1. kreisbote-de
  2. Lokales
  3. Schongau

Einweihung und Segnung von Marienplatz und Mariensäule durch Altenstadts neuen Pfarrer

Erstellt:

Von: Johannes Jais, Manfred Ellenberger

Kommentare

Pfarrer Huber Altenstadt Marienplatz
Altenstadts neuer Pfarrer Johannes Huber mit Bürgermeister Andreas Kögl bei der Einweihung des neugestalteten Marienplatzes © Ellenberger

Altenstadt – Die Attraktivität der Ortsmitte sei wesentlich verbessert worden, die Aufenthaltsqualität sei nun hoch, freute sich Bürgermeister Andreas Kögl am Freitag vergangener Woche bei der Einweihung und Segnung des Marienplatzes und der Mariensäule. Diese übernahm Johannes Huber, neuer Seelsorger für die Pfarreiengemeinschaft Altenstadt.

Zur Installation des neuen Priesters ist es noch gut drei Wochen hin (Termin ist am Abend des Sonntags, 9. Oktober), aber mittlerweile hat Pfarrer Johannes Huber als neuer Seelsorger für die Pfarreiengemeinschaft Altenstadt in allen sechs Gemeinden der PG Gottesdienste gehalten und in manchen Begegnungen schon mehrere Leute kennengelernt. Der 61-Jährige ist der neue leitende Pfarrer in der gut 5.000 Katholiken zählenden PG, die von Hohenfurch bis Sachsenried reicht.

Seinen ersten Sonntagsgottesdienst hielt Huber in der Basilika zu Altenstadt. Die Messe war mit 150 Gläubigen gut besucht; so mancher war neugierig auf den neuen Seelsorger. Gestaltet wurde der Gottesdienst von den „Schongauer Land-Streichern“, die den Gemeindegesang begleiteten und zusätzlich drei Instrumentalstücke spielten.

Pfarrer Huber folgt in Altenstadt auf Sebastian Schmidt, der nach drei Jahren Abschied nahm, um in der Militärseelsorge in seiner Heimat Berlin eine neue Aufgabe zu übernehmen. Gerade mal drei Wochen am neuen Wirkungsort, sieht Pfarrer Huber schon dem Bischofsbesuch entgegen. Der Augsburger Oberhirte Bertram Meier kommt am Samstag, 24. September, nach Altenstadt, um mit der Gemeinde abends ein Pontifikalamt zum Patrozinium St. Michael zu feiern.

Johannes Huber, der aus Seeg im südlichen Ostallgäu stammt, legte in Füssen das Abitur ab. In Augsburg, Eichstätt und Innsbruck studierte er Theologie. 1986 wurde er zum Priester geweiht. Die PG Altenstadt ist seine vierte Station als Pfarrer. Zuletzt war er 15 Jahre Seelsorger in der Pfarreiengemeinschaft Igling (westlich und nördlich von Landsberg). Dort hat er in der Kinder- und Familienseelsorge Impulse gesetzt. Auch war er im Vorstand des Caritasverbandes Landsberg.

Unterstützt wird Huber durch Kaplan Livinus, der seit zwei Jahren in der PG Altenstadt ist und in Schwabniederhofen wohnt. Pfarrer Siegfried Beyrer und Prälat Hans Frieß sind als Ruhestandspfarrer ebenfalls regelmäßig in den Pfarreien im Einsatz.

Marienplatz in Altenstadt: „Es hats gebraucht“

Bei der Einweihung des Marieplatzes warf zunächst Bürgermeister Andreas Kögl einen Blick auf dessen hüngere Geschichte. Insbesondere der Bereich südlich des Rathauses sei zuvor nur selten besucht worden und die Mariensäule habe „etwas nach hinten versetzt ein leichtes Schattendasein“ gefristet. „Jetzt haben wir einen direkten Zugang zum Bach“. Vom Büro aus könne er diesen sehen und er sei noch keinen Tag dort gewesen, an dem „nicht irgendjemand den Weg zur Schönach gefunden hat“.

Mit den Arbeiten war im vergangenen Jahr auch eine bis zum Jahresende dauernde vollständige Sperrung des Marienplatzes für den Verkehr verbunden. Obwohl von den Arbeiten unter dem Platz zum Jahreswechsel nichts mehr zu sehen war, gab es auf der Süd- und Nordseite des Rathauses immer noch einiges zu tun. Unter anderem wurde ein Weg und ein Stufenzugang zum Bach angelegt und auch das Geländer an der Bachmauer musste einhergehend mit weiteren Maßnahmen erneuert werden.

Selbst sei er lange skeptisch gewesen und habe sich mit der Versetzung der Mariensäule direkt vor das Rathaus erst anfreunden müssen, gab Kögl zu. Doch nun sei er überzeugt. Die Säule „kommt erst jetzt richtig zur Geltung“. Einzig die fehlende Gastronomie im ‚Cafe am Rathaus‘ sei noch ein Wermutstropfen. Die Voraussetzungen seien jetzt aber ideal und Bedarf vorhanden. Es brauche nur noch jemanden „der es in die Hand nimmt“.

