"Große Lust auf Peiting"

Peitinger SPD nominiert Annette Luckner offiziell 

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Am Mittwochabend nominierte die Peitinger SPD einstimmig Annette Luckner aus Dinkelscherben zur Bürgermeisterkandidatin.

Peiting – „Ich hab‘ große Lust auf Peiting und auf diesen Wahlkampf. Aber ich bau‘ auf euch und ich brauch‘ euch auch.“ Mit diesen Sätzen wandte sich Bewerberin Annette Luckner an die Parteimitglieder, bevor sie am Mittwochabend einstimmig zur Bürgermeisterkandidatin des SPD-Ortsvereins nominiert wurde. Knapp ein Jahr vor der Kommunalwahl 2020 war dies bei voraussichtlich fünf Bewerbern die erste Aufstellungsversammlung in der Marktgemeinde.

Die SPD war auch die Partei, die als erstes ihre Kandidatin vorgestellt hatte. Dies war im November, ist inzwischen also vier Monate her. Wie berichtet, haben Ende Februar die Bürgervereinigung mit Andreas Schmid und Anfang März die CSU mit Peter Ostenrieder ihre Kandidaten vorgestellt. Die Aufstellungsversammlungen bei Bürgervereinigung und CSU folgen noch. Als unabhängiger Kandidat möchte Christian Lory ins Rennen gehen. Thomas Elste hat signalisiert, dass er für die Grünen antritt.

Im November, als sie beim SPD-Ortsverein ebenfalls im geräumigen Nebenzimmer beim Dragoner in Peiting vorgestellt wurde, sei sie „deutlich nervöser“ gewesen als jetzt im März in der Aufstellungsversammlung, bekannte Annette Luckner (52). Sie war zusammen mit ihrem Mann Karl, Sohn Felix und Tochter Pia nach Peiting gekommen.

Luckner ist seit 17 Jahren in Dinkelscherben Gemeinderätin und seit elf Jahren dritte Bürgermeisterin. Auch gehört sie dem Augsburger Kreistag an. Die kommunalpolitische Erfahrung von Annette Luckner sei ein bedeutendes Argument, sagte Bürgermeister Michael Asam in der Aufstellungsversammlung. Er werde die Bewerberin gerne weiterempfehlen und ermunterte die Genossen, dies ebenfalls zu tun.

Adolf Kapfer, früher langjähriger Gemeinderat und Ehrenvorsitzender der Peitinger SPD, kam auf das öfters zu hörende Argument „Ja, die is ja ned von Peiting“ zu sprechen. Der Aussage könne man den Zahn ziehen. Von außen zu kommen, sei durchaus ein Vorteil. „Schongau hat uns das vorgemacht“, ergänzte Kapfer mit Blick darauf, dass die drei letzten SPD-Bürgermeister Friedrich Zeller, Karl-Heinz Gerbl und Falk Sluyterman alle von auswärts gekommen seien.

Ein großer Unterschied

Ihre kommunalpolitische Erfahrung möchte die Frau aus Dinkelscherben, die gelernte Redakteurin ist und in einem Abgeordnetenbüro arbeitet, gern auch in Peiting einbringen. Es gebe durchaus Vergleichbares zwischen den beiden Marktgemeinden. Doch stellte sie einen „großen Unterschied“ heraus: „Peiting steht wirtschaftlich und finanziell deutlich besser da als Dinkelscherben.“

Annette Luckner betonte am Mittwochabend, dass sie die Grundwerte der SPD hoch halte, wenngleich Parteipolitik in den Kommunen nicht primär sei. Aber das soziale Miteinander sei „der Kitt, der die Gemeinde zusammenhält“. Auch sagte sie: „Ich sehe es durchaus als Vorteil an, dass ich eine Frau bin“.

