Die Kinderhilfe übernimmt

+
Im Herbst startet das offene Ganztagsangebot für die Peitinger Grundschüler.

Peiting – Für die zwei Grundschulen und für die Mittelschule übernimmt die Kinderhilfe Oberland GmbH, eine Tochtergesellschaft von Herzog­sägmühle, ab September 2017 die Ganztagsangebote. Auch ist sie künftig für die Jugendsozialarbeit an der Mittelschule zuständig.

Die Entscheidung über den Träger dieser Angebote haben die Marktgemeinderäte in der letzten Sitzung hinter verschlossenen Türen getroffen. Bürgermeister Michael Asam berichtete auf Anfrage des Kreisboten, dass das Votum knapp zugunsten der Kinderhilfe Oberland ausgegangen sei, wobei er selbst auch für diesen Kooperationspartner gestimmt habe. Ihr Konzept zu offenen Ganztagsangeboten an den Grundschulen und an der Mittelschule sowie zur Jugendsozialarbeit haben auch Referenten vom Caritaszentrum Garmisch-Partenkirchen vorgestellt, das als zweiter Verband Interesse an einer Betriebsträgerschaft bekundete.

Damit kommt es mit Beginn des Schuljahres 2017/2018 zu einem Einschnitt bei der Mittagsbetreuung der Kinder. Knapp 20 Jahre war dafür die Arbeiterwohlfahrt zuständig. Die Organisation lag in den Händen des Ortsvereins Peiting. Doch die Arbeiterwohlfahrt im Bezirk Oberbayern erklärte, dass sie zwar die Angebote an der Mittelschule inklusive der Jugendsozialarbeit weiterführen möchte. Doch das Ganztagsangebot an den beiden Grundschulen möchte sie nicht übernehmen. Die Marktgemeinde legt freilich Wert darauf, dass an den drei Schulen am Ort alles bei einem Träger gebündelt wird.

Die Kinderhilfe Oberland betreibt schon den integrativen Hort mit zwei Gruppen in Peiting. Dabei gäbe es bereits eine regelmäßige Zusammenarbeit mit den beiden Grundschulen. Bei einer Zuständigkeit für alle nachmittäglichen Betreuungsangebote sieht die Kinderhilfe auch die Möglichkeit, die Nachfrage entsprechend dem Bedarf der Kinder und Eltern besser steuern zu können.

Für Peiting bedeutet dies, dass ab September 2018 statt der bisher acht Kräfte in der Mittagsbetreuung der AWO künftig knapp 20 Leute an den drei Schulen benötigt werden. Darunter sind pädagogische Fachkräfte und Helfer, viele davon in Teilzeit. Die Frauen und Männer, die bisher in der Mittagsbetreuung tätig waren, sollen sich bei der Kinderhilfe Oberland bewerben, wünscht sich Bürgermeister Asam.

Im Gegensatz zu einer ersten Elternbefragung seitens der Gemeinde, die Anfang des Jahres laut Stefan Kort vom Hauptamt noch eine mäßige Nachfrage bei den Angeboten der Offenen Ganztagsschulen (OGTS) ergab, hat eine neuerliche Recherche der Schulen inzwischen ein ganz anderes Bild ergeben. Demnach haben an der Alfons-Peter-Grundschule 20 Eltern Interesse, ihr Kind in einer kurzen Gruppe (bis 14 Uhr) haben möchten. 41 Väter und Mütter sind für die lange Betreuung gemeldet, was zwei Gruppen entspräche.

An der Friedrich-Lentner-Schule sind es 27 Eltern, die ihr Kind in eine kurze Gruppe bis 14 Uhr geben wollen. Bei 19 Buben und Mädchen ist eine Betreuung in der langen Gruppe gewünscht. Hinzu kommt noch die Gruppe an der Mittelschule samt der Jugendsozialarbeit.

Noch nicht geklärt, aber demnächst zu entscheiden ist die Frage, wie es mit dem Platz für das OGTS an den zwei Grundschulen ausschaut. Sehr reserviert sind die Gemeinderäte gegenüber einer Containerlösung, wofür schon 30 000 Euro Miete im Jahr genannt wurden. Auch Eltern und Lehrer lehnen Container ab.

Bevor es aber zu einem Anbau kommt, will die Verwaltung ausloten, ob es noch Möglichkeiten gibt, zumindest vorübergehend in der vorhandenen Gebäudesubstanz an den zwei Grundschulen die Angebote der OGTS einzurichten. Beim Thema Räumlichkeiten soll bereits ein Vertreter des neuen Trägers Kinderhilfe Oberland mit ins Boot genommen werden.

Deutlicher Protest kam aus der Lehrerschaft. Rektorin Lindauer von der Alfons-Peter-Schule erklärte in der Sitzung: „Wenn wir keine zusätzlichen Räume bekommen, dann mach ich’s nicht.“ 

Johannes Jais

Auch interessant

Meistgelesen

Punk, Metal und Heimatsound
Punk, Metal und Heimatsound
Bauarbeiten an Hohenpeißenberger Ortsdurchfahrt
Bauarbeiten an Hohenpeißenberger Ortsdurchfahrt
Fußweg am Schongauer Bahnberg offiziell freigegeben
Fußweg am Schongauer Bahnberg offiziell freigegeben
Wilde Verfolgungsjagd durch Peiting und Schongau
Wilde Verfolgungsjagd durch Peiting und Schongau

Kommentare