Der Marienplatz biete die Möglichkeit, das Gemeindeleben im Ortskern zu bereichern. Zudem sei er einfach vom Verkehr freizuhalten, Umleitungen seien „mit überschaubarem Aufwand“ zu erstellen. Vielerlei Veranstaltungen „bieten hier einen idealen Raum“. Für ausreichend Strom sorgen zudem leistungsstarke Elektroverteiler am Rathaus und am Parkplatz.

Die Maßnahme sei mit 80 Prozent über „Kleinprojekte Auerbergland“ gefördert worden, so Kögl. Künftig werde es auf dem Platz auch BayernWLAN geben. Stichwort Barrierefreiheit: Sowohl die Querungshilfen, die Hochborde an den Bushaltestellen mit Aufmerksamkeitsfeldern für Sehbehinderte sowie die rollstuhlgerechten Absenkungen wurden von einem Rollstuhlfahrer und einem Sehbehinderten vor Ort getestet und deren praxisnahen Anregungen umgesetzt.

Der Bürgermeister erinnerte aber auch daran, dass man Oberflächen erst dann gestalten könne, wenn zuvor das saniert, erneuert und neu gebaut wurde, was darunter liegt. Dabei sprach er vom Regen- und Schmutzwasserkanal, von „unzähligen Stromleitungen, Telefonkabeln, Gasleitungen“, neuen Glasfaserleitungen, Kanalschächten, Regenwasserableitungen, Verteilerkästen, dem Nahwärmenetz und der Erneuerung der Wasserleitungen. „Eine Hauptwasserleitung der Gemeinde läuft von der Burglachbergstraße unter der Schönach hindurch und geht dann weiter in Richtung Marienplatz zur Triebstraße“. Die Unterführung sei mittels eines Bohrverfahrens geschaffen worden und anschließend bekamen die Burg­lachberg- und Triebstraße eine neue Asphaltdecke.

Dazu, dass die Bauzeit sich verzögert habe, meinte Kögl, „dass wir nicht die einzigen sind“. Man habe versucht „den großen Vorbildern in Berlin und München nachzueifern, haben deren Vorlagen aber Gott sei Dank weit verfehlt“.

Die Kosten

Der Meinung „Brauchts denn das überhaupt, so viel Geld für nix und wieder nix zum Fenster nausschmeißen, das hätt mer woanders viel eher brauchen können“ setzte er entschieden entgegen: „Es hats gebraucht und es ist das Geld wert“.

In Ihrer Rede ging Ingrid Treffer vom Amt für Ländliche Entwicklung auf die Kosten ein. Die von ihrem Amt im Rahmen der Dorferneuerung übernommenen 65 Prozent der Kosten des Loses 1 belaufen sich geldwert auf 713.000 Euro. Neben dem verbleibenden Anteil der Gemeinde und deren Übernahme des Loses 2 in Höhe von 100.000 Euro sei diese mit insgesamt 487.000 Euro beteiligt. Gemessen an den 1,2 Millionen Euro Gesamtkosten fiel der Gemeindeanteil somit insgesamt gesehen moderat aus.

Architekt Werner Schmidt erinnerte daran, dass die Gemeinde 2004 in die Dorferneuerung eingestiegen sei. Damals habe sich für ihn die Situation so dargestellt, dass die Schongauer Straße den öffentlichen Bereich ums Rathaus dominiert habe. Die Arkadenbögen seien mit Ketten zur Straße gesichert gewesen, „um zu verhindern, dass jemand der mit erfreulicher oder weniger erfreulicher Nachricht aus dem Rathaus stürmt, gleich zum Verkehrsopfer wird.“ Dem Anger habe der Zugang zur Schönach gefehlt und „die Mariensäule steht verloren in der Grünfläche ohne Erlebniswert“. Für ihn schon damals ein deutlicher Standortnachteil. Der Marienplatz sei nur eine Postanschrift gewesen.

Die Bezeichnung „Platz“ stehe aber für Anspruch und Erwartung. Schließlich seien Plätze Orte der Kommunikation, der Bewegung und Aktionen als auch „Räume der Besinnung, der Rückzugsmöglichkeiten, zum Ausruhen und Verweilen.“ Und poesievoll fügte er hinzu „Plätze müssen sinnlich erfahrbar sein“.

Segnung

Bei der Segnung erklärte der neue Pfarrer Johannes Huber, es sei „nicht selbstverständlich, dass Menschen in Europa sich versammeln können, ohne Angst zu haben“. Das von Gott gewollte Bebauen habe der Mensch gut gelernt, das Behüten werde eine Zukunftsaufgabe. „Wir brauchen öffentliche Plätze – unbedingt – als Bühne des Lebens.“ Trotz teils unterschiedlichen Auffassungen wolle er mit dem Hinweis „Es ist gut geworden“ einen Schlusspunkt unter diese setzen. Hier solle es mütterlich zugehen, nicht kriegerisch.

Auch interessant

Kommentare