorderen Bereich hatte letztes Jahr die Firma Erd- und Tiefbau Schneider ausgeführt, was inklusive Kreisel 1,3 Millionen Euro kostete.

Johannes Jais

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