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Einblicke zum Bau am Marienheim in Peiting

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Von: Astrid Neumann

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Baustelle Marienheim Peiting
Luden zur Baustellenbesichtigung am Bühlach ein: Architekt Peter Flickinger, Einrichtungsleiter Jörg Reiprich und Vorstandsvorsitzende AWO Oberbayern Cornelia Emili (v. links). © Neumann

Peiting – Zum „offenen Baubüro“ an der Baustelle des neuen Marienheims in Peiting wurde in der vergangenen Woche geladen. Architekt, Einrichtungsleiter, Landschaftsarchitektin sowie die AWO informierten Interessierte über den Baufortschritt und die Planung. 

Rund 20 Interessierte waren der Einladung am vergangenen Donnerstag an die Bühlachstraße gefolgt, wo sie von der Vorstandsvorsitzenden der AWO Oberbayern Cornelia Emili begrüßt wurden. Im Anschluss erläuterte der Einrichtungsleiter des Marienheims Jörg Reiprich das Konzept der geschlossenen sozialtherapeutischen Einrichtung.

Aufgenommen werden dort Menschen, die sich aufgrund von psychischen Erkrankungen selbst gefährden, so Reiprich. Manche haben zudem eine Suchterkrankung, das nennt man dann Doppeldiagnose. „Ja, es ist eine geschlossene Einrichtung. Aber sie soll vor allem die kranken Bewohner vor dem Druck von außen und auch vor sich selbst beschützen“, erklärte der Einrichtungsleiter. Bewohner­anfragen kommen aus ganz Deutschland, man versuche aber möglichst regional auszuwählen. „Das Marienheim ist ein Teil von Peiting, keine Black Box“, hob er hervor.

Marienheim in Peiting: „Das Außen nach innen holen“

Der Bau einer solchen Einrichtung stellte auch Architekt Peter Flickinger (Höss Amberg + Partner Architekten) vor Herausforderungen. Bestimmte Bereiche müssen beispielsweise besonders gesichert werden. „Trotzdem wollen wir das Außen nach innen holen“, erklärte der Architekt bei einem Rundgang. So sollen beispielsweise die Innenhöfe so gestaltet werden, dass sich die Bewohner dort völlig frei bewegen können, erklärt Flickinger. Dafür erforderlich ist unter anderem auch ein spezielles elektronisches Schließsystem.

Eine weitere Herausforderung für den Architekten stellte die recht steile Topographie des Geländes dar. „Das Untergeschoss befindet sich dann zur Hälfte im Berg drin“, so Flickinger. Dort werden zum einen die Großküche sowie Mehrzweck- und Therapieräume Platz finden. In den oberen beiden Stockwerken werden die – insgesamt ist dann Platz für 66 – Bewohner untergebracht sein in je drei Gruppen pro Ebene. Vor allem die Aussicht aus diesen beiden Stockwerken über Peiting, die mittlerweile schon zu erahnen ist, hob der Architekt besonders hervor.

Spatenstich war im November. Zeitlich sei man im Terminplan, das derzeitige Problem mit Baumaterialien habe man „ganz gut umschifft“, so Flickinger. Mit Wasser habe man „null Probleme“. Trotzdem hat man aufgrund der vergangenen Starkregenereignisse auf eine sogenannte WU-Konstruktion (WU = wasserundurchlässig) gesetzt. Mithilfe zweier Rigolen werde das Wasser zudem abgeleitet. Flickinger rechnet mit der Aufstellung des Dachstuhls im September oder Oktober diesen Jahres. Im Herbst wolle man das offene Baubüro dann auch noch einmal wiederholen.

Dann beginnt die Arbeit für Landschaftsarchitektin Mechthild von Puttkammer (Terrabiota) erst so richtig. Ihre Aufgabe werde es sein, das neu entstandene Gebäude in ein natürliches Umfeld einzubinden. „Das Gebäude soll locker im Hang liegen, wenige Stützmauern zu sehen sein und die Menschen sollen einen Garten vorfinden können“, fasste von Puttkammer zusammen.

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