Am Ambo statt von der Kanzel

Eindrücke aus dem Gottesdienst zur Installation von Pfarrerin Julia Steller

Die junge Seelsorgerin inmitten wichtiger Wegbegleiter: Vorne von links Dekan Jörg Hammerbacher aus Weilheim, Pfarrerin Julia Steller, Diakonin Ruth Grünwald (Weilheim) und Ruth Steller, die Mutter aus Leipheim; hinten von links Pfarrerin Sophie Schuster (Au in der Hallertau) und Melanie Obermeier (Vertrauensfrau der Kirchengemeinde Schongau).
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Die junge Seelsorgerin inmitten wichtiger Wegbegleiter: Vorne von links Dekan Jörg Hammerbacher aus Weilheim, Pfarrerin Julia Steller, Diakonin Ruth Grünwald (Weilheim) und Ruth Steller, die Mutter aus Leipheim; hinten von links Pfarrerin Sophie Schuster (Au in der Hallertau) und Melanie Obermeier (Vertrauensfrau der Kirchengemeinde Schongau).

Schongau – Als sie vor dreieinhalb Jahren nach Schongau kam, hielt sie die erste Predigt als Vikarin und damit als Lehrling auf der Kanzel in der kleinen Dreifaltigkeitskirche. Im Herbst 2020, als sie von Dekan Jörg Hammerbacher installiert wurde, richtete sie als Pfarrerin ihre Worte am wuchtigen steinernen Ambo in der großen Pfarrkirche Verklärung Christi an die Gemeinde. Mit diesem Vergleich stieg Julia Steller in ihre erste Predigt als Pfarrerin ein.

Wegen des Coronavirus wurde der Gottesdienst in der Kirche gehalten, die in Schongau die meisten Plätze bietet. 80 Mitfeiernde wohnten der Zeremonie in Verklärung Christi bei, die mitsamt der Gratulationsreden zwei Stunden dauerte. Unter ihnen waren auch die Bürgermeister Falk Sluyterman (Schongau), der eine „gute und konstruktive Zusammenarbeit“ zwischen Stadt und Kirchengemeinde zusicherte, sowie Bürgermeister Andreas Kögl aus Altenstadt.

Es sei ein „besonderer Tag“ für die evangelische Gemeinde, eröffnete Pfarrer Jost Herrmann, seit zwei Jahren der leitende Pfarrer in der Kirchengemeinde Schongau, den Gottesdienst. Kirchenvorstand und Dekanat hätten nach der Bewerbung Julia Stellers auf diese Pfarrstelle in Schongau schnell eine Entscheidung getroffen.

Die Einführung durch Dekan Hammerbacher (Weilheim) bedeutet für Steller, dass sie nun als Pfarrerin verbeamtet ist. Der Chef des großen evangelischen Dekanates, das von Landsberg bis Mittenwald reicht, freute sich vor allem darüber, dass Pfarrerin Steller zusammen mit ihrem Kollegen Herrmann neue Wege beschreitet. „Das tut einfach gut“, fand Hammerbacher lobende Worte.

Er brachte zu den neuen Wegen einige Stichpunkte. Dazu gehöre das Zusammenwachsen der Kirchengemeinden Peiting und Schongau vor allem in der Jugendarbeit. Zu nennen sei auch der Elan, der bei der Sanierung des Gemeindehauses und des Gotteshauses an den Tag gelegt werde. Der Dekan erwähnte aber auch den „Newsletter“ aus der evangelischen Gemeinde Schongau.

Mit Besonnenheit

Zur Installation hatte Julia Steller diesen Satz im Brief an Timotheus als Leitwort gewählt: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ In ihrer Predigt sagte die Seelsorgerin, Besonnenheit bedeute mehr als „nur dagegen sein“. Vielmehr seien Menschen dazu aufgefordert, Dinge und Argumente näher zu betrachten. Schließlich sagte Steller: „Für mich ist die Hoffnung auf die Auferstehung und auf das ewige Leben die schönste Hoffnung.“

Diakon Hans Steinhilber freute sich für die katholische Pfarreiengemeinschaft Schongau auf ein gutes ökumenisches Miteinander. Die Glaubensgemeinschaften seien alle „im Kreuz vereint“. Pfarrer Dominik Spring von der Freien evangelischen Gemeinde ermunterte dazu, die „gute ökumenische Nachbarschaft“ weiterhin zu pflegen.

Pfarrerin Brigitte Weggel (evang. Gemeinde Peiting) und Pfarrer Julian Lademann (Penzberg) waren angetan von „so viel Kreativität und so viel Aufbruch“. Weggel wollte Julia Steller „Zeit schenken“ – in Form eines Abrisskalenders.

Einen Korb voller kleiner Präsente brachten Magdalena Echtler, Hanna Pupeter und Lea Metty von der evangelischen Jugend mit. Ein Geschenk darunter war ein Wecker, damit die Pfarrerin nicht verschläft.

Den Reigen der Grußworte rundete Melanie Obermeier ab. Sie ist die Vertrauensfrau im Kirchenvorstand der evangelischen Gemeinde Schongau, zu der insgesamt 2.900 Leute gehören. Das Gremium des Kirchenvorstands hatte ebenso wie das Dekanat nach der Bewerbung Julia Stellers auf die zweite Pfarrstelle in Schongau schnell die Entscheidung getroffen: Die junge Seelsorgerin sei die Richtige dafür.

Auf den Gottesdienst, der von Till Twardy an der Orgel, von Magdalena Echter (Gesang) und Michael Kurschatke (E-Piano) sowie mit Gemeindegesang gestaltet wurde, folgte ein Stehempfang mit Buffet im Pfarrheim Verklärung Christi. Ganz im Sinne von Julia Steller. Wie sagte sie doch im Gottesdienst: „Feiern ist auch eine Form der Seelsorge.“

Johannes Jais

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