Eine prägende Lehrzeit

Der Lehrer und sein Schüler: Manfred Mayer (links) und Professor Markus Aspelmeyer. Foto: Jungwirth

„Ist der Mond da, wenn niemand hinsieht? - Die letzten Rätsel der Quantenphysik“ lautete der Titel eines Vortrags von Professor Markus Aspelmeyer. Der Referent lehrt in Wien und war eigens nach Schongau gekommen, um einen Mann in den Ruhestand zu verabschieden, dem er viel zu verdanken hat: Manfred Mayer. Denn Mayer war Physiklehrer am Welfen-Gymnasium gewesen. Dort machte Aspelmeyer 1993 Abitur. Der Vortrag war eine Art Geschenk an den nun scheidenden Pädagogen. Gleichzeitig übernimmt Manfred Mayer eine neue Aufgabe: Er engagiert sich in der neu gegründeten Initiative „Welfen helfen“.

„Ich bin stolz, dass ich solche Schüler unterrichten durfte“, sagte Mayer bei seiner Dankesrede. Zahlreiche ehemalige Schüler, die heute teilweise in führenden wissenschaftlichen Positionen tätig sind, waren ins Schongauer Sparkassenforum gekommen. Die Ehemaligen hatten die Veranstaltung ohne Zutun des Welfen-Gymnasiums organisiert. Über drei Jahrzehnte hinweg hatte Manfred Mayer in Schongau Mathematik und Physik unterrichtet, und war Lehrer und Vorbild für zahlreiche Schüler gewesen. Damit die nun nachfolgenden Schüler einen guten Start in ihr Studium oder ihr Berufsleben haben, wurde unlängst die Initiative „Welfen helfen“ gegründet. Diese Initiative verfolgt das Ziel, jungen Menschen am Welfen-Gymnasium wichtige Impulse und Ideen für die weitere Ausbildung und das spätere Berufsleben zu geben. Hierzu möchten die Ehemaligen den Schülern und Lehrern mit ihrem reichhaltigen und vielfältigen Erfahrungsschatz zur Seite stehen und die Hilfe kostenfrei in Form von Vorträgen oder Auskünften für schulrelevante sowie fachspezifische Fragestellungen einbringen. Die Schirmherrschaft hat Landrat Dr. Friedrich Zeller übernommen. Träger ist der Förderverein des Welfen-Gymnasiums unter Vorsitz von Dr. Ralf Geiger. Die Programmleitung haben übernommen: Dr. Wolfgang Gebler, der zugleich den Ehrenvorsitz inne hat, Manfred Mayer, Gerhard Windisch und Tim Kalbitzer. Auch Professor Markus Aspelmeyer bedankte sich persönlich bei seinem ehemaligen Physiklehrer: „Du hast es geschafft, uns die Freude an der Wissenschaft zu vermitteln“, sagte er. In seinem Vortrag versuchte Aspelmeyer eine Brücke zwischen der Quantenphysik und der Philosophie zu schlagen. „Hat Wissenschaft Grenzen?“, fragte der Referent und verwies darauf, dass die Physik diese Frage nicht beantworten könne. Lediglich die Philosophie sei in der Lage, hierauf eine Antwort zu finden, oder sich dieser zumindest anzunähern. In seinem anschaulichen Vortrag versuchte Aspelmeyer, eine Brücke zwischen der aktuellen und seiner Forschung zu schlagen, und spann einen weiten Bogen von den Frühzeiten der Physik bis zur modernen Quantenphysik. Im Fokus stand wiederholt das sich wandelnde Weltbild in den Naturwissenschaften.

Auch interessant

Meistgelesen

Schnittpunkt zwischen Gleis und Straße
Schnittpunkt zwischen Gleis und Straße
Neuer Förderverein unterstützt Krankenhäuser im Landkreis
Neuer Förderverein unterstützt Krankenhäuser im Landkreis
Nachwuchs des Bezirksverbands Oberland spielt auf
Nachwuchs des Bezirksverbands Oberland spielt auf
"Wildschweinbestände drastisch reduzieren"
"Wildschweinbestände drastisch reduzieren"

Kommentare