Blick zurück auf den Vollgas-Wahlkampf

Peitings ehemalige Bürgermeisterkandidatin Annette Luckner im Interview

Luckner Kandidatin Bürgermeister Peiting
+
Annette Luckner. Das Bild entstand im März 2020 im Peitinger Rathaus, nachdem sie in die Stichwahl gekommen war.
  • vonJohannes Jais
    schließen

Peiting – Es hat schon mehrere Monate gedauert, bis Annette Luckner die Niederlage weggesteckt hat: Ein Jahr ist es nun her, dass die SPD-Kandidatin in der Stichwahl zum Peitinger Bürgermeister mit 44 Prozent gegen Peter Ostenrieder unterlag. Im Wahlkampf mit fünf Bewerbern gab sie Vollgas. Jetzt führt Annette Luckner (54), die in Dinkelscherben wohnt, ein Leben ohne Politik. Wie ist es ihr seither ergangen?  

Ein Jahr nach der Stichwahl: Wie sehen Sie heute mit zeitlichem Abstand den Einsatz als SPD-Bürgermeisterkandidatin für Peiting? Es war ja der intensivste Wahlkampf, den Peiting je erlebt hat.

Luckner: „Es war auch die intensivste Zeit, die ich in der Politik erlebt habe. Aber ich würde alles wieder so machen. Nur mit hohem persönlichen Einsatz war es möglich in die Stichwahl zu kommen und dort auch noch ein sehr gutes Ergebnis zu erzielen. Ich habe viele tolle Menschen kennengelernt und viel positives Feedback bekommen und zwar bis heute.“

Auch wenn Corona Kontakte erschwert: Welche Verbindungen haben Sie heute noch in die Marktgemeinde?

Luckner: „Über Telefon, E-Mail, Whatsapp und Facebook halte ich bis heute Kontakt zu Unterstützern und Menschen, die ich im Laufe des Wahlkampfes kennengelernt habe. Schade, dass persönliche Treffen nicht möglich sind, das fehlt mir schon. Ich würde so viele Peitingerinnen und Peitinger gerne wiedersehen.“

Wie lange haben Sie denn gebraucht, um die Niederlage wegzustecken, und was war dabei hilfreich?

Luckner: „Es hat schon eine Weile gedauert. So leicht steckt man das nicht weg. Corona und die verlorene Stichwahl, das war wie eine Vollbremsung auf der Autobahn. Und dann kam nichts. Hilfreich waren in der Zeit meine Familie und die vielen aufmunternden Rückmeldungen aus Peiting. Ablenkung war wegen Corona kaum möglich, aber Disziplin und der Blick nach vorne helfen in solch einer Situation.“

Auch beruflich hat sich einiges geändert – von der Mitarbeit in einem Abgeordnetenbüro hin zum Job als Sprecherin bei der Bayerischen Regiobahn (BRB), den Sie im Herbst angetreten haben. Wie war der Wechsel?

Luckner: „Der Wechsel hat mir gutgetan. Etwas Neues zu beginnen war die richtige Entscheidung. Und doch schließt sich der Kreis, denn die BRB fährt im Netz Ammersee-Altmühltal auch durch Peiting. Gewohnt habe ich in Peiting in Steinwurfnähe zum Bahnhof Ost. Schongau, Peißenberg und all die Orte entlang der Strecke sind für mich keine Unbekannten mehr. Nach zwei Jahren Dauerpräsenz in Peiting, wo es mir gut gefallen hat, und dem Hin- und Herfahren zwischen Peiting, dem Abgeordnetenbüro in Augsburg und meinem Wohnort Dinkelscherben ist es jetzt schon auch schön, einen geregelten Tagesablauf zu haben. Mit meinem Mann kochen, am Wochenende spazieren gehen, joggen, radeln, einfach Zeit haben, das ist eine ganz neue Erfahrung. Das Handy ist plötzlich nicht mehr der ständige Begleiter.“

Ist der Zug in der Kommunalpolitik für Sie ganz abgefahren, und wie kommen Sie eigentlich so ganz ohne Mandat klar – immerhin waren sie 18 Jahre Gemeinderätin und für die Dauer einer Amtsperiode ebenfalls Kreisrätin?

Luckner: „Ich interessiere mich noch immer sehr für Kommunalpolitik und das wird sich nie ändern. Aber selbst noch einmal aktiv zu werden, das kommt für mich nicht infrage. Ich bin zufrieden mit meinem Leben, habe die Zeit in der Politik genossen, aber das ist jetzt vorbei. Und das ist auch gut so.“

Zum Schluss bitte diesen Satz ergänzen: Wenn ich nach den Corona-Lockerungen wieder nach Peiting komme, dann ...

Luckner: „...dann treffe ich mich mit allen Freunden und Bekannten – und das sind nicht wenige – im Biergarten zu einem feucht-fröhlichen Abend. Es war eine tolle Zeit in Peiting, nur das Ende war nicht ganz so schön. Das tut mir auch für alle leid, die mich unterstützt haben. Die persönlichen Verbindungen nach Peiting werden bleiben und die zeigen mir, dass sich der Einsatz gelohnt hat. Diese Zeit werde ich nie vergessen.“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gemeinderat Altenstadt bestätigt Vorrang auf Innenentwicklung
Gemeinderat Altenstadt bestätigt Vorrang auf Innenentwicklung
»Wichtiger Schritt« für Muslime in Bayern: Bestattung im Leintuch, ohne Sarg
»Wichtiger Schritt« für Muslime in Bayern: Bestattung im Leintuch, ohne Sarg
Ärztehaus im Zentrum Peitings bezogen
Ärztehaus im Zentrum Peitings bezogen
Berufsschule Schongau entlässt 112 Absolventen
Berufsschule Schongau entlässt 112 Absolventen

Kommentare