Einsatzkräfte proben Ernstfall

Feueralarm im Schongauer Krankenhaus

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Mit großer Anstrengung retten die beiden Atemschutzträger einen der vermissten Arbeiter aus dem Kellerbereich.

Schongau – Den Ernstfall, der hoffentlich nie eintreten wird, haben Mitarbeiter des Schongauer Krankenhauses zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr Schongau in einer Übung durchgespielt. Nur ein kleiner Personenkreis war im Vorfeld über die Übung am Dienstag informiert worden.

Alles sollte wie im Realbetrieb ablaufen. Nichts wurde vorher abgesprochen oder gar einstudiert. Man wollte die Reaktionen und Entscheidungen des Personals vor Ort im „Fall der Fälle“ kennenlernen. „Die Sicherheit unserer Patienten und Mitarbeiter hat oberste Priorität“, erklärt Geschäftsführer Thomas Lippmann bei Auslösung des Alarms. 

Deshalb wurde in den vergangenen Wochen eine neue Brandmeldeanlage installiert. „Deren Funktion und Alarmierungsweise wollen wir in diesem Versuch auf Herz und Nieren prüfen“, sagt Harald Waldmann, Brandschutzbeauftragter und Betriebsmeister der Schongauer Klinik, bevor es losgeht. Zweimal im Jahr führt Waldmann mit den Zug- und Gruppenführern der Wehr eine Ortsbegehung durch. Vor allem der Kellertrakt mit seinen vielen Gängen und Technikräumen steht dabei im Fokus. „Damit im Ernstfall keine Zeit wegen Orientierungsproblemen verloren geht“, erklärt er. 

Das Szenario der Übung beginnt. Um 19.35 Uhr ist eine dumpfe Detonation im Keller der Klinik wahrgenommen worden. Starker Rauch quillt aus dem Kellerbereich der Haustechnik, die Brandmeldeanlage wird ausgelöst. Automatisch werden die roten Blitzlichter auf den Stationen aktiviert, die Schranke auf der Zugangsstraße öffnet sich. Daniel Holzmann, der Dienst an der Pforte hat, öffnet den Schrank mit den Lageplänen. Erste Personen des Hauspersonals finden sich am Sammelplatz neben der Pforte ein. 

Feuerwehr-Kommandant Werner Berchtold trifft mit zwei Zugführern als erster an der Einsatzstelle ein. Er öffnet den Schlüsselkasten am Eingang, um mit den Schlüsseln alle in Frage kommenden Zugangswege öffnen zu können. Dann studiert das Team das aufblinkende Display der Brandmeldeanlage und lokalisiert den Brandherd. Eintreffende Einsatzfahrzeuge werden in ihre Zone eingewiesen, Atemschutzträger beginnen, in die betroffenen Kellerräume vorzudringen. 

Notfall-Übung im Schongauer Krankenhaus

Drei Arbeiter einer Heizungsfirma werden vermisst. Die Einsatzleitung teilt den Kellerbereich in zwei Abschnitte auf, die dann wiederum von zwei unabhängig arbeitenden Gruppen durchsucht werden. Patienten müssen evakuiert werden Zugführer Daniel Comtesse erkennt, dass stark aufsteigender Rauch im Bereich der Krankenstation 1 die Gesundheit der Patienten gefährdet. Eine Evakuierung wird dringend notwendig. Um hier ebenfalls die neue Anlage real zu testen, aktiviert Betriebsmeister Harald Waldmann den Feuermelder. Nichts wird dem Zufall überlassen. 

Im Hinblick auf die neue Lage fordert die Leitstelle Oberland bei der Nachbarleitstelle Fürstenfeldbruck weitere Atemschutzträger und Drehleitern an. Als Bereitschaftsraum für nachrückende Kräfte wird der Parkplatz am V-Markt eingerichtet. Hubschrauberlandeplätze hinter dem Klinikum werden gekennzeichnet und ausgeleuchtet. Die Evakuierung von Station 1 mit 22 Patienten wird gestartet. 

Das neue TLF 4000 Fahrzeug der Schongauer bekommt die erste Bewährungsprobe. Sonderlöschmittel muss in den Keller gebracht werden, da die Elektroanlage Feuer gefangen hat. Über den eigens eingerichteten Feuerwehraufzug werden die CO2-Löschmittel nach unten gebracht. Die anderen Aufzüge dürfen nicht mehr benutzt werden. Die Patienten werden in ihren Betten auf andere Stationen verteilt. 

Die verletzten Arbeiter werden gefunden, unter großen Anstrengungen aus dem Gefahrenbereich gebracht und dem Rettungsdienst übergeben. Glutnester werden gelöscht, eine letzte Überprüfung mit der Wärmebildkamera getätigt. Dann das große Durchlüften aller Räume. Eine Messung soll eventuelle giftige Stoffe anzeigen. 

Eine aufwändige Übung, in der in fast 90 Minuten ein Katastrophenszenario durchspielt wird. Geschäftsführer Thomas Lippmann betont bei der Abschlussbesprechung noch einmal, wie schnell und uner-wartet dieser Ernstfall eintreten kann. „Und dafür wollen wir bestens vorbereitet sein“.

Hans-Helmut Herold

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