Die Inhalte für den Wahlkampf wolle sie zusammen mit dem Ortsverein, mit der Fraktion im Gemeinderat und mit interessierten Bürgern erarbeiten. Sie sollen dann in ein Wahlprogramm münden. Doch Luckner nannte in der Aufstellungsversammlung schon Themen, die ihr wichtig seien. Dazu gehören Verbesserungen in der Mobilität; von sicherer Straßenüberquerungen für Fußgänger über Fahrradwege bis hin zu Mitfahrerbänken.

Im Bereich Wohnen müsse man intensiv beleuchten, ob eine dichtere und höhere Bebauung angezeigt sei. Freilich müssten auch Grünflächen im Ort erhalten werden. Zum Tourismus meinte Luckner, ein gepflegtes Erscheinungsbild sei wichtig. Projekte wie den geplanten Neubau des Jugendzentrums oder die Ansiedlung eines Kinos wolle sie unterstützen. Bei den ehrenamtlichen Aktivitäten gelte es, die Vereine zu fördern.

SPD-Ortsvorsitzende Claudia Steindorf (40) gratulierte Luckner zum einstimmigen Ergebnis. Nun heiße es, die Werbetrommel zu rühren. Das war „nicht immer ein Vergnügen“, wenn man auch bei stürmischem oder nasskaltem Wetter unterwegs sei, berichtete sie aus den ersten Erfahrungen der letzten vier Monate. 

Im Gespräch mit der Kandidatin

Die SPD-Bürgermeisterkandidatin Annette Luckner hat sich dabei unter anderem mit Christian Lory, der nach dem Austritt aus der SPD und aus der Fraktion als unabhängiger Bewerber ins Rennen gehen möchte, zum Kaffee getroffen. „Das Gespräch war für mich wichtig“, resümiert die SPD-Kandidatin. Warum? Das sagt sie im Interview mit dem Kreisboten.

Sie haben sich mit Christian Lory auf einen Kaffee getroffen?

Luckner: „Ja, und zwar ganz öffentlich. Im Café Central. Das Gespräch war für mich wichtig. Ich mach‘ die Erfahrung, dass viele Leute in Peiting über Christian Lory was erzählen. Darum wollte ich mich mit ihm treffen und mir selbst ein Bild machen. Christian Lory ist aus der Fraktion und aus der Partei ausgetreten, weil er selbst zum Bürgermeister kandidieren möchte, die SPD aber damit nicht einverstanden war. Aber er ist doch ein Sozialdemokrat. Die Gesinnung legt man nicht einfach an der Garderobe ab.“

Wie sehen Sie die Ausgangslage jetzt, wo schon fünf Bewerber für das Bürgermeisteramt feststehen? Als Sie vorgestellt wurden, war mit vier zu rechnen.

Luckner: „Für meinen Wahlkampf ändert sich nichts – unabhängig davon, ob es vier, fünf oder gar sechs Kandidaten sind. Das mit den Konkurrenten – so ist das halt in der Politik. Ich muss hart dran arbeiten, dass ich Bürgermeisterin werde. Ich hab ein Jahr Zeit, mich bekannt zu machen. Die werde ich nutzen.“

Gehören dazu auch Hausbesuche?

Luckner: „Für eine Antwort zur Wahlkampfstrategie ist’s zu früh. Das werden Sie aber noch erfahren.“

24 Stimmberechtigte bei der Aufstellungsversammlung: eine magere Beteiligung?

Luckner: „Ein paar mehr Mitglieder hätten es für meinen Geschmack schon sein können. Aber wir müssen dabei bedenken, dass es ja schon im November eine Versammlung des SPD-Ortsvereins gab, wo ich mich vorstellen konnte und wo es mehr Besucher waren. Auch hab‘ ich mich auf der Jahresschlussfeier des Ortsvereins in der Zechenschenke bei vielen bekanntgemacht. Ungeachtet der Aufstellungsversammlung weiß ich im Wahlkampf ein Team um mich, das mich fleißig unterstützt. Dazu gehören Claudia Steindorf, Adolf Kapfer, Klaus Hardt, Klaus Bodenburg, Gabi Weidner und Herbert Salzmann.“

jj

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