Artenschutz:

Betretungsverbot der Kiesbänke an Lech und Halblech

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Hennemann

Landkreis – Erholungssuchende und Sportler müssen am Lech und Halblech derzeit besonders Rücksicht nehmen. Denn die letzten verbliebenen Kiesbänke stellen sensible Brutgebiete für seltene Vogelarten dar.

Frühling, Sonne und endlich wärmere Temperaturen. Darauf haben viele Naturfreunde und Outdoorfans lange gewartet. Der Aufenthalt am Wasser ist bei diesem Wetter natürlich besonders reizvoll. Und so laden auch die Kiesbänke und Uferbereiche an Lech und Halblech zu Pause oder ausgedehntem Sonnenbad ein. Doch Achtung – das Betreten der Kiesbänke kann für die dort brütenden und vom Aussterben bedrohten Vogelarten Flussuferläufer und Flussregenpfeifer das Ende ihrer diesjährigen Brut bedeuten, warnt Claudia Gruber, Gebietsbetreuerin von Lebensraum Lechtal e.V.

Die sensiblen Kiesbankbrüter benötigen für die Aufzucht ihrer Jungen offene oder nur schütter bewachsene Kiesflächen – in einem intakten Wildfluss ein zur Genüge vorhandener Lebensraum. Mit der starken Verbauung des Lech ist jedoch auch der Kiesnachschub aus den Bergen zum Erliegen gekommen. „Daher finden wir nur noch an einigen wenigen Orten, zum Beispiel im Naturschutzgebiet Litzauer Schleife sowie am Halblech, letzte mögliche Brutgebiete für Flussregenpfeifer und -uferläufer“, beschreibt Gruber. Umso wichtiger sei es daher diese zu bewahren. Philipp Hornung und Claudia Gruber, die die Gebietsbetreuung des bayerischen Lech innehaben, sowie Thomas Hennemann, der als Gebietsbetreuer im Ostallgäu unter anderem den Halblech betreut, bitten daher um Rücksichtnahme. Die Erfahrung der Naturschützer zeigt: Schon vermeintlich kleine Störungen können dazu führen, dass die scheuen Bodenbrüter fluchtartig ihr Gelege verlassen. Dieses kann daraufhin auskühlen und Fressfeinden zum Opfer fallen.

Auf allen offenen Kiesflächen im Naturschutzgebiet Litzauer Schleife gilt von 1. April bis 31. August daher ein absolutes Betretungsverbot. Auch kurze Pausen oder ein reines Anlanden mit dem Boot sind nicht zulässig. Das zügige Durchfahren der Litzauer Schleife mit Kanu oder Kajak ist hingegen erlaubt. In der Niederwies, am Rand der nördlichen Naturschutzgrenze gibt es einen öffentlichen Grillplatz der Stadt Peiting, der sowohl für Fußgänger und Radfahrer als auch Kanuten leicht zu erreichen ist.

Am Halblech sind Brutgebiete mit gelben Tafeln gekennzeichnet. Auch hier gilt es großräumig Abstand zu halten, Kiesbänke auf keinen Fall zu betreten und Hunde an die Leine zu nehmen.

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